Das Straßenkinderhaus „Butze“ in Berlin-Lichtenberg soll Jugendlichen ein sicheres Zuhause und umfassende Unterstützung bieten – ein Modellprojekt für die Wiedereingliederung obdachloser junger Menschen. Im Frühjahr 2026 soll unweit des Bahnhofs Lichtenberg ein neues Jugendhaus eröffnen.

Direkt gegenüber von der Robinson-Grundschule in Berlin-Lichtenberg entsteht derzeit das Wohnprojekt „Butze“, welches sich vor allem an obdachlose Kinder und Jugendliche wenden soll. Dieses Foto entstand im Oktober 2024, im Frühjahr 2026 soll das Gebäude eröffnet werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Visualisierung Titelbild: Straßenkinder e. V.

ANZEIGE

 

In Deutschland leben tausende Kinder auf der Straße, und insbesondere in Berlin steigt die Zahl der obdachlosen Jugendlichen stetig an. Um diesen Kindern ein sicheres Zuhause zu bieten, entsteht in Lichtenberg ein neues Zentrum für Straßenkinder, das unter dem Namen „Butze“ bekannt ist.

Der Bau des Straßenkinderhauses „Butze“ entsteht in unmittelbarer Entfernung zum Bahnhof Lichtenberg und befindet sich direkt gegenüber dem historischen Gebäude der Robinson-Grundschule. Der Verein Straßenkinder verantwortet das Projekt. Bis zum Frühjahr 2026 soll das neue Gebäude mit der grünen Fassade eröffnet werden.

ANZEIGE

Bis zum Frühjahr 2026 entsteht das Wohnprojekt „Butze“ in Berlin-Lichtenberg

Ob sich dieser Zeitplan wird halten lassen können, bleibt noch abzuwarten. Unbestritten ist jedoch, dass mit dem Projekt „Butze“ ein gesellschaftsrelevantes Thema umgesetzt wird. Ein zumindest vergleichbares Projekt wurde in den vergangenen Jahren auch in Berlin-Mitte umgesetzt.

In der Littenstraße in Berlin-Mitte ist am Rande des Klosterviertels der Neubau des “Emmi Luebeskind Hauses” entstanden. Das privat finanzierte Stiftungsprojekt setzt an prominenter Stelle zwischen Klosterruine und Amtsgericht ein Jugendhilfe-Projekt um. Den Projektinitiatoren dort geht es um Kinder, die nicht in ihren Ursprungsfamilien, sondern in Pflegefamilien oder Wohngruppen aufgewachsen sind.

Der Verein Straßenkinder e.V. verantwortet das soziale Wohn- und Betreuungsprojekt

Mit Erreichen des 18. Geburtstages enden für diese jungen Menschen zahlreiche Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe. Dann müssen sie, häufig sehr kurzfristig, ihr bisheriges Lebensumfeld verlassen.  Während hinter dem Projekt des “Emmi Luebeskind Hauses” in Berlin-Mitte eine private Stiftung steht, ist es in Lichtenberg ein Verein, der das Vorhaben realisiert.

ANZEIGE

Die Arbeit des Vereins Straßenkinder e.V. basiert auf einer interkonfessionell-christlichen Grundlage. Dieser Ansatz wird als Teil des diakonischen Handelns verstanden, das darauf abzielt, Nächstenliebe gegenüber Menschen zu praktizieren, die in unterschiedlichster Weise auf Unterstützung angewiesen sind.

Neubau der „Butze“: 3.400 Quadratmeter Nutzfläche auf sieben Etagen

Die Tätigkeiten des Vereins werden derzeit durch ein engagiertes Team von etwa 42 festangestellten Mitarbeitenden sowie ehrenamtlichen und honorarbasierten Kräften ermöglicht, die sich mit großem Einsatz und Herzblut für die Kinder engagieren. Aus diesem sozialen Engagement heraus ist vor mehreren Jahren die Idee für das Wohnprojekt „Butze“ entstanden.

Auf sieben Etagen und einer Fläche von etwa 3.400 Quadratmetern entsteht somit eine Begegnungsstätte, die tagesstrukturierende Angebote zur Förderung der Wiedereingliederung für Straßenkinder bietet. Es werden rund 40 verschiedene Wohn- und Schlafplätze geschaffen, darunter Notschlafstellen, Verselbständigungswohnungen und Mikroapartments.

Anlaufpunkt für obdachlose Jugendliche: Wärmestube, Duschmöglichkeiten, Verpflegung

Zudem soll die „Butze“ zukünftig eine Wärmestube, eine Großküche, mehrere Büros für Sozial- und Rechtsberatung, Werkstätten und Schulungsräume für berufsvorbereitende Maßnahmen, Duschmöglichkeiten, Waschräume, eine Kleiderkammer sowie eine Basisstation für Streetwork umfassen. Bundesweit gibt es nach Angaben der Projektinitiatoren derzeit kein vergleichbares Projekt.

Eckhard Bau­mann, Vorsitzender von Straßenkinder e. V., äußert sich zur Relevanz des Projekts: „In Deutschland leben aktuell mindestens 6.500 Minderjährige auf der Straße. Die BUTZE soll diesen notleidenden Jugendlichen eine Perspektive geben und ihnen den Weg in ein selbstständiges Leben zeigen. Damit leisten wir als Straßenkinder e. V. eine elementare Arbeit.

 

Liegt direkt gegenüber vom entstehenden Wohnhaus „Butze“: Die Robinson-Grundschule in Lichtenberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Verein Straßenkinder Berlin, Berliner Tagesblatt, Architektur Urbanistik Berlin, Bezirksamt Lichtenberg

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.