Zehlendorf-Mitte wird Teil des Städtebauförderprogramms „Lebendige Zentren“ und soll in den kommenden Jahren umfassend umgestaltet werden. Vom Rathaus bis zum Bahnhof entstehen neue Räume für Mobilität, Begegnung und eine nachhaltige Stadtentwicklung. Eines der größten Sanierungs- und Neubauprojekte soll die Modernisierung und Erweiterung des Rathausstandorts werden.

Mit rund 25 Millionen Euro aus Bundesmitteln will Berlin den Ortskern von Zehlendorf neu denken. Geplant sind grünere Stadträume, bessere Wegeführungen und ein modernes Rathausensemble für den Südwesten der Hauptstadt. Auf diesem Foto ist ein Gewerbe-Neubau zu sehen, der derzeit an der Clayallee entsteht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung Titelbild: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen / MLA+/Studio M³ mit Lohrengel Landschaft
Der Berliner Senat hat vor wenigen Tagen beschlossen, vier weitere Gebiete in das Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ aufzunehmen. Grundlage dafür ist der Paragraph 171b des Baugesetzbuches. Die ausgewählten Standorte sind Zehlendorf-Mitte, Helle Mitte in Marzahn-Hellersdorf, die Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg-Wilmersdorf sowie die Brunnenstraße Nord im Bezirk Mitte.
Nach Angaben von Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler sollen diese Gebiete durch die Förderung die Möglichkeit erhalten, zu lebendigen, nachhaltigen und klimagerechten Stadträumen zu werden. Er betonte, dass damit sowohl die Aufenthaltsqualität als auch der lokale Einzelhandel profitieren sollen.
Zehlendorf-Mitte: Mobilität und Aufenthaltsqualität sollen verbessert werden
Für das Zentrum von Zehlendorf-Mitte wurden schon in den vergangenen Jahren zahlreiche und sehr verschiedenartige Ideen zusammengetragen. Mehr als 40 Vorschläge sind letztlich in ein städtebauliches Entwicklungskonzept eingeflossen, das die Aufenthaltsqualität und die Attraktivität des Ortsteils nachhaltig verbessern soll.
Erste Maßnahmen wurden bereits konkretisiert, wie die Berliner Morgenpost berichtet: So ist die Pflanzung von mindestens 50 neuen Straßenbäumen vorgesehen, etwa im Kastanienhof, am Kiosk und auf verschiedenen Spielplätzen rund um den Teltower Damm. Zusätzlich sollen neue Sitzgelegenheiten und Fahrradbügel unter an der historischen Eiche und an der Clayallee entstehen.
Ortskern Zehlendorf: Belebtes und zukunftsfähiges Stadtzentrum soll geschaffen werden
Im Mittelpunkt des Programms steht die Schaffung eines lebendigen und zukunftsfähigen Stadtteilzentrums. Neben grüneren Stadträumen sollen auch soziale und kulturelle Angebote gestärkt werden. Ziel ist es, die Identität des Quartiers zu festigen und das Miteinander zu fördern. Bis 2037 sind hierfür rund 25 Millionen Euro aus dem oben genannten Städtebauförderprogramm vorgesehen.
Bevor die ersten Maßnahmen Anfang 2026 umgesetzt werden können, wird ein sogenannter Gebietsbeauftragter eingesetzt, der alle Planungen und Bauprojekte koordiniert. Das Gebiet erstreckt sich von der Zehlendorfer Welle bis zum Schadow-Gymnasium und von der Nord-Grundschule bis zum Café Anneliese.
Ab 2026 sollen die ersten baulichen Maßnahmen im Berliner Südwesten starten
Neben kleineren Verschönerungen stehen in den kommenden Jahren auch große Bauvorhaben an. Besonders prägend wird der Abriss und Neubau der Bahnbrücke über den Teltower Damm sein. In diesem Zusammenhang wird das S-Bahn-Areal neu geordnet: Statt eines einzelnen Zugangs soll es künftig drei Eingänge geben, darunter eine Verbindung von der Machnower Straße zum Postplatz.
Allerdings ringen die beteiligten Projektparteien noch immer um einen konkreten Zeitplan. Zugleich eröffnet allerdings ein geplanter Lidl-Markt eine neue Perspektive für das derzeit noch verwaiste Forum Zehlendorf, welches sich direkt am Bahnhof Zehlendorf befindet und in großen Teilen leersteht.
Großprojekt: Modernisierung und Ausbau des Rathauses Zehlendorf
Das größte Bauvorhaben, das auf die Menschen im Ortszentrum Zehlendorf in den kommenden Jahren zukommen wird, soll aber der Um- und Ausbau des Rathausstandorts an der Kirchstraße sein, doch wie die konkrete Umsetzung aussehen soll, ist bislang noch nicht abschließend geklärt.
Der künftige Raumbedarf wird derzeit nach Angaben des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf neu berechnet, wobei moderne Arbeitsformen, Digitalisierung und flexible Strukturen berücksichtigt werden müssen. Erst wenn diese Grundlagen vorliegen, kann über den Umbau oder eine umfassende Sanierung entschieden werden.
Rathaus Zehlendorf: Neubauten sollen bestehenden Altbau ergänzen
Das Rathausprojekt hat bereits eine längere Vorlaufzeit, im Oktober 2021 war der Entwurf des Büros MLA+ mit Lohrengel Landschaft siegreich gewesen, der die Jury mit einer „ausgewogenen Einzelkörpersetzung“ und „ausgewogenen Höhenentwicklung“ überzeugt hatte.
Der bestehende Altbau soll nach diesen Plänen respektvoll von den neu entstehenden Gebäuden eingefasst werden. Vom Eckgebäude mit dem Bürgersaal (bzw. „BVV-Saal“) abgeleitet soll ein neuer Baukörper gegenüber der Kirche entstehen.
Im Neubau des Rathauses Zehlendorf soll ein „Welcome Desk“ eingerichtet werden
In der Mitte des neuen Bauensembles soll ein neuer, zentraler Ort entstehen, von dem aus alle vorhanden Nutzungen und Service-Angebote zukünftig erschlossen werden können. Der Platz soll zukünftig multifunktional nutzbar sein. Hier soll auch ein sogenannter „Welcome Desk“ entstehen, bei dem sich die Bürger*innen des Bezirks informieren können, wo sie welche Angebote und Bereiche finden.
Im Erdgeschoss des neuen Rathausbereiches sollen eine Bibliothek, Gastronomie-Angebote, eine Musikschule und Volkshochschulräumlichkeiten untergebracht werden. Das Gebäude, in dem sich heute die Gottfried-Benn-Bibliothek befindet, soll saniert werden. Zukünftig sollen hier Büroräumlichkeiten entstehen.
Wie stark diese Pläne noch einmal angepasst werden müssen, sollen die kommenden Monate zeigen. Unabhängig davon wird der Zehlendorfer Ortskern beginnend mit dem kommenden Jahr sukzessive modernisiert und umgestaltet werden.

© Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen / MLA+/Studio M³ mit Lohrengel Landschaft

© Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen / MLA+/Studio M³ mit Lohrengel Landschaft
Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Berliner Morgenpost, Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Lohrengel Landschaft, MLA+
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.



