Beim Zoschke-Stadion in Lichtenberg fehlen erneut 500.000 Euro Fördergeld. Eine Senatsantwort zeigt nun, warum Berlin die Finanzierungszusage zurückzog.

Die HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“ in Lichtenberg ist die Heimspielstätte des SV Lichtenberg 47.

Das Stadion an der Normannenstraße gehört zu den größten reinen Fußballstadien Berlins und bietet rund 9.900 Plätze. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Der Streit um das Tribünendach der HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“ geht in die nächste Runde. Nachdem der Senat im Sommer eine Finanzierungszusage zurückgezogen hatte, machte der Bezirk seinem Ärger öffentlich Luft. Eine neue Antwort des Senats zeichnet nun ein deutlich genaueres Bild. Sie zeigt vor allem, dass hinter den 500.000 Euro eine kompliziertere Fördergeschichte steckt als bisher bekannt.

  • Bezirk: Lichtenberg
  • Projekt: Teilüberdachung der Tribüne der HOWOGE-Arena „Hans Zoschke“
  • Adresse: Normannenstraße 28, 10365 Berlin-Lichtenberg
  • Förderung 2021:000 Euro PMO-Mittel
  • Neue Finanzierungszusage:000 Euro aus „Nachhaltige Erneuerung“
  • Zusage des Senats: März 2026
  • Rückzug der Zusage: Juli 2026

Der Konflikt um das Stadion in Lichtenberg reicht bis 2021 zurück. Damals erhielt das Projekt 500.000 Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR, den sogenannten PMO-Mitteln. Doch die Teilüberdachung kam nicht voran. Eine Senatsantwort aus dem Juni 2025 zeigt, dass der Bezirk den Auftrag zur Erstellung einer Überdachung für 100 Sitzplätze erst am 26. November 2024 an sein Facility Management gab. Die PMO-Mittel mussten jedoch bis Ende 2025 verwendet werden.

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Damit war die erste Förderung praktisch nicht mehr für das Dach nutzbar. Eine Verlängerung der Frist war nicht möglich. Der Senat erklärte damals außerdem, dass zunächst eine Machbarkeitsstudie nötig sei. Diese sollte Fragen zur technischen, wirtschaftlichen, organisatorischen, zeitlichen und rechtlichen Umsetzung klären.

Zoschke-Stadion erhielt im März 2026 eine neue Finanzierungszusage

Doch damit endet die Fördergeschichte nicht. Die jetzt veröffentlichte Antwort auf eine Schriftliche Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Taschner liefert einen entscheidenden neuen Baustein: Am 11. März 2026 sagte der Senat erneut Geld für die Teilüberdachung zu. Diesmal sollte die Finanzierung über das Bund-Länder-Programm „Nachhaltige Erneuerung“ erfolgen.

Der Bezirk hatte den dafür nötigen Förderantrag bereits am 30. September 2025 fristgerecht eingereicht. Auch die weiteren Unterlagen kamen nach Angaben des Senats pünktlich: Am 30. Juni 2026 übermittelte Lichtenberg die vorgeschriebene Prognose zum Mittelabfluss, am 14. Juli folgte eine Stellungnahme zum Projektfortschritt samt aktualisiertem Zeitplan. Damit bestätigt der Senat einen wesentlichen Teil der Darstellung des Bezirks, der Ende Juli betont hatte, alle angeforderten Unterlagen rechtzeitig eingereicht zu haben.

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Warum der Senat die 500.000 Euro fürs Zoschke-Stadion zurückzog

Doch das Problem liegt nach Darstellung der Senatsverwaltung nicht in fehlenden Unterlagen, sondern im Inhalt dieser Unterlagen. In seiner Prognose vom 30. Juni teilte der Bezirk mit, dass er 2026 voraussichtlich keine Fördermittel ausgeben werde. Zugleich äußerte er Zweifel daran, das Vorhaben innerhalb des vorgesehenen Zeitraums umsetzen zu können.

Noch deutlicher wurde die Lage mit dem aktualisierten Zeitplan vom 14. Juli. Zu diesem Zeitpunkt hatte die eigentliche Maßnahme noch nicht begonnen. Auch die Vergabe der Planungsleistungen war noch nicht gestartet. Eine Vorplanung hätte laut Senat deshalb frühestens im Dezember 2026 vorliegen können. Gegenüber dem vereinbarten Zeitplan lag das Projekt damit bereits rund sechs Monate zurück.

Kein Beginn beim Zoschke-Stadion: Bundesmittel wären verloren gegangen

Das war besonders problematisch, weil das Fördergebiet Frankfurter Allee Nord ausläuft. Der Senat konnte die Finanzierung daher nicht einfach in spätere Programmjahre verschieben. Die Verwaltung sah die Gefahr, dass die Mittel nicht rechtzeitig abgerufen würden und dadurch auch Bundesmittel verloren gehen könnten.

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Bereits am 16. Juni hatte der Senat deshalb intern festgelegt, die Förderung zurückzuziehen, falls das Projekt bis zur Stellungnahme des Bezirks noch nicht begonnen hätte. Nach Eingang der Unterlagen bestätigte er diese Entscheidung am 16. Juli und informierte am selben Tag den Bezirk.

Gespräche über HOWOGE-Arena liefen bereits seit Juni 2025

Die neue Anfrage zeigt außerdem, dass Senat und Bezirk lange vor dem öffentlichen Streit über die Probleme gesprochen hatten. Bereits am 11. Juni 2025 traf sich Staatssekretär Stephan Machulik mit den Bezirksstadträtinnen Sandy Mattes und Camilla Schuler. Dabei vereinbarten die Beteiligten unter anderem die Einreichung des Förderantrags, die Klärung der Bauherrenrolle und eine zügige Bauantragsstellung.

Am 14. April 2026 folgte ein weiteres Gespräch. Dabei ging es auch um die Frage, ob die HOWOGE die Bauherrenrolle übernehmen könnte. Eine solche Lösung konnte zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht zugesagt werden. Zugleich machte der Senat deutlich, dass wegen des auslaufenden Fördergebiets keine weiteren Maßnahmen mehr in das Programm aufgenommen werden konnten.

Tribünendach des Zoschke-Stadions soll trotzdem gebaut werden

Damit fällt auch neues Licht auf den Konflikt zwischen Bezirk und Senat bezüglich des Zoschke-Stadions. Der Bezirk hatte kritisiert, der Senat habe eine mögliche Projektübernahme durch die HOWOGE ins Spiel gebracht, anschließend aber nicht mehr auf Nachfragen reagiert. Die Senatsantwort bestätigt zumindest, dass über eine solche Bauherrenrolle tatsächlich gesprochen wurde. Eine Übernahme war damals jedoch nicht vereinbart.

Vom Tisch ist die Überdachung des Stadions in Lichtenberg damit aber nicht. Der Bezirk hatte bereits im Juni 2026 „bauliche Maßnahmen“ an der HOWOGE-Arena für eine Finanzierung aus dem Sondervermögen für Infrastrukturinvestitionen priorisiert. Nach dem Rückzug der Förderung kündigte Lichtenberg an, diesen Weg für das Tribünendach nutzen zu wollen. Die Ausschreibung der Planungsleistungen sollte im dritten Quartal 2026 erfolgen. Einen belastbaren Termin für Baubeginn oder Fertigstellung gibt es bislang jedoch nicht.

HOWOGE-Arena Hans Zoschke
Für die HOWOGE-Arena Hans Zoschke ist eine Teilüberdachung der Tribüne geplant. Nach dem Rückzug der bisherigen Förderung sucht der Bezirk einen neuen Finanzierungsweg.

 

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26902, Bezirksamt Lichtenberg, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

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