Die Berliner CDU möchte den Zugang zu U-Bahn-Stationen künftig stärker kontrollieren. Doch während Befürworter auf mehr Sicherheit hoffen, warnen Kritiker vor hohen Kosten und komplexen Umbauten.

Kontrollierte Eingänge, weniger Schwarzfahren und mehr Sicherheit: Die CDU bringt Zugangssperren für die Berliner U-Bahn ins Gespräch. Ein Pilotprojekt könnte nun zeigen, ob das Modell für die Hauptstadt geeignet ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: BVG
Die Diskussion um Zugangssperren an Berliner U-Bahnhöfen nimmt erneut Fahrt auf. Die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus spricht sich dafür aus, ein geschlossenes Zugangssystem auf ausgewählten U-Bahn-Linien zu erproben.
Fahrgäste würden nach diesem Modell die Bahnsteige künftig nur noch über kontrollierte Eingänge erreichen können. Als mögliche Pilotstrecken werden die Linien U5, U7 und U8 genannt.
Zugangssperren bei der BVG? Pilotprojekt auf drei wichtigen U-Bahn-Linien geplant
Nach den Vorstellungen der CDU soll zunächst getestet werden, welche Auswirkungen Zugangssperren auf den Betrieb und die Nutzung der Berliner U-Bahn haben, wie mehrere Medien berichten. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt könnten anschließend als Grundlage für eine mögliche Ausweitung auf weitere Linien dienen.
Das Vorhaben ist Teil eines umfassenderen Konzepts zur Modernisierung des Berliner U-Bahn-Systems. Langfristig wird ein stärker automatisierter Betrieb angestrebt, bei dem digitale Technologien eine größere Rolle spielen sollen. Dazu gehören unter anderem digitale Steuerungs- und Überwachungssysteme sowie eine verbesserte Analyse von Fahrgastströmen.
Als Pilotprojekt könnte das System zunächst auf den Linien U5, U7 und U8 zum Einsatz kommen, so die CDU-Fraktion in ihrem Statement.
Berliner U-Bahnnetz: Mehr Sicherheit und weniger Schwarzfahren als Ziel
Befürworter der Zugangssperren verweisen auf internationale Beispiele wie London oder Paris, wo geschlossene Zugangssysteme seit Jahrzehnten zum Alltag gehören. Aus Sicht der CDU könnten kontrollierte Eingänge dazu beitragen, Schwarzfahren einzudämmen, Vandalismus zu reduzieren und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu stärken.
Zudem erhofft man sich höhere Fahrgeldeinnahmen und eine effizientere Nutzung personeller Ressourcen im Kontrollbereich. Auch die Aufenthaltsqualität auf Bahnhöfen und in den Zügen könnte nach Ansicht der Befürworter profitieren. Zugangssperren würden den Zutritt auf Personen mit gültigem Fahrschein beschränken und damit die Kontrolle über die Anlagen erleichtern.
BVG-Zugangssperren: Hohe Kosten und technische Herausforderungen
Gleichzeitig bleibt das Vorhaben umstritten. Bereits in früheren Debatten wurden die erheblichen Kosten eines flächendeckenden Einbaus von Zugangssperren thematisiert. Darüber hinaus gelten die baulichen Voraussetzungen vieler Berliner U-Bahnhöfe als Herausforderung.
Fragen der Barrierefreiheit, notwendige Umbauten sowie mögliche Auswirkungen auf den Betriebsablauf spielen dabei eine wichtige Rolle. Ob und wann ein Pilotprojekt tatsächlich umgesetzt wird, ist derzeit offen.
Klar ist jedoch, dass die Diskussion über Sicherheit, Sauberkeit und Kontrolle im Berliner Nahverkehr mit dem neuen Vorstoß erneut an Bedeutung gewinnt. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob aus dem politischen Konzept konkrete Planungen werden.
Quellen: Bahnblogstelle, B.Z., Der Tagesspiegel
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
2 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Sind wir schon wieder im berühmten Sommerloch? Diese Idee wird mit schöner Regelmäßigkeit herausgekramt und bleibt trotzdem immer wieder grober Unfug, der von Menschen verzapft wird, die keine Ahnung von Städtebau, Straßenbau und betrieblichen Abläufen in einem Verkehrsunternehmen haben. Geschweige denn finanzielle Kompetenz.
Es ist kein Geld für die dringend benötigten neuen U-Bahn Züge da (es werden weniger als geplant angeschfft) was in Zukunft sicher wieder zu Problemen im Betrieb führen wird. Zusätzlich soll so ein Projekt angestoßen werden? Bitte setzt doch endlich Leute auf die entscheidenden Positionen, die auch was davon verstehen worüber sie bestimmen sollen….