Das Bezirksamt Reinickendorf möchte das Zentrum von Alt-Tegel stärken. Erste Maßnahmen sind bereits umgesetzt, weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. Ein Blick in das Konzept zeigt, wo der Bezirk ansetzen will.

Treppenabgang zur U-Bahn-Station Alt-Tegel mit blauem Stationsschild, daneben ein dunkler Rundbau mit der Aufschrift City Toilette, im Hintergrund Altbauten und ein Fitnessstudio.

Der Eingang zur U-Bahn-Station Alt-Tegel liegt an der Berliner Straße. Für diesen Bereich sieht das Konzept sicherere Querungen an der Straße sowie eine bessere Rad- und Fußwegweisung vor. Auch mehr Barrierefreiheit zählt zu den Zielen für die kommenden Jahre. / © Foto: Wikimedia Commons, Jivee Blau, CC BY-SA 3.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0

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Alt-Tegel soll sich weiterentwickeln und als lebendiges Zentrum am Wasser gestärkt werden: Das Bezirksamt Reinickendorf hat dafür 2024/2025 ein umfassendes Maßnahmenkonzept erarbeitet. Grundlage ist eine Untersuchung des Planungsbüros LOKATION:S, das das Gebiet analysierte, mit Gewerbetreibenden sprach und eine breite Online-Beteiligung durchführte – knapp 1.800 Menschen nahmen daran teil.

Die Ergebnisse zeigten ein deutliches Bild: Die Lage am Tegeler See wird besonders geschätzt, zugleich aber auch eine Reihe von Schwachstellen im öffentlichen Raum benannt. Inzwischen hat der Bezirk erste Projekte bereits angestoßen und setzt die im Konzept definierten Handlungsfelder nach und nach in konkrete Vorhaben um.

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Maßnahmen für Alt-Tegel: Vier Handlungsfelder als Rahmen des Konzepts

Backsteinkirche mit quadratischem Turm hinter kahlen und belaubten Bäumen auf einer Grünfläche mit Tulpenbeet, im Vordergrund ein blaues Schild mit der Aufschrift Einbahnstraße.

Der Bezirk plant unter anderem die Aufwertung des Otto-Dibelius-Platzes sowie eine klimagerechte Qualifizierung der Grün- und Freiflächen. / © Foto: Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0

Grundlage sind vier Handlungsfelder, die das Planungsbüro aus den Ergebnissen abgeleitet hatte: Aufenthaltsqualität, städtebauliche Potenziale, nachhaltige Mobilität und ein starkes Zentrum. Geplant sind unter anderem neue Sitzbänke, mehr Sonnenschutz, bessere Beleuchtung und eine Aufwertung des Otto-Dibelius-Platzes.

Im Bereich Mobilität prüft der Bezirk zudem ein Parkraumkonzept, sicherere Querungen an der Berliner Straße sowie eine bessere Rad- und Fußwegweisung. Gewerbetreibende sollen sich stärker vernetzen, gemeinsam werben und langfristig sogar einen Business Improvement District gründen können.

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Erste Veränderungen in Alt-Tegel: Wandbild und blaue Bänke

Einige Projekte wurden bereits umgesetzt: Seit November 2025 ziert ein Wandbild die Kreuzung Berliner Straße und Alt-Tegel, das mit einer Welle auf den nahen Tegeler See verweist. Im Juni 2026 begann zudem die Sanierung von rund 30 Parkbänken, die künftig in kräftigem Blau erstrahlen sollen.

Bezirksstadträtin Korinna Stephan erklärte, ihr liege besonders viel an Alt-Tegel, weil dort viel Leben und großes Potenzial zusammenkämen. Umweltstadtrat Sebastian Pieper ergänzte, die blauen Bänke seien der Auftakt zu einem sogenannten Blauen Band, das die Verbindung zwischen Zentrum und See Schritt für Schritt erlebbar mache.

Tape-Art in Alt-Tegel

An der Kreuzung Berliner Straße / Alt-Tegel, dem Eingang zur Fußgängerzone, ist 2025 ein großflächiges Wandbild der Künstleragentur Tape Over entstanden. / © Foto: Tape Over/BA Rdf

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Förderung und Ausblick für Alt-Tegel: Wie es weitergehen soll

Für die Umsetzung kann der Bezirk auf Förderprogramme wie die Berliner City Tax oder BENE 2 zurückgreifen. Auch ein Zusammenschluss der ansässigen Unternehmen als Business Improvement District gilt als Option für zusätzliche Investitionen.

Wie schnell die einzelnen Schritte folgen, hängt jedoch von Zuständigkeiten, Abstimmungen und der Verfügbarkeit von Mitteln ab. Das Konzept versteht sich daher vor allem als Orientierungsrahmen, der Bezirk, Fachämtern und weiteren Beteiligten als Grundlage für künftige Entscheidungen dienen soll.

Für die Anwohnerinnen und Anwohner bedeutet das: Alt-Tegel bleibt sichtbar im Wandel. Wer sich beteiligen oder über den Fortschritt informieren möchte, soll regelmäßig über öffentliche Beteiligungsformate und Informationsangebote eingebunden werden. So soll aus dem Konzept Schritt für Schritt ein lebendigeres, besser vernetztes und attraktiveres Zentrum am Tegeler See entstehen, ohne die Perspektiven der Menschen vor Ort aus dem Blick zu verlieren.

Quellen: Bezirksamt Reinickendorf von Berlin, Tagesspiegel, Architektur Urbanistik Berlin, archdaily, Immobilienzeitung

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9 Kommentare

  1. Gabriela 9. Juni 2026 at 15:59 - Reply

    Freue mich, wenn in den Bezirken von Berlin, an einer Entwicklung gearbeitet wird. Besonders Tegel liegt mir am Herzen. Ein bisschen traurig bin ich, wenn man durch die Fußgängerzone in Tegel läuft. Es gibt gute Geschäfte dort, aber auch einen trostlosen Anblick voller Beton. Ein paar Steinrabatte mit Bepflanzung, würde die Atmosphäre sehr aufwerten. Dazu ein paar Bänke zum Verweilen.

  2. Klemann 9. Juni 2026 at 17:18 - Reply

    Das Einkaufen in der Fußgängerzone Miraustr. macht im Sommer bei hohen Temperaturen keinen Spaß. Da wurde leider eine Straße zur Sauna.

  3. Sas 9. Juni 2026 at 20:29 - Reply

    Also ganz ehrlich, das Bild sieht furchtbar aus… ed gibt so schöne bemalte Wönde aber dieses gehört nicht dazu. Tegel ist e furchtbar geworden. Es gibt gefühlt nur noch Barber Shops, Nagelstudios usw.

  4. Christian 10. Juni 2026 at 18:17 - Reply

    Ich wäre schon froh über eine fahrende U-BAHN.

  5. Michalski 11. Juni 2026 at 21:17 - Reply

    Was soll ich sagen, Tegel ist dreckig geworden. Ob das Umfeld der Borsighallen, die Berliner Str. im allgemeinen. AltTegel und die Seitenstrassen. Und die Gorkistrasse als Betonwüste ist nicht sehr einladend zu verweilen.

  6. Sabine 13. Juni 2026 at 18:06 - Reply

    Tegel ist voll, am Wochenende oder an Feiertagen völlig überlaufen. Die Wiesen sind zertreten und spätestens ab Juli nur noch Sandwüste. Die Büsche am Brosigdamm sind schon lange von Trampelpfade durchzogen, weil es den Menschen, die zum Spazierengehen in der Natur hergefahren kommen, zu weit ist, die 50 m bis zum „Eingang“ zurückzulaufen. Da wird lieber die Oma am Rollator durchs Gedüsch und über die kleine Metall-Rehling geschubst. Fitness-Coaches stehen mit Ghetto-Blaster auf dem Kanonenplatz und nutzen die Wiese als Gratis Übungsraum.
    Ich lebe seit 56 Jahren in Tegel. War schon immer ein Ausflugsziel, aber in den letzten Jahren ist es echt nicht mehr schön. Jeder schmeißt seinen Dreck weg, kümmert sich einen Sch**** darum, ob er auf dem Gehweg oder auf den abgesenkten Überwegen parkt.
    Die Lokale sind eh schon überfüllt – und dann sollen noch mehr Leute angelockt werden?
    Ich würde sagen, Tegel hat schon genug Ausflügler. Entwickelt doch bitte einen anderen Bezirk.

  7. Karl 16. Juni 2026 at 18:08 - Reply

    Tegel hat Potential, aber es wird einfach zu wenig daraus gemacht. Das Kunstwerk sieht richtig toll aus und die Kunstform ist auch sehr zeitgemäß. Darüber freuen sich viele hier. Mal etwas Farbenfrohes und Belebendes – das kann leider die Fußgängerzone wirklich gut gebrauchen.

  8. Lea 18. Juni 2026 at 12:24 - Reply

    Die meisten gehen hier leider gar nicht auf das Thema ein bzw. sind eher unsachlich. Also Tegel kann und sollte man weiter entwickeln, denn es hat Potential. Das Kunstwerk symbolisiert sehr schön diesen Aufbruch. Es sind tolle Farben und die Technik mit Klebestreifen ist sehr beeindruckend. Mir gefällt es persönlich sehr gut! Und ich stimme zu: Tegel brauch die U6.

  9. Beate 25. Juni 2026 at 12:20 - Reply

    Ich habe den Künstler live bei der Arbeit gesehen – es war faszinierend ihm zuzuschauen, wie er dieses riesige Kunstwerk geklebt hat. Mir persönlich gefällt es sehr. Farbenfrohe Kunst ist immer etwas Schönes und der Kiosk sieht so auf jeden Fall viel viel besser aus!

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