Die Wilde Renate hat eine existenzbedrohende Phase hinter sich und inzwischen einen neuen Mietvertrag für zehn Jahre. Nach einer Pause und umfangreichen Umbauarbeiten ist der Friedrichshainer Club wieder geöffnet.

Die Wilde Renate in der Alt-Stralau 70 in Friedrichshain befindet sich in einem ehemaligen Wohnhaus, das heute als Club genutzt wird. / © Foto: Wikimedia Commons, Rio65trio, CC BY-SA 4.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Tim Gage, CC BY-SA 2.0
Für die Wilde Renate in Friedrichshain geht es weiter. Nachdem der Club Ende 2025 überraschend doch einen neuen Mietvertrag erhielt, ist inzwischen wieder regulärer Betrieb am Standort Alt-Stralau 70 möglich. Bei einem Besuch am Mittwoch sprach Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) mit Betreiber Robert Kreissel und Teammitglied Zoe Uellendahl über die Situation des Clubs und die Zukunft der Berliner Nachtkultur.
Die Vertragsverlängerung selbst ist dabei keine aktuelle Entscheidung: Sie wurde bereits am 15. Dezember 2025 vereinbart, nachdem der Fortbestand des Clubs monatelang auf der Kippe gestanden hatte. Der bisherige Mietvertrag wäre Ende 2025 ausgelaufen. Giffey hatte sich nach eigenen Angaben für eine Vermittlung zwischen den Betreibern und den Grundstückseigentümern eingesetzt.
Wilde Renate: Nach der Rettung folgte zunächst eine Pause
Nach Abschluss des neuen Mietvertrags wurde der Club zunächst nicht direkt wieder in den regulären Betrieb überführt. Die Betreiber gründeten eine neue Betriebsgesellschaft und kündigten eine strukturelle Neuausrichtung an. Gleichzeitig nutzte das Team die Wintermonate für Renovierungsarbeiten.
Im Januar begann zunächst eine teilweise Wiederöffnung, bevor die Wilde Renate im April wieder vollständig in Betrieb ging. Unter anderem wurde der sogenannte Green Floor überarbeitet. Außerdem kamen eine neue Soundanlage, mehr Platz für das Publikum und eine Bühne hinzu. Auch das Programm soll sich nach Angaben des Clubs verändern: Geplant sind unter anderem Veranstaltungen mit lokalen DJs, neuen Partyveranstaltern und stärker community-orientierten Formaten.
Clubsterben bleibt Thema für die Berliner Nachtkultur
Der aktuelle Besuch Giffeys steht zugleich vor dem Hintergrund der anhaltenden Probleme der Berliner Clubszene. Eine Anfang August vorgestellte Studie zur Clubkultur zeigt, dass inzwischen nur noch 61 Prozent der Clubs kostendeckend arbeiten können – 2017 waren es noch 79 Prozent. Steigende Personal- und Betriebskosten sowie höhere Ausgaben für das Nachtleben setzen die Betreiber unter Druck. Die Senatswirtschaftsverwaltung verweist deshalb auf bestehende Unterstützungsangebote wie das Schallschutzprogramm für Clubs und Musikspielstätten.
Für die Wilde Renate ist die akute Existenzfrage damit zunächst geklärt. Was der geplante 17. Bauabschnitt der A100 langfristig für den Standort bedeuten könnte, bleibt dagegen abzuwarten. Derzeit werden sechs mögliche Trassenvarianten untersucht, konkrete Auswirkungen auf die Wilde Renate lassen sich deshalb noch nicht abschätzen.
Wilde Renate
Quellen: Franziska Giffey via Facebook, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, renate.cc, rbb
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