Die geplante Nahverkehrstangente Süd im Berliner Osten hat eine wichtige planerische Hürde genommen. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung bestätigt, dass das Projekt unter bestimmten Bedingungen förderfähig ist – allerdings nur mit einem Betrieb durch kürzere S-Bahn-Züge.

Springpfuhl
Birkenwerder
Grünauer Kreuz
Flughafen BER

© Titelbild: depositphotos.com

Eine neue S-Bahn-Verbindung vom Berliner Osten bis zum Flughafen BER könnte einen wichtigen Schritt vorankommen. Die vom Senat vorgelegte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zur geplanten Nahverkehrstangente Süd (NVT Süd) kommt zu dem Ergebnis, dass das Projekt unter bestimmten Voraussetzungen einen positiven Nutzen-Kosten-Faktor erreicht. Voraussetzung ist jedoch ein Betrieb mit sogenannten Halbzügen.

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Die NVT Süd soll künftig den östlichen Berliner Eisenbahnaußenring zwischen Springpfuhl und dem Grünauer Kreuz für den öffentlichen Nahverkehr erschließen. Vorgesehen ist eine neue S-Bahn-Verbindung, die unter dem Arbeitstitel „S-Bahnlinie 95“ zwischen Birkenwerder und dem Flughafen BER verkehren soll.

Variante mit Halbzügen erreicht positiven Nutzen-Kosten-Faktor

Im Rahmen der Untersuchung wurden zwei Betriebsvarianten betrachtet. Variante 1 sah vor, die Strecke zwischen Bucher Straße und Flughafen BER mit Vollzügen zu bedienen, während die weiterführenden Fahrten Richtung Birkenwerder mit kürzeren Zügen erfolgen sollten. Variante 2 untersuchte dagegen einen durchgängigen Betrieb mit Halbzügen.

Nur die zweite Variante erreicht einen für eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) erforderlichen Nutzen-Kosten-Indikator von über 1,0. Konkret kommt die Untersuchung auf einen Wert von 1,32 ohne Risikozuschlag. Wird ein üblicher Risikozuschlag von 30 Prozent berücksichtigt, liegt der Wert noch bei 1,02.

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Der Einsatz längerer Vollzüge würde laut Senat die Betriebs- und Folgekosten deutlich erhöhen und damit kein wirtschaftliches Ergebnis ermöglichen. Eine Prüfung der erwarteten Fahrgastzahlen habe jedoch ergeben, dass der Einsatz von Halbzügen für die prognostizierte Nachfrage ausreichend dimensioniert sei.

Neue Stationen zwischen Biesdorf und Grünau möglich

Grundlage der Untersuchung waren mehrere neue S-Bahn-Stationen entlang der geplanten Verbindung. Möglich sind demnach unter anderem Haltepunkte in Biesdorf Süd mit Anschluss an die U5, ein Turmbahnhof Wuhlheide mit Übergang zur S3 sowie weitere mögliche Stationen an der Wuhlheide und an der Dörpfeldstraße.

Die ursprünglich ebenfalls diskutierten Haltepunkte Biesdorfer Kreuz und Karlshorst Nord wurden in der aktuellen Untersuchung nicht berücksichtigt. Nach Einschätzung des Senats würde ein Bahnhof am Biesdorfer Kreuz gegenüber Biesdorf Süd keinen zusätzlichen Erschließungsvorteil bringen. In Karlshorst soll die Anbindung zunächst über Busverbindungen zu den bestehenden Bahnhöfen erfolgen.

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Senat will Planung für NVT Süd fortsetzen

Nach Angaben des Senats würde die neue Verbindung täglich rund 7.000 zusätzliche Fahrten im öffentlichen Verkehr ermöglichen. Etwa 5.900 Fahrten könnten dabei vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV verlagert werden. Weitere rund 1.100 Fahrten würden durch die neue Verbindung zusätzlich entstehen.

Die weitere Planung soll zunächst mit den bereits begonnenen Untersuchungen im Rahmen des Programms i2030 fortgeführt werden. Dazu gehören unter anderem die Erstellung einer verkehrlichen und betrieblichen Aufgabenstellung. Für darüber hinausgehende Planungsschritte wäre ein neuer Senatsbeschluss sowie eine Finanzierung in den kommenden Doppelhaushalten erforderlich.

 

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Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Drucksache 19 / 26 650, Schriftliche Anfrage

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6 Kommentare

  1. BI-Wuhlheide 9. August 2026 at 14:37 - Reply

    Lieber Senat: … das vielleicht fragwürdigste Statement der letzten 3 Jahre! … Frau Bonde, sie unterstreichen damit nicht weniger als, dass die Einwände im Rahmen der Planfeststellung zur TVO zu 100% berechtigt sind! … EINE TVO NACH AKTUELLEM STAND VERHINDERT DIE NVT! … Ein Zurechtstutzen der NVT auf Modellbahnmaßstab ist nicht ersthaft ihre Antwort auf die Herausforderungen dieser Stadt?

    Also liebe Parteien des Berliner Abgeordnetenhauses: …bitte ersparen Sie den Berlinerinnen und Berlinern weitere Verschwendung von Steuergeldern und Planungskapazitäten, und belassen sie am 2. September 2026 das Thema TVO wie angekündigt auf der Tagesorndung des Hauptausschusses. Stellen Sie endlich die nötigen Fragen! … Der hiermit dokumentierte Gedanke, die Wirtschafltichkeit der NVT darüber herzustellen, dass sich Größe und Umfang eines zukünfitgen Angebots auf der NVT nicht nach Nachfrage/Bedarf und Nutzen für die Stadtentwicklung, sondern rein nach möglichen negativen Auswirkung auf das Planfestellungsverfahren der TVO bemessen sollen, ist mehr als nur ein krasser Offenbarungseid! Er wird unausweichlich im weiteren Verfahren, bis hin zu den nun umso wahrschienlicher werdenden rechtlichen Einwänden eine relevante Rolle spielen.

  2. Reinhardt Kirchner 9. August 2026 at 19:01 - Reply

    Lieber Herr / Frau / Diver vom BI-Wuhlheide : ich finde es gut und bewundernswert, daß ihr euch für den Erhalt der Eichen einsetzt, aber bitte wo sind ihre konkreten Vorschläge und Planungen? Ich habe mir gerade eure Website angeschaut und sehe konkret nur Ablehnung aber keine Initiative. Biesdorf Süd erstickt im Verkehr und der Eisenbahnlärm ist auch nicht ohne. Auch ich befürworte eine schlankere Variante und auch gerne in Kombination mit der NVT. Ob das wirklich ein S-Bahn-Format haben muß , da bin ich schon mit der nächsten Frage im Raum die man in einer Demokratie nicht nur prüfen sondern auch sachlich diskutieren sollte. Die S-Bahn gehört zur DB und ich verweise auf S21…., da sind viele Menschen schlicht überfordert. Und eine bessere Idee für den S-Bahnhof Wuhlheide / früher Sadowa, das wäre doch mal fein ! Sonntägliche Grüße Reinhardt Kirchner

  3. Herbert Schmidt 9. August 2026 at 23:58 - Reply

    Lieber Herr Kirchner, ich halte ihre Anmerkung, ob es denn unbedingt eine S-Bahn sein soll für eine diskutierenswerte Forderung. Ich beschäftige mich auch seit geraumer Zeit mit der NVT und die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung gibt mir recht. Es darf auch eine etwas kleinere Bahn sein. Bei der Suche nach Alternativen kam ich zu einer Monorailbahn die alles mitbringt was das Projekt billiger, schneller umsetzbar und zukunftsfähig macht. Die Kosten sind geringer als bei einer S-Bahn, die Züge sind klein und fahren Vollautomatisiert (Lockführerprobleme) die Monorail kann aufgeständert werden und die Natur daduch geschützt und die Landschaft wird nicht zerschnitten. Damit kann eine Menge Platz gespart werden. Superleise ist der Zug ausserdem. An was ich denke ist das TSB (Transportsystem Bögel). In Nürnberg denkt man darüber nach, die haben aber nicht die passende Strecke. Die NVT wäre die passende Strecke. Durch das Monorailsystem sind alle Kreuzungen von Bahnen und Strassen, von denen sehr viele auf dieser Strecke liegen, viel leichter realisierbar als mit zweigleisigen Schienen. Es wäre eine zusätzliche Untersuchung wert.

  4. Jögö 10. August 2026 at 20:03 - Reply

    Diese s Bahn tangente ( jetzt NVT) war schon zu DDR Zeiten geplant.
    Von springpfuhl nach Süden mit den
    Bahnhöfen: biesdorfer Kreuz,biesenhorst,wuhlheide,FEZ-erholungspark(ehm.pionierpark,glienicker str.,grünauer Kreuz( versch. Planungen von Kreuz bis Abzweig nach grünau.Auch über eine oberleitungs s bahn(als Express Linie zw. Oranienburg und Flughafen wurde nachgedacht.die Anzahl und Lage der zwischenbahnhöfe variierte,aber an allen Kreuzungen mit radialen u und s Bahn Strecken sollten Bahnhöfe entstehen, so auch vor allem am geplanten neuen Fernbahnhof in Berlin- malchow( Kreuzung mit u bahn).
    Im senát mein man , ein Bahn Hof biesdorfer Kreuz sei nicht notwendig ?, das können nur Menschen sagen, die den Nahverkehr nicht wirklich nutzen.fahrgäste aus den Orten östlich von biesdorf müssten 2x umsteigen , um nach Süden weiterfahren zu können(Friedrichsfelde ost und springpfuhl), Fahrgäste aus dem Süden nach Osten das gleiche, nur umgekehrt.durch den umsteigebahnhof biesdorf-spd werden ganz andere Richtungen bedient(u Bahn Linie 5) und erreicht.
    Die TVO muss sich der NVT unterordnen,aber beide haben ihre Berechtigung und müssen möglich sein.klar wird das teuer,aber Geld ist genügend da. Muss nur an der richtigen Stelle investiert werden.
    Welchen Nutzen haben denn z.B., die u Bahnhöfe Rotes Rathaus Bundestag ?.in vielen ausländischen Verkehrsnetzen würden solche kaum genutzten Bahnhöfen garnicht gebaut werden bzw. stillgelegt werden.
    Meines Erachtens gab es auch Pläne, die NVT über den s Bhf grünau von Osten aus in den s Bahn Tunnel am BER einzubinden,parallel zur R Bahn ??

  5. Jögö 11. August 2026 at 11:14 - Reply

    Ich befürworte keinerlei sparvarianten,weder bei Straße noch bei der Bahn.projekte aus der Vergangenheit haben gezeigt, das dies später nur zu noch höheren Kosten führt.(Ausbau,Neubau,Modernisierung).
    Siehe Flughafen BER ! Heute noch fehlen dort wichtige Rolltreppen,tunnelbahnhof ist jetzt schon zu klein für alle notwendigen Verbindungen und Anschlüsse,s Bahn ostanbindung über grünau wurde nicht realisiert,Pictogramme in den Terminals sind zu klein oder fehlen ganz !, ein bissel Farbe täte dort gut,statt des hässlichen einheitbrauns.Den BER hat nur Corona gerettet,sonst wäre er jetzt schon heillos überlastet.
    Bei der geplanten NVT sollte ma wenigstens die Bahnsteige auf volllänge ausbauen oder mindestens vorbereiten, trotz evt,.Einsatzes von Halbzügen.ich glaube, auch hier hat sich der Senat berechnet.beispiele aus anderen Städten haben gezeigt, das die nutzungszahlen bei Eröffnung weit über der vorher prognostizierten lagen.das Fahrverhalten der Menschen einer Stadt ändert sich nämlich bei Eröffnung einer wichtigen Strecke oder eines Systems grundlegend !(siehe Metro Prag u. a.)
    Bei der NVT gibt es bereits Bauvorleistungen, die auf den Vollbetrieb ausgelegt sind.
    Auf der Strecke zwischen Karower kreuz gibt es diese bereits in den Bereichen der künftigen Bahnhöfe malchow,bürknersfelde,biesdorfer kreuz,grünauer Kreuz, einschließlich verschiedener Streckenvorbereitungen/ Bauten dazwischen.
    Man sollte beim Ausbau der NVT auch beachten,das an zahlreichen Stationen Kreuzungen mit der U- Bahn geplant/angedacht sind bzw. waren, so z.B. in Malchow,hohenschönhausen,bürknersfelde, Marzahn,springpfuhl,biesdorf-Süd,grünbergallee/schönefeld.viele Fahrgäste werden endlich nicht mehr erst in die Stadt reinfahren müssen(ostkreuz),sondern können schon viel früher die fahrtrichtung ändern, vor allem, wenn sie nach Norden oder Süden wollen.
    In dieser Richtung werden auch moderne Metro- Netze entwickelt.(siehe verschiedene ausländische Städte).
    Auf solchen tangenten(oder Teilungen) können in der Regel auch größere Geschwindigkeiten gefahren werden als auf den radialen in die Stadt hinein.(80-120kmh, statt 50-80kmh), ein deutlicher Vorteil der S oder R- Bahn gegenüber dem Auto !!

  6. BI-Wuhlheide 12. August 2026 at 13:14 - Reply

    Sehr geehrter Herr Kirschner,

    die hier unter diesem Namen veröffentlichten Kommentare sind keine Einzelmeinung. Sie stehen für die Menschen, die sich in und rund um die BI-Wuhlheide für eine sozial- und umweltverträgliche Verkehrspolitik engagieren. Das schließt automatisch auch die Interessen der Menschen in Biesdorf Süd ein. Ob Sie sich durch uns vertreten fühlen, oder doch lieber anderen Meinungen folgen, dürfen Sie als mündische Bürgerinnen und Bürger gern selbst entscheiden.

    Bitte übersehen Sie auch nicht, dass sich die TVO bereits im Planfeststellungsverfahren befindet! Insofern bleibt uns aktuell nur der Weg der Totalablehnung der aktuellen Pläne zur TVO als reinen Akt der Selbstverteidigung. … Wir sind also erkennbar gar nicht so ideologisch wie man uns gerne zuschreibt.

    Stand ist: … Mit einer planfestgestellten TVO wird es keine NVT oder irgendwelche anderen Alternativen geben – über die wir ja gern auch mit ihnen diskutieren würden. Aber Selbstgespräche sind auf Dauer nicht so effektiv. Für einen anderen Umgang müssten aber nicht wir, sondern die politischen Mehrheitsbeschaffer für die TVO ( CDU und die dazu schweigende SPD ) sich gesprächsbereit zeigen. An uns scheitert das nicht! … Wir sind auch nicht diejenigen die die ausgestreckte Hand in Richtung der Menschen in Biesdorf Süd dankend ausschlagen. Wir haben uns mehrfach angeboten gemeinsam nach Lösungen für beiderseitig berechtigte Anliegen zu suchen.

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