In der Ollenhauerstraße in Berlin-Reinickendorf bleibt der geplante Umbau politisch und gesellschaftlich umstritten. Während der Bezirk an der Neuordnung des Straßenraums festhält, wächst der Widerstand gegen die vorgesehenen Eingriffe in den Baumbestand.
© Titelbild: Wikimedia Commons, Oliver Wolters, CC BY-SA 3.0
Schon seit Monaten ist die Ollenhauerstraße in Reinickendorf ein Brennpunkt der städtischen Verkehrsplanung. Der geplante Umbau der wichtigen Nord-Süd-Achse soll Geh- und Radwege neu ordnen und den Straßenraum insgesamt neu strukturieren. Im Zuge dessen steht auch der bestehende Baumbestand im Fokus, mit der Folge, dass umfangreiche Eingriffe vorgesehen sind.
Zwischen Planung und Protest: Wie geht es weiter an der Ollenhauerstraße?
Zuletzt hat sich der Konflikt erneut sichtbar auf der Straße entladen. Anwohnerinnen und Anwohner sowie Initiativen versammelten sich zu einer Mahnwache und Demonstration, um auf den aus ihrer Sicht problematischen Umgang mit den Bäumen aufmerksam zu machen. Dabei wurde der Erhalt der 116 Straßenbäume als zentraler Bestandteil eines klimaangepassten Stadtumbaus betont.
Gleichzeitig wurde die Diskussion durch einen bereits gefällten Baum zusätzlich angeheizt. Während die Verwaltung auf eine festgestellte Gefährdungslage verweist, sehen Kritikerinnen und Kritiker darin ein Symbol für mangelnde Transparenz im Umgang mit der Maßnahme.

An der Ollenhauerstraße in Berlin-Reinickendorf sollen Bäume gefällt werden. Anwohnende wehren sich dagegen. / © Foto: depositphotos.com
Verkehrsplanung in Reinickendorf: Politische Abwägungen und offene Verfahren
Auf politischer Ebene wird das Vorhaben weiterhin verteidigt. Der Bezirk argumentiert mit notwendigen Anpassungen an aktuelle Mobilitäts- und Sicherheitsstandards sowie bereits gebundenen Finanzmitteln. Eine Abkehr von der bisherigen Planung sei daher nur eingeschränkt möglich.
Gleichzeitig wächst der Druck aus der Zivilgesellschaft. Eine Petition zum Erhalt der Bäume hat bereits über 3.500 Unterschriften gesammelt. Umweltverbände wie der BUND Berlin verweisen auf die Bedeutung gewachsener Baumbestände für das Stadtklima und sehen in Ersatzpflanzungen nur einen langfristig begrenzten Ausgleich. Auch die mikroklimatischen Auswirkungen der geplanten Maßnahmen seien bislang nicht ausreichend untersucht.
Die weitere Entwicklung bleibt vorerst offen. Während die Verwaltung an der Umsetzung festhält, verweisen Initiativen auf fehlende Gutachten und mögliche Alternativen. Ob und in welchem Umfang der Umbau der Ollenhauerstraße angepasst wird, dürfte sich erst im weiteren Planungsverlauf zeigen.
Quellen: infraVelo, BUND Berlin, Initiative Ollenhauerstraße / Openpetition, Bezirksamt Reinickendorf, Tagesspiegel, Berliner Morgenpost
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