Am Rathaus- und Marx-Engels-Forum in Berlin-Mitte haben die Bauarbeiten für einen neuen Spielbereich begonnen. Auf rund 2.000 Quadratmetern sollen bis 2027 Spiel-, Bewegungs- und Aufenthaltsangebote entstehen.

Die Neugestaltung des Rathaus- und Marx-Engels-Forums umfasst neue Grün- und Aufenthaltsflächen sowie klimaangepasste Baumneupflanzungen. Die Arbeiten am Gesamtareal sollen schrittweise bis 2027 abgeschlossen werden./ © Visualisierung: Grün Berlin GmbH
© Titelbild: RMP Stephan Lenzen
Am Rathaus- und Marx-Engels-Forum in Berlin-Mitte wird es künftig mehr Platz für Kinder geben. Am Donnerstag haben die Bauarbeiten für einen neuen Spielbereich an der Rathausstraße gegenüber dem Nikolaiviertel begonnen. Auf einer rund 2.000 Quadratmeter großen Fläche soll bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 ein inklusiver Spiel- und Bewegungsort entstehen.
Das Vorhaben ist Teil der umfassenden Neugestaltung des 7,2 Hektar großen Freiraums zwischen Fernsehturm, Rotem Rathaus und Spree. Insgesamt sind dort rund 5.400 Quadratmeter neue Freizeit-, Sport- und Spielflächen vorgesehen. Bereits seit 2025 wird am Spreeufer gearbeitet, wo ein neuer barrierefreier Aufenthaltsbereich mit Treppe, Rampe und Sitzstufen entsteht.
Spielbereich an der Rathausstraße: Drei Kugeln erinnern an den Fernsehturm
Der neue Spielbereich geht auf eine Schülerbeteiligung aus dem Jahr 2023 zurück und wurde gemeinsam mit der Spielplatzentwicklungsplanung des Bezirks Mitte konzipiert. Vorgesehen ist ein inklusiver Ort für Kinder zwischen drei und zwölf Jahren. Ein Wegenetz soll verschiedene Spiel- und Aktionsbereiche miteinander verbinden.
Auffälligstes Element werden drei begehbare Gitterkugeln mit Durchmessern von vier, sechs und acht Metern. Sie können von innen und außen bespielt werden und bieten unter anderem Möglichkeiten zum Klettern, Rutschen und Balancieren. Ihre Form nimmt Bezug auf die charakteristische Kugel des nahe gelegenen Fernsehturms. Ergänzt wird die Anlage durch neue Bäume, Sträucher und Stauden, die künftig Schatten spenden und die ökologische Qualität der Fläche verbessern sollen.
Zunächst werden die bestehenden Geländeoberflächen vorbereitet und eine Kampfmitteluntersuchung durchgeführt. Da sich der Bereich im historischen Gründungskern Berlins befindet, ist außerdem eine archäologische Dokumentation in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt vorgesehen. Anschließend entstehen Wege und Spielflächen.

Zwischen Humboldt Forum, Berliner Dom und Spreekanal nimmt auch die neue Freitreppe zur Spree deutlich Gestalt an. Im kommenden Sommer soll hier ein neuer Aufenthaltsort in der historischen Mitte entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Großbaustelle: Neugestaltung der historischen Mitte geht weiter
Die Entwicklung des Rathaus- und Marx-Engels-Forums steht zugleich im größeren Zusammenhang mit dem Umbau des öffentlichen Raums rund um Fernsehturm, Spree und Humboldt Forum. Die Planung basiert auf einem internationalen freiraumplanerischen Wettbewerb sowie einer mehrjährigen Bürgerbeteiligung.
Auch am westlich gelegenen Spreeufer des Humboldt Forums entsteht derzeit mit der „Schlossfreiheit – Freitreppe zur Spree“ ein neuer Aufenthaltsort. Dort ist der Rohbau der Freitreppe bereits weitgehend fertiggestellt. Parallel wird auch der südliche Schlossplatz am Humboldt Forum umgestaltet. Die Projekte verändern damit schrittweise die bislang stark von Verkehr, Durchwegung und touristischer Nutzung geprägten Freiräume der historischen Mitte.
Für das Rathaus- und Marx-Engels-Forum übernimmt Grün Berlin im Auftrag des Landes die Bauherrenfunktion und das Gesamtprojektmanagement. Die Gesamtinvestitionen für die Neugestaltung belaufen sich voraussichtlich auf rund 33,9 Millionen Euro. Die Arbeiten am gesamten Areal sollen schrittweise bis 2027 abgeschlossen werden.

Zwischen Humboldt Forum und Staatsratsgebäude wird der südliche Schlossplatz derzeit abschnittsweise geöffnet. Das aufgenommene Natursteinpflaster soll später rund um die neuen Bauminseln wieder verlegt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Grün Berlin GmbH, DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, bbz Landschaftsarchitekten
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3 Kommentare
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Für die Nutzung des heutigen Marx-Engels-Forums wünsche ich mir langfristig eine andere Entwicklung. Da bleibt die Hoffnung, dass die positiven Wettbewerbsergebnisse (und hoffentlich auch Bauten) am Molkenmarkt ein breite gesellschaftliche Mehrheit (auch auf der progressiven Seite) für eine (Teil-)Rekonstruktion von Berlins alter Mitte möglich machen. Hier sollte Berlin den Blick nach Potsdam wagen, was alles möglich ist. Zumal in Berlin noch nicht einmal ein Rückbau erfolgen müsste. Eine entsprechende grüne Freiraumgestaltung mit vernünftiger Regenwassernutzung im Sinne des Schwammstadtkonzepts könnten auch mitgedacht werden.
Das aktuelle Projekt verändert den Ort auch nicht grundsätzlich. Es wirkt wie ein viel zu kleines Pflaster auf einer offenen Wunde. Ob sich die gewünschte Nutzung einstellt ist für mich fraglich. Ebenso ob der Ort zum verweilen einlädt. Das gibt die Struktur in mitten der Verkehrsachsen einfach nicht her.
Vielleicht habe ich ja nicht den richtigen Blick. Aber ich sehe immer noch eine viel zu breite Spandauer Straße. Und ich sehe zu viel Versiegelung zwischen Spandauer Straße und Fernsehturm. Und eigentlich fände ich eine zeitgenössische künstlerische Gestaltung eines neuen Brunnen bzw. einer Springbrunnenanlage auch besser als den Neptunbrunnen dort.
Bringt die Stadt endlich in diese Viertel des Berliner Herzens zurück, anstatt der DDR-Huldigung von Kommunisten zu fröhnen.