Der Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz gehört zu den markanten Freiräumen im Zentrum Berlins. Intensive Nutzung, Erosion und steigende Temperaturen setzen der Anlage jedoch zunehmend zu. Ein Ideenwettbewerb sucht deshalb Konzepte für eine klimaangepasste Weiterentwicklung.

Der Tilla-Durieux-Park am Potsdamer Platz steht im Mittelpunkt des Peter-Joseph-Lenné-Preises 2026. Der internationale Ideenwettbewerb sucht Konzepte, die den stark genutzten innerstädtischen Freiraum klimaangepasst weiterentwickeln und neue Nutzungsqualitäten schaffen sollen. / © Foto: Wikimedia Commons, Klimper
© Titelbild: Wikimedia Commons, Raimond Spekking
Nicht weit vom Filmhaus am Potsdamer Platz entfernt liegt der Tilla-Durieux-Park. Die Grünanlage befindet sich zwischen der Gabriele-Tergit-Promenade und der Linkstraße und bildet einen wichtigen Freiraum im dicht bebauten Umfeld des Potsdamer Platzes.
Die Anlage verläuft als rund 50 Meter breites Band vom Potsdamer Platz nach Süden bis zum Landwehrkanal. Insgesamt misst der Park etwa 485 Meter in der Länge und umfasst eine Fläche von rund 25.000 Quadratmetern. Inzwischen dient die Grünfläche vielen Menschen als Aufenthalts- und Erholungsort. Gleichzeitig zeigen sich zunehmend Belastungen durch intensive Nutzung, Erosion der Rasenflächen sowie steigende Temperaturen.
Gestaltung des Tilla-Durieux-Parks nach 1990: Berlins Geschichte als Inspiration des aktuellen Parks

Der Tilla-Durieux-Park erstreckt sich als rund 50 Meter breites Grünband zwischen Potsdamer Platz und Landwehrkanal. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Der Potsdamer Platz steht wie kaum ein anderer Ort für den Wandel der Stadt. Früher prägte ein lebendiges Vergnügungsviertel das Gebiet. Während der Teilung Berlins lag hier der Grenzstreifen der Berliner Mauer. Erst nach 1990 entwickelte sich das Areal zu einem neuen Quartier.
Im Zuge dieser städtebaulichen Entwicklung entstand auch der Tilla-Durieux-Park. Die Anlage wurde am 21. Juni 2003 eröffnet und kostete rund 2,25 Millionen Euro. Gestalterisch folgt der Park einer minimalistischen Idee. Zwei schräg ansteigende Rasenflächen drehen sich gewissermaßen um ihre eigene Achse. Nach dem Konzept von DS Landschaptsarchitecten „rollt“ der Park von Osten nach Westen und greift damit die bewegte Geschichte des Ortes auf.
Ideen für den belasteten Stadtpark gesucht: Wettbewerb zur Weiterentwicklung des Tilla-Durieux-Parks

Die rund 25.000 Quadratmeter große Grünanlage wurde 2003 eröffnet und gehört zu den zentralen Freiräumen am Potsdamer Platz. Das Umfeld des Parks wird durch dicht bebauten Büro- und Wohngebäuden geprägt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Vor dem Hintergrund der aktuellen Belastungen steht der Park nun im Mittelpunkt eines Ideenwettbewerbs. Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat dazu eine Aufgabe im Rahmen des „Peter-Joseph-Lenné-Preises 2026“ präsentiert. Grün Berlin betreut den Wettbewerb erneut als Geschäftsstelle.
Der seit 1965 ausgelobte Wettbewerb gilt als einer der größten seiner Art weltweit. Im Jahr 2026 umfasst er drei Aufgaben, darunter die Weiterentwicklung des Tilla-Durieux-Parks. Unter dem Motto „Park als Impuls: Stadtraum neu definieren“ sollen Konzepte entstehen, die den ursprünglichen Gestaltungsgedanken aufnehmen und den Park zugleich klimaangepasst sowie nutzungsvielfältig weiterentwickeln. Die Beiträge für den Wettbewerb können bis zum 26. Juni 2026 eingereicht werden.
Quellen: Grün Berlin, competitionline Verlag, visitBerlin
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
8 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Es ist wirklich eine schockierende Vorstellung, dass dieser „Park“ mit dem Charme eines Autobahn-Mittelstreifens jemals in der bisherigen Form entworfen und genehmigt werden konnte. Baumlos, extrem zugig, ohne irgendeine Aufenthaltsqualität, die Mängel der Umgebungsarchitektur noch steigernd… Da wird wirklich keine „Geschichte des Ortes“ aufgerollt…
“ Nicht weit vom Filmhaus am Potsdamer Platz entfernt liegt der Tilla-Durieux-Park.”
Das Filmhaus am Potsdamer Platz ist übrigens Geschichte!
Die deutsche Kinemathek, das Arsenal Kino und auch die dffb sind alle längst ausgezogen.
Hoffentlich kommt dabei ein einladender Park zustande. Ich finde diese aktuelle Gestaltung ist wahrscheinlich schlimmer als der Potsdammer Platz selbst, der ja praktisch kein Platz, sondern eine große Kreuzung mit übergroßen grauen Bürgersteigen ist.
Ich kenne die baulichen Möglichkeiten dort nicht, aber wenn man den Park zu einem grünen Band mit Spielplatz, Parkbänken, Pflanzen, die sowohl den Klimawandel aushalten als auch die lokale Biodiversität unterstützen, könnte das ganz gut werden. Ich meine alles ist besser als diese sterile Gestaltung, die den „Park“ eher wie eine sinnlose unnutzbare Wiese wirken lässt. Wobei natürlich die Frage ist, ob am Potsdamer Platz überhaupt die Menschen unterwegs sind, die einen Park nutzen wollen. Das ist ja weitgehend ein Areal, wo durchschnittliche Leute nicht wohnen oder regelmäßig unterwegs sind. Abgesehen vom Umstieg im ÖPNV.
Jede Grünfläche ist schon mal gut: gleicht Temperatur aus, atmet, kann von jedem genutzt werden und wird auch genutzt.
Das Verständnis für Freiflächen und deren Schönheit hat sich einfach verändert. In den 60er hängte man sich Bilder von begradigten Flussläufen an die Wand und fand die schön. Heute sieht das für uns schrecklich aus.
Die Umgestaltung ist damit eine gute Möglichkeit den Park an die heutigen Anforderungen anzupassen. Nicht nur ästhetisch, sondern auch bezüglich Nutzen, z.B. Naherholung, Temperaturregulierung, Luftreinhaltung, Versickerungsfläche (Schwammstadt) und vieles mehr.
Die gewölbte Ausgestaltung ist der Nutzung definitiv abträglich. Eine ebenere Gestaltung ist ansprechender und barrierefreier.
Eine Ausgestaltung mit Bäumen, die Schatten spenden und Bänken für die Mittagspause (viele Büros im Umfeld) und evt. einem Wasserspiel zu den Bäumen hinzu zur Temperaturregulierung im Sommer im Ausgleich zur großen versiegelten Fläche wäre daher wünschenswert.
Der bisherigen „Gestaltung“ dieser „Anlage“ lag überhaupt keine gestalterische Idee zu Grunde, sondern allein die Idee der niederländischen Landschaftsarchitekten, öffentliche Gelder abzuzocken. Der erste Poster hier hatte ja bereits treffend diese Skandalanlage mit einem Autobahnmittelstreifen verglichen. Es wird Zeit, dass man die zuständigen Entscheidungsgremien für den Mist, den sie entscheiden, haften lässt.
Dabei ist der Park auch technisch ein Debakel. Die schrägen Rasenflächen rutschen regelmäßig ab (hätte man technisch ohne Weiteres lösen können, nur die Landschaftsarchitekten waren damit leider überfordert). Niemand nutzt den Park, selbst die albernen überdimensionierten Wippen werden nicht genutzt.
Es braucht auch eine bessere Verknüpfung mit dem Gleisdreickpark. Aktuell sind beide Grünflächen (wenn man den Tilla Durioux Park so nennen kann) durch umständliche Umwege und mehrere Straßenüberquerungen voneinander isoliert. Eine direkte Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer über Kanal und Bundesstraße würde helfen, den Potsdamer Platz und seine Umgebung ein Stück mehr aus seiner Insellage zu holen und mit den belebten Kiezen Kreuzbergs und Schönebergs zu verbinden. Denn während die Menschen der umliegenden Wohngebiete zum Flanieren massenhaft in den Gleisi strömen, endet jeder Spaziergang in nördliche Richtung spätestens am Schöneberger Ufer. Wenn man die Gegend um den Potsdamer Platz wirklich beleben will, braucht es auch attraktive Wegeverbindungen. Und natürlich die dringende Ungestaltung des jetzigen „Parks“.
Das stimmt, JS, das denke ich auch schon
seit Jahren… zwischen GleisdreieckPark und
TillaPark muss es zwingend eine schöne Brücke für Radfahrer und Fussgänger über den Landwehrkanal (und der stark befahrenen B 96) geben. Das ist so naheliegend, dass es einfach nur ärgerlich ist, dass so eine Brücke nicht schon vor Jahren -gleich mit Eröffnung des Gleisdreieckparks- gebaut wurde…
Hoffentlich wird dieses Versäumnis mit der Neugestaltung des unbrauchbaren und hässlichen TillaParks endlich nachgeholt! Das wäre schön – für alle Radfahrer und Fussgänger…
Im Grunde muss man den Tilla-Durieux-Park als Verlängerung des Gleisdreieckparks (West) betrachten – getrennt nur durch den Landwehrkanal und die entsprechenden Uferstrassen. Deshalb drängt sich eine unkomplizierte Brückenverbindung zwischen beiden Parkteilen für Fussgänger und Fahrradfahrer naheliegenderweise auf. Diese kann bzw sollte schön und elegant gestaltet werden…
Abgesehen davon bin ich wirklich froh, dass der Tilla-D-Park endlich neu gestaltet wird. Seit seiner Eröffnung warte ich schon darauf…
Damit die Gestaltung diesmal gelingt, siehe meine allg. Hinweise zur Parkgestaltung unter dem Artikel zur “ Neugestaltung des Weddingplatzes “ – hier auf Entwicklungsstadt (5. Sep 2025).