Auf dem Gewerbegelände am Sachsendamm in Tempelhof-Schöneberg verändert sich der Nutzungsmix weiter. Neben großen Möbel- und Baumärkten entstehen dort zunehmend Gastronomie- und Dienstleistungsangebote. Dabei bleibt die industrielle Vergangenheit des Ortes im Stadtbild weiterhin sichtbar.

Wellnest Tempelhof

Auf dem Gelände des Reichsbahnausbesserungswerk Berlin-Tempelhof verbinden sich Neubauten und historische Industriearchitektur, sodass modernes Gewerbe und denkmalgeschützte Bausubstanz nebeneinander bestehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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Viele verbinden das Gewerbegelände an der Tempelhofer Bahntrasse vor allem mit den Filialen von IKEA und Bauhaus, die das Areal seit Jahren prägen. Doch neben den bekannten Einzelhandelsangeboten verändert sich die Nutzung des Standorts schrittweise. Auf der Fläche eines ehemaligen Polstermöbelladens entsteht derzeit ein neuer Betrieb von Wellnest. Das Unternehmen bietet Spa- und Wellnessanwendungen an und erweitert damit das bisherige Angebot am Standort. Die Bauarbeiten sind bereits in vollem Gang, und nach Unternehmensangaben soll die Eröffnung – gemeinsam mit einer weiteren Filiale im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen – noch in diesem Jahr erfolgen.

In direkter Nachbarschaft hat mit der L’Osteria – Lokschuppen Tempelhof inzwischen ein Restaurant eröffnet und ersetzt ein ursprünglich vorgesehenes Möbelkonzept. Geplant war an dieser Stelle zunächst ein Ableger der Möbelkette Maisons du Monde, das Vorhaben wurde jedoch offenbar wieder aufgegeben. Insgesamt entwickelt sich das Areal damit zunehmend zu einem gemischt genutzten Standort, an dem Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistungsangebote nebeneinander bestehen.

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Reichsbahnausbesserungswerk Berlin-Tempelhof: Historisches Areal am Sachsendamm

Das Gelände des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk Berlin-Tempelhof gehört zu einem größeren Ensemble historisch bedeutsamer Industriearchitektur. Die Backsteinhallen wurden im späten 19. Jahrhundert nach Entwürfen des Architekten Franz Heinrich Schwechten errichtet, der unter anderem auch die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und den Anhalter Bahnhof gestaltete.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde das Gelände von der Deutsche Bahn nicht mehr für den Bahnbetrieb benötigt. Auf dem südöstlichen Ausläufer des Gleisdreiecks entwickelte sich das Areal anschließend zu einem Gewerbestandort, auf dem sich heute Baumärkte, Möbelhäuser und weitere Nutzungen angesiedelt haben.

Zwischen Möbelhaus und Gastronomie: Denkmalgeschützte Industriearchitektur bleibt sichtbar

Ein Teil der ursprünglichen Werkstatt- und Nebenanlagen wurde im Zuge dieser Entwicklung zwar abgebrochen, wesentliche Elemente sind jedoch erhalten geblieben. In den Hallen finden sich noch einzelne Stahlfachwerkbinder, Kranbahnen und historische Fassadenteile.

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Auch Gleisreste, ein Mahnmal für im Zweiten Weltkrieg gefallene Reichsbahner sowie im Boden markierte Strukturen erinnern an die ehemalige Funktion als Ausbesserungswerk für Lokomotiven und Wagen.

Quellen: Landesdenkmalamt Berlin, Wellnest, L’Osteria, Der Tagesspiegel, Wikipedia, NHP Architekten

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One Comment

  1. BenzCruiser 4. März 2026 at 06:53 - Reply

    Trotz der sehr zentralen Lage nicht so einfach per ÖPNV zu erreichen, besonders wenn man schlecht zu Fuß ist – das ist schade. Eher ein Einkaufsort auf der (nicht ganz so grünen) Wiese für Menschen mit Auto.

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