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Frankfurt geht beim Umgang mit den Folgen des Klimawandels neue Wege: Mit der „Blau-Grünen Infrastruktur“ an der Taunusanlage startet ein Modellprojekt, das auf die intelligente Nutzung von Regen- und Drainagewasser setzt. Ziel ist es, zentrale Grünflächen klimaresilient zu gestalten und damit den Trinkwasserverbrauch deutlich zu reduzieren.
Ein Foto der benachbarten Gallusanlage in Frankfurt

Frankfurts Wallanlagen fallen im Bankenviertel besonders auf: Die Grünflächen grenzen an zahlreiche Hochhäuser und bieten somit etwas „grüne Erholung“ in der Innenstadt. Ein Modellprojekt für eine nachhaltigere Taunusanlage könnte auch der Startschuss für eine Transformation in der angrenzenden Gallusanlage sein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Frankfurt geht neue Wege beim Umgang mit Wasser: Mit dem Modellprojekt „Blau-Grüne Infrastruktur Taunusanlage“ soll künftig Regen- und Drainagewasser für die Bewässerung innerstädtischer Grünflächen genutzt werden. Die Stadt erhält dafür eine Förderung von rund 688.000 Euro aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“.

Ziel des Projekts ist es, die zentrale Grünfläche im Bereich der Wallanlagen klimaresilient zu machen und dabei auf wertvolles Trinkwasser weitgehend zu verzichten. Möglich wird das durch ein innovatives System, das Wasser aus bisher ungenutzten Quellen sammelt, aufbereitet und anschließend gezielt für die Bewässerung einsetzt.

Taunusanlage, Frankfurt: Zukünftig soll hier mit Regenwasser gegossen werden

Die Idee: Regenwasser, das von Dach- und Fassadenflächen eines neu entstehenden Hochhauses abläuft, wird künftig nicht mehr in die Kanalisation geleitet, sondern aufgefangen. Auch Drainagewasser aus einem benachbarten unterirdischen Umspannwerk fließt in das System ein.

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Beide Wasserquellen gelangen in ein neues, kompaktes Wasserwerk, das das gesammelte Wasser so aufbereitet, dass es problemlos für die Grünpflege nutzbar ist. Dabei wird insbesondere die Salzkonzentration reduziert, damit empfindliche Pflanzen nicht beschädigt werden. Rund 12.900 Kubikmeter Wasser sollen so jährlich bereitgestellt werden.

Forschungsprojekt als Grundlage: „INTERESS_I“ liefert Impulse für den Wandel in der Taunusanlage

Entwickelt wurde das Konzept im Rahmen des Forschungsprojekts „INTERESS_I“, das sich mit alternativen Wasserquellen für Städte befasst. Die Taunusanlage dient nun als Pilotstandort, an dem diese Ansätze erstmals konkret umgesetzt werden, und zwar mitten im Herzen der Stadt.

Mit dem neuen System reagiert Frankfurt auf die zunehmend spürbaren Folgen des Klimawandels: längere Trockenphasen, Hitzeperioden und ein angespannter Wasserhaushalt stellen vor allem innerstädtische Grünanlagen vor große Herausforderungen. Das Projekt will hier eine nachhaltige Lösung bieten, die künftig auch an anderen Orten eingesetzt werden könnte.

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Eine klimaresiliente Taunusanlage: Breite Kooperation für ein städtisches Vorzeigeprojekt

Neben dem städtischen Grünflächenamt sind mehrere starke Partner beteiligt, darunter die Hessische Landesbank, die Stadtentwässerung, die NRM Netzdienste Rhein-Main und der Energieversorger Mainova. Gemeinsam wollen sie ein System etablieren, das nicht nur Ressourcen schont, sondern auch die Kanalisation entlastet.

Auch die Stadtpolitik zeigt sich überzeugt: Tina Zapf-Rodríguez, Frankfurts Umweltdezernentin, sieht in dem Projekt einen zukunftsweisenden Schritt für eine wassersensible Stadtentwicklung. Der Parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol lobte das Frankfurter Modell bei der offiziellen Übergabe des Förderbescheids als „wegweisendes Beispiel“ für nachhaltiges Wassermanagement im urbanen Raum.

Quellen: Stadt Frankfurt, Institut für sozial-ökologische Forschung

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