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Der „CleanTech Business Park“ in Marzahn gilt als eines der zentralen Industrieprojekte der Hauptstadt für nachhaltige Technologien. Eine aktuelle Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus zeigt nun, wie der Senat den Stand der Entwicklung einschätzt und warum trotz jahrelanger Vorbereitung bislang kein Unternehmen angesiedelt wurde. Die Antworten geben Einblick in Interessen, Hemmnisse und Erwartungen für die kommenden Jahre.

Visualisierung vom "Clean Tech Business Park" in Marzahn

Seit Ende 2024 entwickeln Fachbehörden, das Bezirksamt und die WISTA Management GmbH in einem agilen Planungsprozess gemeinsam Maßnahmen, die Artenschutz und wirtschaftliche Entwicklung vereinen sollen. / © Bild: CleanTech Marzahn

© Foto: CleanTech Marzahn
© Foto Titelbild: WISTA Management | Helicolor-Luftbild Berlin

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Der „CleanTech Business Park“ im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist als größtes zusammenhängendes Industrieareal der Stadt konzipiert. Auf rund 90 Hektar sollen vor allem produzierende Unternehmen aus den Bereichen erneuerbare Energien, Energiespeicherung, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Mobilität angesiedelt werden. Das Areal ist Teil des übergeordneten Zukunftsorts „CleanTech Marzahn“, der insgesamt etwa 300 Hektar umfasst.

Seit mehreren Jahren wird der Standort als Schlüsselfläche für eine moderne, ressourcenschonende Industrieentwicklung beworben. Gleichzeitig steht das Projekt sinnbildlich für die Herausforderungen großer Gewerbegebiete in Berlin, in denen ökologische Anforderungen, Genehmigungsverfahren und wirtschaftliche Erwartungen aufeinandertreffen.

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„CleanTech Business Park Marzahn“: 16 Unternehmen zeigen 2025 Interesse an einer Ansiedlung

Mit einer Schriftlichen Anfrage hat der Abgeordnete Kristian Ronneburg (Die Linke) den Senat nach dem aktuellen Stand der Entwicklung gefragt. In der Antwort der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe wird deutlich, dass es trotz zurückhaltender Vermarktung weiterhin Interesse am Standort gibt.

Demnach haben im Jahr 2025 insgesamt 16 Unternehmen gegenüber der WISTA Management GmbH Interesse an einer Ansiedlung bekundet. Mit sechs dieser Unternehmen wurden konkrete Gespräche geführt. Namen nennt der Senat aus Gründen der Vertraulichkeit nicht.

Artenschutz bremst Vermarktung: Senat sieht ab 2026 neue Chancen für Ansiedlungen

Aktive Akquisitionsmaßnahmen durch Senat, Bezirk oder Wirtschaftsförderung fanden 2025 nicht statt. Die Verantwortung für Vermarktung und Ansiedlungsmanagement liegt vollständig bei der WISTA. Als zentraler Grund für die Zurückhaltung werden artenschutzrechtliche Herausforderungen genannt, die die Entwicklung des Geländes über Jahre gebremst haben.

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Inzwischen bewertet der Senat die Lage jedoch vorsichtig positiv. In den vergangenen Monaten seien gemeinsam mit dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf und der WISTA wesentliche Grundlagen geschaffen worden, um ab 2026 wieder Ansiedlungen zu ermöglichen. Eine neue Vereinbarung definiere die artenschutzrechtlichen Rahmenbedingungen und solle künftig mehr Planungssicherheit bieten.

Zukunft für „CleanTech Park“ ungewiss: Nach Insolvenz des Ankermieters HH2E

Konkret angesprochen wird auch das Unternehmen HH2E, das zeitweise als möglicher Ankermieter gehandelt wurde. Über dessen Vermögen wurde Anfang 2025 ein Insolvenzverfahren eröffnet. Die WISTA habe den Insolvenzverwalter kontaktiert, um den Status der Absichtserklärung zu klären. Eine Rückmeldung stehe bislang aus.

Damit bleibt offen, ob und in welcher Form einzelne bekannte Interessenten tatsächlich Teil der Entwicklung werden. Der Senat vermeidet hierzu konkrete Prognosen.

„CleanTech Business Park Marzahn“: Senat setzt ab 2026 auf neue Vermarktungsdynamik

Für die kommenden Jahre rechnet der Senat damit, dass Vermarktung und Ansiedlungen wieder stärker in den Fokus rücken. Voraussetzung dafür seien die nun geschaffenen Grundlagen sowie eine Stabilisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage. Art und Umfang künftiger Ansiedlungen sollen sich am Profil des „CleanTech Business Parks“ und an den Förderbedingungen der GRW-Mittel orientieren.

Der „CleanTech Business Park Marzahn“ bleibt damit ein langfristiges Projekt. Ob es gelingt, den industriepolitischen Anspruch mit ökologischen Vorgaben und realen Unternehmensansiedlungen zu verbinden, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, CleanTech Marzahn, WISTA, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe

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