Die Lage an der Elsenbrücke bleibt angespannt, doch der Baufortschritt verspricht ab 2026 eine deutliche Entlastung. Drei Spuren je Richtung sollen den Verkehrsfluss dauerhaft verbessern.

Die Stahlbaumontage des nordwestlichen Teilbauwerks ist seit Oktober 2025 abgeschlossen, derzeit werden die Schweißarbeiten fortgesetzt. Zwar wird der Radweg nicht vorübergehend als Fahrstreifen genutzt, dennoch rückt ab Sommer 2026 eine spürbare Entlastung in Sicht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die Elsenbrücke bleibt trotz intensiver Arbeiten ein verkehrlicher Engpass. Eine kurzfristige Maßnahme, bei der ein bestehender Radweg vorübergehend als zusätzlicher Fahrstreifen genutzt werden sollte, wird nicht eingeführt. Nach Angaben der Verkehrsverwaltung habe der bauliche Zustand der Rampen und die komplexe Statik gezeigt, dass diese Lösung weder effizient noch im verfügbaren Zeitfenster sinnvoll umsetzbar wäre.
Der Fokus richtet sich nun vollständig auf den Neubau. Nach derzeitiger Planung soll der erste neue Brückenteil Ende Januar 2026 teilweise in Betrieb gehen. Dadurch stünden wieder zwei Spuren je Richtung zur Verfügung, wodurch sich die aktuelle Leistungsfähigkeit der Brücke deutlich erhöhen würde. Im Sommer nächsten Jahres sollen schließlich drei Fahrspuren eröffnet werden.
Mehr Kapazität ab 2026: Drei Fahrspuren je Richtung für Elsenbrücke geplant
Die Verwaltung rechnet damit, dass ab Sommer 2026 drei Fahrspuren je Richtung zur Verfügung stehen werden. Diese Kapazität gilt als zentrale Voraussetzung für einen dauerhaft stabilen Verkehrsfluss zwischen Friedrichshain und Treptow-Köpenick. Geplant ist, dass der Verkehr Richtung Friedrichshain weiterhin über die Behelfsbrücken geführt wird, während der Gegenverkehr den neuen Brückenteil nutzt.
Schon jetzt meldet die Verwaltung punktuelle Verbesserungen. Zwar kommt es weiterhin zu Staus, diese seien jedoch kürzer und seltener geworden. Solche Schwankungen beschreibt die Verwaltung als üblich, insbesondere während der täglichen Verkehrsspitzen.
BVG weiterhin im Ausnahmebetrieb entlang der Elsenstraße
Trotz kleinerer Fortschritte bleibt die Situation für den öffentlichen Nahverkehr belastend. Die BVG verweist darauf, dass zusätzliche Busspuren in den vergangenen Monaten zwar zu gewissen Entlastungen geführt hätten, betont jedoch, dass die Verkehrslage im Berufsverkehr weiterhin höchst anspruchsvoll sei. Um die Fahrzeiten auf den Linien rund um die Elsenstraße zu stabilisieren, sollen ab Januar weitere Fahrzeuge eingesetzt werden.
Deutlich kritischer äußert sich die Verkehrsstadträtin von Treptow-Köpenick. Ihr zufolge haben sich die Verspätungen zwar reduziert, doch lägen sie weiterhin bei rund 20 Minuten, was aus Sicht des Bezirks nicht hinnehmbar sei. Zudem werde beobachtet, dass Autofahrende verstärkt bei Rot oder auf der Busspur fahren. Radfahrende würden angesichts der unübersichtlichen Lage teilweise auf Gehwege ausweichen, was die Situation zusätzlich verschärfe.
Elsenbrücke: Vorbereitung der nächsten Bauphase und Verkehrsführung
Für die künftige Nutzung der Brücke wird eine 2+1-Verkehrsführung geprüft, die zwei Fahrspuren stadteinwärts und eine stadtauswärts vorsieht. Dafür müsste der Radverkehr künftig über einen Zweirichtungsradweg geführt werden. Untersuchungen an den Rampenbauwerken haben allerdings strukturelle Mängel ergeben, die vor einer endgültigen Festlegung behoben werden müssen.
Der Ersatzneubau verläuft insgesamt in vier Phasen und bleibt ein komplexes Infrastrukturprojekt zwischen Friedrichshain und Treptow-Köpenick. Trotz aller Herausforderungen steht ein entscheidender Fortschritt fest: Ab Sommer 2026 sollen erneut drei Spuren in beide Richtungen zur Verfügung stehen, sodass die Elsenbrücke wieder ihre vollständige Verkehrsleistung erreichen und der Verkehr insgesamt flüssiger verlaufen sollte.
Quellen: Berliner Morgenpost, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, BVG
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