In mehreren Ortsteilen im Norden des Bezirks Lichtenberg sollen neue Zebrastreifen und andere Querungshilfen entstehen. Eine aktuelle Senatsantwort zeigt, wie unterschiedlich weit die zwölf Vorhaben inzwischen sind. Manche Planungen laufen bereits seit mehreren Jahren.

Ein Zebrastreifen mit teilweise rissigen weißen Markierungen verläuft über eine asphaltierte Straße.

Neue Zebrastreifen und weitere Querungshilfen sollen das Überqueren von Straßen in Hohenschönhausen und weiteren Ortsteilen Lichtenbergs erleichtern. / © Foto: depositphotos.com

© Titelbild: depositphotos.com

ANZEIGE

Zwischen Alt-Hohenschönhausen und Wartenberg arbeitet Berlin an einer ganzen Reihe neuer Übergänge für den Fußverkehr. Dabei geht es nicht immer um einen klassischen Zebrastreifen: An mehreren Straßen sollen Gehwegvorstreckungen das Überqueren erleichtern. Die aktuelle Liste des Senats auf eine Anfrage der Abgeordneten Danny Freymark und Prof. Dr. Martin Pätzold (CDU) zeigt zugleich, dass zwischen erster Prüfung, Anordnung und tatsächlichem Bau viel Zeit vergehen kann.

  • Bezirk: Lichtenberg
  • Projektstatus: Zwölf Standorte befinden sich in Prüfung, Planung, Vorbereitung oder Umsetzung
  • Maßnahmen: Fußgängerüberwege und Gehwegvorstreckungen

In Lichtenberg wächst die Liste geplanter Verbesserungen für den Fußverkehr. Nach Angaben der Senatsverwaltung befinden sich aktuell zwölf Standorte in Alt- und Neu-Hohenschönhausen, Malchow, Wartenberg und Falkenberg in Bearbeitung der Arbeitsgruppe „Förderung des Fußverkehrs/Querungshilfen“. Sie prüft gemeinsam mit Bezirken, Straßenverkehrsbehörde und Polizei, welche Lösung an einem Standort möglich und erforderlich ist. Berlin finanziert solche Maßnahmen seit 2001 über ein eigenes Querungshilfen-Programm; nach Angaben des Senats wurden darüber bislang Anlagen an mehr als 840 Standorten finanziert.

Wie unterschiedlich weit solche Projekte sein können, zeigt die aktuelle Übersicht für Lichtenberg. Am weitesten ist der Fußgängerüberweg an der Werneuchener Straße/Küstriner Straße. Er befindet sich bereits in Umsetzung und soll nach der Senatsantwort voraussichtlich im vierten Quartal 2026 fertig werden. Die Bearbeitung läuft dort seit 2021. In unmittelbarer Nähe liegt das Manfred-von-Ardenne-Gymnasium.

ANZEIGE

Neue Zebrastreifen in Hohenschönhausen und Wartenberg sind bereits angeordnet

Weitere Entscheidungen sind bereits gefallen. An der Dorfstraße/Lindenberger Straße in Wartenberg ist ein Fußgängerüberweg angeordnet; die Bearbeitung läuft laut Senat seit 2022. An der Simon-Bolivar-Straße/Goeckestraße besteht die Anordnung sogar bereits seit 2020. Für beide nennt die aktuelle Antwort jedoch keinen festen Fertigstellungstermin. Die angeordneten Querungshilfen sollen grundsätzlich ab 2027 umgesetzt werden.

Hinzu kommen drei angeordnete Gehwegvorstreckungen. Sie betreffen die Große-Leege-Straße/Werneuchener Straße, die Werneuchener Straße 15 und die Wustrower Straße am Prerower Platz. Letzterer Standort ist auch wegen der geplanten Entwicklung des Umfelds interessant: Rund um den Prerower Platz soll langfristig das Urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen entstehen. Auch die Wustrower Straße selbst steht vor Veränderungen; für ein dortiges DDR-Gebäude sehen die Planungen langfristig einen Abriss zugunsten einer Neubebauung vor.

Bei zwei weiteren Standorten ist die fachliche Prüfung weiter fortgeschritten. Für die Vincent-van-Gogh-Straße/Welsestraße ist sie abgeschlossen, der Antrag auf eine straßenverkehrsrechtliche Anordnung wird vorbereitet. Für die Schleizer Straße/Arendsweg wurde dieser Antrag bereits gestellt. Das Bezirksamt nennt für den Standort an der Schleizer Straße die nahe 39. Grundschule und stellte zuletzt einen möglichen Baubeginn 2027 in Aussicht.

ANZEIGE

Drei Standorte werden noch geprüft – ein vierter hängt von der Tramplanung ab

Noch offen ist dagegen, welche Maßnahmen an der Sandinostraße/Küstriner Straße, der Simon-Bolivar-Straße/Mittelstraße und der Konrad-Wolf-Straße/Freienwalder Straße entstehen könnten. Die Prüfungen laufen dort seit 2024 beziehungsweise 2025. Der Senat betont ausdrücklich, dass vor Abschluss der Verfahren weder feststeht, ob eine Querungshilfe umgesetzt werden kann, noch welche Form sie bekommen würde.

Eine Sonderrolle spielt die Wartenberger Straße/Paul-Koenig-Straße. Dieser Standort befindet sich bereits seit 2018 in Bearbeitung. Die Prüfung wurde jedoch von den Planungen für eine Straßenbahn-Wendschleife und den damit verbundenen Straßen-, Rad- und Gehweganlagen abhängig gemacht. Seit September 2025 liegt nach Senatsangaben ein aktueller Planungsstand der Straßenbahnplanung vor. Damit könne die mögliche Querungshilfe nun auf dieser Grundlage weiter geprüft werden.

Dass Lichtenberg parallel bereits andere Übergänge umsetzt, zeigt auch die jüngste Bilanz des Bezirks. Zwei neue Fußgängerüberwege mit Mittelinseln entstanden etwa in der Sewanstraße.

ANZEIGE

Werneuchener Straße / Küstriner Straße
Hier ist ein neuer Fußgängerüberweg angeordnet. Die Umsetzung ist nach Angaben des Senats bis Ende 2026 vorgesehen.
Dorfstraße / Lindenberger Straße
An der Dorfstraße und Lindenberger Straße in Wartenberg ist ein neuer Fußgängerüberweg angeordnet.
Simon-Bolivar-Straße / Goeckestraße
Für die Kreuzung Simon-Bolivar-Straße und Goeckestraße ist ein neuer Fußgängerüberweg angeordnet.
Große-Leege-Straße / Werneuchener Straße
An der Kreuzung Große-Leege-Straße und Werneuchener Straße ist eine Gehwegvorstreckung angeordnet.
Werneuchener Straße 15
An der Werneuchener Straße 15 ist eine Gehwegvorstreckung angeordnet. Die Umsetzung soll nach aktuellem Stand ab 2027 erfolgen.
Wustrower Straße / Prerower Platz
Im Bereich Wustrower Straße und Prerower Platz ist eine Gehwegvorstreckung angeordnet.
Vincent-van-Gogh-Straße / Welsestraße
Die Prüfung für einen Fußgängerüberweg ist abgeschlossen. Die verkehrsrechtliche Anordnung wird vorbereitet.
Schleizer Straße / Arendsweg
Die Prüfung für einen Fußgängerüberweg ist abgeschlossen. Die verkehrsrechtliche Anordnung wurde beantragt.
Sandinostraße / Küstriner Straße
Für eine neue Querungshilfe an der Sandinostraße und Küstriner Straße läuft die Prüfung noch.
Simon-Bolivar-Straße / Mittelstraße
Am Knoten Simon-Bolivar-Straße und Mittelstraße wird eine neue Querungshilfe geprüft. Eine abschließende Entscheidung liegt noch nicht vor.
Konrad-Wolf-Straße / Freienwalder Straße
Für den Bereich Konrad-Wolf-Straße und Freienwalder Straße befindet sich eine neue Querungshilfe noch in Prüfung.
Wartenberger Straße / Paul-Koenig-Straße
An der Wartenberger Straße und Paul-Koenig-Straße wird eine Querungshilfe unter Berücksichtigung der Straßenbahnplanung geprüft.

Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage 19/27005, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Bezirksamt Lichtenberg; Bürgerhaushalt Lichtenberg

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

2 Kommentare

  1. Sven Walter 28. September 2026 at 21:26 - Reply

    Zebrastreifen sind immer eine gute und sichere Lösung. Kinder, ältere Menschen und alle anderen sicher über die Straße zu bringen.
    Schön wäre es die bestehenden Zebrastreifen so zu gestalten das Autofahrer und Fußgänger sich rechtzeitig sehen können.
    Ich kenne einen Zebrastreifen in der Einbeckerstrasse der schon ein Todesopfer gekostet hat und mehrere Unfälle verursacht haben.
    In meinen Augen sind nicht immer die Autofahrer schuld
    Neue Mode ist es direkt vor und hinter dem Zebrastreifen Parkplätze zu errichten so das keiner den anderen sehen kann.
    Kümmert euch bitte erstmal um die Logik der frisch gebauten Zebrastreifen. Bestes Beispiel ist für mich die Einbeckerstr. Guckt euch das bitte vor Ort an, aus Sicht Autofahrer und Sicht Fußgänger.

  2. Zero Sonic 29. September 2026 at 09:40 - Reply

    Als Anwohner hätte mich auch ein Status zur Überquerung an der Ecke Fanninger-/Alfred- und Schottstraße interessiert. Entwicklungsstadt hatte dazu auch svhon mal einen Podt.
    Hier ist eigentlich alles vorbereitet. Es bleibt eine Baugrube und fehlende Farbe für die Querung. Ein abgesenkter Bordstein ist schon seit einiger Zeit vorhanden.
    Warum lässt sich das Straßen und Grünflächenamt hier so lange von der Stromnetz Berlin GmbH hinhalten?

    Die Antwort vom 9.9. (Anfrage vom 27.8.) Ist ernüchternd:
    „Leider kann ich Ihnen derzeit keinen konkreten Zeitpunkt für die Umsetzung benennen.

    Die Arbeiten stocken derzeit, da von der Stromnetz Berlin GmbH noch entsprechende Netzanschlussarbeiten durchzuführen sind. Das Straßen- und Grünflächenamt kann auf die Terminierung hier keinen Einfluss nehmen und hat auch noch keine verbindliche Aussage von Stromnetz erhalten.“

    Es ist einfach nur deprimierend. Warum dauert sowas in Berlin einfach mittlerweile Monate?

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.