Hamburg treibt den Ausbau seiner Bildungsinfrastruktur weiter voran. Für die geplante Campusschule im Stadtteil Schnelsen ist nun ein entscheidender Schritt erfolgt: Ein Totalunternehmer wurde beauftragt, der den Schulneubau bis zum Schuljahr 2028/29 realisieren soll. Die Anlage soll künftig Stadtteilschule, Gymnasium und Quartierstreffpunkt zugleich sein.

Schnelsen Schulcampus Karte

In Schnelsen entsteht ein neuer Schulcampus mit einer vierzügigen Stadtteilschule und einem dreizügigen Gymnasium auf rund 2,7 Hektar an der Holsteiner Chaussee. Der Standort liegt zwischen Ellerbeker Weg und Holsteiner Chaussee und wird durch neue Rad- und Fußwege eng ins Quartier eingebunden. / © Bezirksamt Eimsbüttel auf Kartengrundlage ALKIS, Oktober 2020, Herausgeber: Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung.

© Titelbild: SBH Schulbau Hamburg / RENNER HAINKE WIRTH ZIRN Architekten / Visualisierung: SHIFT Images

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Hamburg treibt die Planungen für eine neue Campusschule im Bezirk Eimsbüttel weiter voran. Für das Projekt an der Holsteiner Chaussee 345 wurde nach einem europaweiten Verfahren nun das Hamburger Bauunternehmen Otto Wulff als Totalunternehmer beauftragt. Das Unternehmen wird die Planung im Auftrag von SBH | Schulbau Hamburg weiter ausarbeiten und den Neubau schlüsselfertig realisieren.

Mit der Vergabe erreicht das Projekt einen wichtigen Meilenstein. Der Baubeginn ist derzeit für 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme zum Schuljahr 2028/29. Rund 81 Millionen Euro will die Stadt in den neuen Bildungsstandort investieren, der auf steigende Schülerzahlen im Hamburger Norden reagieren soll.

Schnelsen: Zwei Schulformen auf einem gemeinsamen Campus

Geplant ist ein Schulcampus mit einer vierzügigen Stadtteilschule und einem dreizügigen Gymnasium. Das rund 2,7 Hektar große Grundstück zwischen Ellerbeker Weg und Holsteiner Chaussee bietet Platz für umfangreiche Gebäude- und Freiflächen. Insgesamt entstehen etwa 15.000 Quadratmeter Mietfläche, darunter Unterrichtsbereiche, Fachräume und Sportanlagen.

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Zum Campus gehören unter anderem eine Dreifeld-Sporthalle, eine Gymnastikhalle, eine Freilufthalle sowie mehrere Außensportanlagen mit Laufbahn, Laufstrecke und Weitsprunganlage. Ergänzend entstehen Mehrzweckfelder für den Schul- und Vereinssport. Eine Klapptribüne für knapp 200 Personen soll künftig auch kleinere Wettkämpfe ermöglichen.

Neuer Schulcampus für Eimsbüttel setzt auf offene Lernräume und flexible Architektur

Pädagogisch setzt das Konzept auf offene Lernlandschaften und multifunktionale Fachräume. Die Architektur soll projektorientiertes und selbstständiges Lernen unterstützen und zugleich gemeinschaftliche Bereiche für die Schulgemeinschaft schaffen. Ergänzend sind Werk- und Fachräume für Bereiche wie Textil, Holz, Metall und digitale Medien vorgesehen.

Der Campus wird als modularer Systembau entwickelt. Ziel ist eine Bauweise, die sich bei Bedarf auf andere Schulstandorte übertragen lässt. Damit soll langfristig eine flexible und wirtschaftliche Grundlage für weitere Schulneubauten entstehen.

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Zwischen Ellerbeker Weg und Holsteiner Chaussee: Nachhaltige Bauweise und Einbindung ins Quartier

Visualisierung Schulcampus Schnelsen

© SBH Schulbau Hamburg / RENNER HAINKE WIRTH ZIRN Architekten / Visualisierung: SHIFT Images

Auch ökologische Aspekte spielen bei der Planung eine zentrale Rolle. Vorgesehen sind unter anderem Photovoltaikanlagen, extensive Dachbegrünungen sowie Maßnahmen zur Regenwasserrückhaltung. Der Neubau soll den energetischen Standard eines klimafreundlichen Gebäudes erreichen und perspektivisch eine Nachhaltigkeitszertifizierung erhalten.

Die Freianlagen werden barrierefrei gestaltet und sollen von Sportflächen über naturnahe Bereiche bis zu Rückzugsorten unterschiedliche Nutzungen ermöglichen. Neue Rad- und Fußwege sollen den Campus zudem stärker mit dem umliegenden Quartier verknüpfen.

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Schulstart in Schnelsen voraussichtlich zum Schuljahr 2028/2029

Der jetzigen Beauftragung gingen mehrere Planungsschritte voraus. In einer sogenannten „Phase Null“ wurden Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Sportvereinen und Behörden in die Entwicklung des Raum- und Nutzungskonzepts eingebunden.

Auch eine städtebauliche Mehrfachbeauftragung wurde durchgeführt. Dabei setzte sich ein Entwurf des Büros RENNER HAINKE WIRTH ZIRN Architekten gemeinsam mit Lichtenstein Landschaftsarchitektur & Stadtplanung durch. Der Entwurf berücksichtigt unter anderem den vorhandenen Baumbestand und positioniert die Gebäude so, dass sie gegenüber der Nachbarschaft eine lärmschützende Wirkung entfalten.

Mit der nun erfolgten Vergabe an den Totalunternehmer beginnt die nächste Phase des Projekts. Nach Abschluss der weiteren Planungen soll der Schulcampus in Schnelsen Ende des Jahrzehnts den Betrieb aufnehmen und zusätzliche Kapazitäten für den wachsenden Bildungsbedarf im Hamburger Norden schaffen.

Quellen: Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung Hamburg, Finanzbehörde, Bildungsbau Hamburg, Competitionline

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