Die Zusammenlegung des historischen Stadtbads Charlottenburg mit der benachbarten „Neuen Halle“ ist schon lange im Gespräch. Nun bekräftigt der Senat: Die BBB verfolgen die Pläne weiter. Beide Hallen sollen saniert und künftig gemeinsam betrieben werden.

Das historische Stadtbad Charlottenburg und die direkt angrenzende „Neue Halle“ liegen auf demselben Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander. Im Zuge der Sanierung sollen sie baulich sowie funktional zu einem gemeinsamen Hallenbadkomplex mit zentralem Zugang zusammengeführt werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Andreas Praefcke, CC BY 3.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Dirk Ingo Franke, CC BY 3.0
Die Idee ist nicht neu, doch länger war unklar, ob sie tatsächlich umgesetzt wird: Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) wollen das über 120 Jahre alte Stadtbad Charlottenburg mit der benachbarten „Neuen Halle“ zusammenführen und beide Gebäude umfassend sanieren. Zwischenzeitlich schien das Vorhaben angesichts offener Finanzierungs- und Planungsfragen ins Stocken geraten zu sein. Nun geht aus einer aktuellen Antwort des Senats auf eine parlamentarische Anfrage hervor, dass die Pläne weiterhin verfolgt werden.
Kern des Projekts ist die bauliche und funktionale Zusammenlegung der beiden bislang getrennten Hallen zu einem gemeinsamen Hallenbadstandort. Damit würde eines der traditionsreichsten Schwimmbäder Berlins strukturell neu organisiert.
Stadtbad Charlottenburg: Gemeinsamer Eingang, neue Erschließung geplant
Nach Angaben der Senatsverwaltung planen die BBB einen gemeinsamen, barrierefreien Haupteingang sowie zentralisierte Umkleide- und Erschließungsbereiche. Beide Hallen sollen künftig betrieblich als Einheit funktionieren. Während das historische Stadtbad denkmalpflegerisch sensibel behandelt werden muss, stehen in der „Neuen Halle“ grundlegende bauliche Maßnahmen an.
Dort waren bereits vor einigen Jahren erhebliche statische und konstruktive Mängel festgestellt worden, die eine reguläre Nutzung unmöglich machten. Eine bloße Instandsetzung im laufenden Betrieb gilt als nicht realistisch. Die Sanierung soll daher umfassend erfolgen.
Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe – Kein Wohnungsbau über Charlottenburger Schwimmhalle
Für das Gesamtprojekt sind nach derzeitiger Planung Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe vorgesehen. Konkrete Bauzeiten nennt der Senat noch nicht; Voraussetzung ist unter anderem die haushaltsrechtliche Absicherung. Erst danach können verbindliche Zeitpläne kommuniziert werden.
Klarheit gibt es hingegen bei einem anderen Punkt: Die zwischenzeitlich diskutierte Idee, auf dem Gelände ergänzend Wohnungsbau zu ermöglichen, wird nach Angaben des Senats nicht weiterverfolgt. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen ließen eine solche Entwicklung derzeit nicht zu.
Während der Bauphase sollen Schulen, Vereine und weitere Nutzer eingebunden werden. Ziel sei es, unvermeidbare Schließzeiten möglichst mit regulären Wartungsintervallen abzugleichen oder alternative Wasserflächen bereitzustellen. Die Abstimmungen sollen im Rahmen der üblichen Beteiligungsverfahren erfolgen.
Teil einer größeren Sanierungsstrategie: Berliner Bäder wollen auf strukturelle Lösung setzen
Das Vorhaben in Charlottenburg steht exemplarisch für die Herausforderungen der Berliner Bäderlandschaft insgesamt. Viele Anlagen stammen aus dem frühen oder mittleren 20. Jahrhundert und weisen erheblichen Modernisierungsbedarf auf, sowohl technisch als auch energetisch.
Mit der geplanten Zusammenlegung von Stadtbad und „Neuer Halle“ setzen die BBB auf eine strukturelle Lösung, die den Standort langfristig sichern soll. Ob und wann die Bauarbeiten beginnen, hängt nun maßgeblich von der weiteren Haushaltsplanung und der Konkretisierung der Bauabläufe ab.
Neue Halle
Alte Halle
Quellen: Schriftliche Anfrage Drucksache 19 / 25 151, Abgeordnetenhaus Berlin, Berliner Morgenpost, Berliner Bäder Betriebe
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