Der Streit um die Zukunft der Trabrennbahn Karlshorst spitzt sich zu. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Stadträtin Camilla Schuler bringt neue Bewegung in die Debatte um Bebauung, Bürgerbeteiligung und die „Domäne Karlshorst“.

Trabrennbahn Karlshorst

© Titelbild: Wikimedia Commons, A.Savin, LAL-1.2

Der Streit um die Zukunft der Trabrennbahn Karlshorst erreicht eine neue Stufe. Der Karlshorst e.V. hat eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bezirksstadträtin Camilla Schuler eingereicht. Hintergrund ist die Frage, ob die 37 Hektar große Anlage an der Treskowallee teilweise bebaut oder als öffentlich gesicherter Freiraum weiterentwickelt werden soll.

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  • Bezirk: Lichtenberg
  • Adresse: Treskowallee 159, 10318 Berlin
  • Fläche: rund 37 Hektar
  • Eröffnung: 1884
  • Verfahren: Bebauungsplan 11-178
  • Geplante Nutzung: Randbebauung mit Wohnungen, Gewerbe und ergänzenden Sportangeboten

Die Trabrennbahn Karlshorst steht seit Jahren unter wirtschaftlichem Druck. Pferderennen finden weiter statt, reichen aber nicht mehr aus, um den Standort dauerhaft zu tragen. Deshalb verfolgen Eigentümer und Bezirk seit 2021 ein städtebauliches Konzept. Es sieht vor, Randbereiche des Geländes zu bebauen. Im Gespräch sind etwa 500 Wohnungen sowie Gewerbeflächen im Westen und Norden der Anlage.

Die Haupttribüne der Trabrennbahn Karlshorst in Berlin-Lichtenberg steht an der Rennstrecke und ist ein zentraler Bestandteil der Debatte über die Zukunft der Trabrennbahn Karlshorst und die geplante Bebauung des Geländes.

Die Haupttribüne der Trabrennbahn Karlshorst gehört zu den markantesten Bauwerken des historischen Areals. Die Zukunft des Standorts steht derzeit im Mittelpunkt eines politischen Streits um Wohnungsbau, Freiraumschutz und die „Domäne Karlshorst“. / © Foto: Wikimedia Commons, A.Savin, LAL-1.2

Streit um Zukunft der Trabrennbahn Karlshorst

Der formale Rahmen dafür ist der Bebauungsplan 11-178. Das Bezirksamt Lichtenberg beschloss die Aufstellung Ende 2021. Ziel ist, die Trabrennbahn zu sichern und zugleich neue Nutzungen zu ermöglichen. Der Betreiber, der Pferdesportpark Berlin-Karlshorst e.V., sieht im Verfahren eine Grundlage für Investitionen. Genannt wurden unter anderem eine Reithalle, eine Boulderhalle, Tennisplätze und ein Sportplatz.

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Der Karlshorst e.V. lehnt diese Richtung ab. Der Verein schlägt mit der „Domäne Karlshorst“ ein anderes Modell vor. Das Konzept entstand mit Studierenden der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin. Es orientiert sich an der Domäne Dahlem. Die Trabrennbahn soll demnach zurückgekauft, öffentlich gesichert und als Mischung aus Pferdesport, Stadtnatur, Bildung, Kultur, ökologischer Landwirtschaft und sozialen Angeboten entwickelt werden.

„Domäne Karlshorst“ als Gegenmodell zur Randbebauung

Götz Frommer, Vorsitzender des Karlshorst e.V., hält eine Finanzierung über eine gemeinnützige Stiftung für möglich. Der Bezirk und mehrere Fraktionen sehen das skeptisch. Aus der Bezirksverordnetenversammlung kommt der Einwand, das Modell sei nicht ausreichend finanziell unterlegt. Zudem gilt das laufende Bebauungsplanverfahren vielen Beteiligten als realistischster Weg, um den Pferdesportstandort zu erhalten.

Nun verschärft eine Dienstaufsichtsbeschwerde den Konflikt. Frommer wirft Stadträtin Camilla Schuler vor, zugesagte Bürgerbeteiligung nicht umgesetzt zu haben. Dabei verweist er auf einen BVV-Beschluss, der einen Runden Tisch zur Trabrennbahn vorsah. Schuler äußerte sich laut Berliner Morgenpost wegen der Beschwerde nicht inhaltlich. Ihr Büro bereitet demnach eine Stellungnahme für das Rechtsamt vor.

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Quellen: Berliner Morgenpost, Bezirksamt Lichtenberg, mein.berlin.de

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8 Kommentare

  1. a.t. 5. Juni 2026 at 15:39 - Reply

    Alle wollen wohnen, áber keiner will Ränder bebaut haben. In diesem Fall kann ich es aber ausdrücklich nachvollziehen, beim Tempelhofer Feld hingegen nicht.

  2. Krake 5. Juni 2026 at 21:08 - Reply

    Zwei Trabrennbahnen in einer Stadt – das kann nicht wirtschaftlich sein.
    Man sollte Karlshorst schließen, und die Tribüne für ein drittligataugliches Fußballstadion umfunktionieren. Regionalligist VSG Altglienicke muss mangels Spielstätte in Berlin nach Fürstenwalde umziehen. Mit dem BFC Dynamo gibt es einen weiteren ambitionierten Verein, der in Karlshorst einmal auflaufen könnte.
    Das südliche und östliche Gelände könnte man dann bebauen.

  3. Reinhardt Kirchner 6. Juni 2026 at 12:18 - Reply

    reicht den Hoppegarten und Mariendorf nicht aus ? Das interessiert doch wirklich nur ganz wenigen Menschen und in einer Demokratie sollte das anders laufen…

  4. Simona 7. Juni 2026 at 17:59 - Reply

    Ich finde, der Knackpunkt ist die einst vorgesehene Bürgerbeteiligung.
    Ich selbst habe online Vorschläge eingereicht.
    Die Bevölkerungsdichte in Karlshorst ist in den letzten Jahren enorm gestiegen.
    Was tatsächlich fehlt, sind Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie soziale Begegnungsstätten. Die sind natürlich im Verhältnis Investition und Gewinn nicht so lukrativ. 😉
    Gerade für Kinder und Jugendliche fehlen oben genannte Räume.

    • Jenny 6. Juli 2026 at 20:26 - Reply

      Ich stimme Simona da voll zu.
      Möchten sich wirklich ich mehr Leute beim täglichen Treskowallee-Stau anstellen? Der angestrebte Bebauungsplan ist vollkommen unrealistisch, da zu wenig Padocks für die Pferde und zu wenig Abstand zu den Wohnhäusern geplant ist. Die Einstellung des Pferdeaports ist dort vorprogrammiert und somit nur Vorwand. Die Umwidmung der Fläche in Bauland ist unwahrscheinlich profitabel für die aktuellen (ich glaube 5) Eigentümer und ganz klar der Treiber.

      Am wichtigsten aber finde ich vor dem Hintergrund des jüngsten Hitzerekords, dass die Bebauung eine der letzten Kaltluftschneisen der Stadt versiegeln würde. DAS können wir uns einfach nicht mehr leisten,wenn wir diese Stadt noch die nächsten 20 Jahre bewohnbar halten möchten.

  5. Willy 18. Juni 2026 at 00:15 - Reply

    Herr Kirchner, sollen die Traber auf der Grasbahn laufen? Sie haben geschrieben Hoppegarten würde reichen. Immerhin macht Karlshorst bei PMU Veranstaltungen, schon mal eine Million Euro Umsatz – ich würde mal sagen, nicht schlecht – oder? Karlshorst wird für schwächere Pferde und Aufbaustarts gebraucht und auch sie sollten eine Wette wagen. 😉 😉 😉

  6. Willy 18. Juni 2026 at 17:50 - Reply

    Herr Krake, ihre Idee könnte funktionieren. Am Wochenende Fußballspiele und ab und an ein Springturnier für die Reitpferde. In der übrigen Zeit haben die Pferde eine Graskoppel (dann braucht man keinen Rasenmäher 🤔)

  7. Willy 18. Juni 2026 at 18:04 - Reply

    Hier noch ein Zusatz, die Fußballspiele könnte n dann über den vorhandenen Totalisator bewettet werden, ein zusätzlicher Anreiz für die Besucher der Veranstaltung. Ab und zu gibt es die Aktion „Besitzer für einen Tag“, da wird ein Besucher ausgelost, der Besitzer eines Spielers wäre. Der Besucher kann dann mit in die Kabine und bekommt die Einnahmen des Spieles von dem Tag.

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