Vom Arbeitsplatz zum Erlebnisraum: Der Büromarkt in vielen deutschen Metropolen denkt sich neu. Gefragt sind heute Nachhaltigkeit, Qualität und Flexibilität. ENTWICKLUNGSSTADT stellt zehn prägende Projekte aus der Hauptstadtregion vor.

Ein besonderer Ort für besondere Arbeitsflächen? Der Alexanderplatz in Berlin-Mitte soll sich in den kommenden Jahren zu einem Hochhausstandort mit attraktiven Gewerbeflächen wandeln. / © Visualisierung: CommerzReal AG
© Titelbild: CommerzReal AG
Die deutschen Büromärkte befinden sich in einer Phase tiefgreifender Neuordnung. Nach Jahren dynamischen Wachstums haben Pandemie, wirtschaftliche Unsicherheiten und veränderte Arbeitsmodelle das Marktgefüge nachhaltig verschoben.
In vielen Städten steigt der Leerstand, gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach hochwertigen, nachhaltigen und flexibel nutzbaren Flächen weiter zu. Unternehmen reduzieren ihre Flächen, investieren aber gezielter in Qualität: in Büros, die Identität stiften, Zusammenarbeit fördern und den veränderten Anforderungen hybrider Arbeitswelten gerecht werden.
Nachhaltigkeit, Aufenthaltsqualität und technische Ausstattung sind dabei zu zentralen Kriterien geworden. Besonders gefragt sind zentrale, gut angebundene Lagen, während vor allem ältere Bestandsgebäude zunehmend unter Druck geraten.
In der Hauptstadtregion zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich: Hier entstehen zahlreiche Projekte, die den Wandel vom Flächenboom zur Qualitätsfrage sichtbar machen. Ob Neubau oder Revitalisierung; sie stehen für ein neues Verständnis urbaner Arbeitswelten. ENTWICKLUNGSSTADT stellt zehn ausgewählte Gewerbeimmobilien vor, die diesen Transformationsprozess beispielhaft abbilden.
Hoch hinaus am Alexanderplatz: „The Berlinian“ als Signal für den Wandel
Der Alexanderplatz zählt zu den bekanntesten und meistfrequentierten Orten Berlins. Als zentraler Verkehrsknoten, Einkaufsstandort und touristisches Ziel prägt er seit dem 19. Jahrhundert die Entwicklung der Hauptstadt. Insbesondere die Umgestaltung in der DDR zum repräsentativen Zentrum Ost-Berlins hat das heutige Erscheinungsbild mit weiten Platzflächen, markanten Solitären und dem Fernsehturm nachhaltig geprägt.
Nach der Wiedervereinigung entstanden ambitionierte Hochhausvisionen für den Standort, allen voran der Masterplan von Hans Kollhoff aus dem Jahr 1993. Viele dieser Planungen blieben jedoch über Jahre unrealisiert. Nun aber wächst am Alexanderplatz eine neue Stadtsilhouette, die von vielen Besuchern bestaunt und begrüßt wird. Mit dem Projekt „The Berlinian“ entsteht eines der ersten Hochhäuser dieser neuen Entwicklungsphase am Alexanderplatz.
Der Entwurf des Berliner Büros Kleihues + Kleihues verbindet klassische Elemente der Berliner Architektur mit einer zeitgemäßen Hochhausform. Die Fassadengestaltung nimmt Bezug auf die bestehende Bebauung, insbesondere auf das direkt anschließende Bestandswarenhaus, und versucht so, das Hochhaus in das bestehende städtebauliche Gefüge einzubetten.
Hier könnt Ihr mehr zum Hochhausprojekt „The Berlinian“ erfahren
Moderne Büroflächen in Potsdam: „WORKHUB“ verbindet Architektur, Campus und Innovation
Der Potsdamer Norden rückt zunehmend in den Fokus der Stadtentwicklung. Während lange Zeit vor allem zentrale Lagen im Blickpunkt standen, verschiebt sich die Aufmerksamkeit inzwischen verstärkt in Richtung der nördlichen Stadtbereiche.
Insbesondere die Entwicklung neuer Quartiere wie Krampnitz sowie die enge räumliche und infrastrukturelle Verflechtung mit Berlin tragen dazu bei, dass der Standort deutlich an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig entstehen hier neue Perspektiven für Unternehmen aus Technologie, Forschung und Dienstleistung, die gezielt nach gut angebundenen, zugleich aber qualitätsvollen Arbeitsorten suchen.
Vor diesem Hintergrund lässt sich auch die Entwicklung am Campus Jungfernsee einordnen. Mit dem „WORKHUB – Campus am Jungfernsee“ hat sich am Konrad-Zuse-Ring ein moderner Bürostandort etabliert, der diese Dynamik exemplarisch widerspiegelt. Das Ensemble reagiert nicht nur auf die veränderten Anforderungen zeitgemäßer Arbeitswelten, sondern profitiert zugleich von der wachsenden Attraktivität des Potsdamer Nordens als eigenständiger Innovations- und Wirtschaftsstandort.
Hier könnt Ihr mehr zum Potsdamer „WORKHUB“ erfahren
„The PettCo“ wächst: Nachhaltiges Quartier zwischen Historie und Neubau

© Visualisierung: Trockland
Das neue Quartier „The PettCo“ an der Pettenkofer Straße in Friedrichshain nimmt Gestalt an. Auf 18.500 Quadratmetern entstehen Mietwohnungen, Gewerbeflächen und sechs öffentliche Innenhöfe; alles nach nachhaltigen Standards geplant.
Neues Hochhaus für Spandau: Projekt „Spektrum“ ergänzt LUXWERK-Areal
Auf dem Gelände des ehemaligen Osram-Glaswerks in Spandau schreitet die Entwicklung weiter voran. Neben der Revitalisierung des historischen Bestands plant der Eigentümer nun ein Hochhaus für temporäres Wohnen. Im Fokus stehen dabei nicht Touristen, sondern Fachkräfte.
„Panorama-Hotel“ am Adenauerplatz nimmt Form an: Hotel, Wohnen und Büros geplant
Der Umbau des ehemaligen „Panorama-Hotels“ am Adenauerplatz schreitet mit hoher Geschwindigkeit voran. Während der Baukörper sichtbar wächst und erste Fassadenelemente eingesetzt werden, konkretisieren sich zugleich die künftigen Nutzungen des Gebäudes. Geplant ist ein gemischt genutztes Ensemble aus Hotel, Wohnen und Büroflächen.
Projekt „Elements“ am Spreeufer: Fassadenarbeiten schreiten voran
Auf der Baustelle des Projekts „Elements“ am Spreeufer in Berlin-Mitte ist wieder deutlich mehr Aktivität zu beobachten. Nachdem das Vorhaben längere Zeit stillstand, schreiten Fassadenmontage und Innenausbau inzwischen sichtbar voran. Der Neubau bleibt zwar in großen Teilen eingerüstet, doch erste Bereiche der Außenfassade sind bereits erkennbar.
Neuer Campus in Moabit: Drei Türme mit bis zu 70 Metern Höhe geplant
In Berlin-Moabit soll in den kommenden Jahren ein neues Hochhausprojekt realisiert werden, das Teil des geplanten Siemens Energy Campus wird. Bis 2029 sollen drei neue Türme, ein gemeinsames Sockelgeschoss und moderne Flächen für Büros, Forschung und Austausch den Standort zu einem zukunftsorientierten Innovationshub machen.
„Urbane Mitte Süd“ am Gleisdreieck: Das plant Projektentwickler Periskop
Der Weg für den ersten Bauabschnitt des Bauvorhabens „Urbane Mitte“ ist nach einem Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses frei. Im Park am Gleisdreieck sollen zwei Gebäude mit Hotel, Gewerbe und öffentlichen Angeboten entstehen, auch temporäres Wohnen soll Teil des Konzepts sein. Es ist nicht das einzige Großprojekt am Gleisdreieck, welches in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll.
Wachsender Büro-Campus „re:o“ am Berliner Ostkreuz
In Berlin-Lichtenberg hat der Umbau des Büro-Campus „re:o“ am Bahnhof Ostkreuz begonnen. Bis 2027 entsteht hier ein multifunktionaler Standort mit Büroflächen, Hotels und ergänzender Infrastruktur. Der Startschuss fiel im August mit dem Beginn des ersten Bauabschnitts.
Deutliche Fortschritte auf dem „LXK-Campus“ am Berliner Ostbahnhof
Auf dem „LXK-Campus“ in Friedrichshain schreiten die Bauarbeiten weiter voran und mehrere Gebäude erreichen inzwischen ihre endgültige Höhe. Während einige Baukörper noch im Rohbau stehen, sind an anderen bereits große Teile der Fassade montiert.
Quellen: CommerzReal AG, AMG Communications, Max Dudler, Siemens, Eike Becker_Architekten, Trockland, Periskop Group, PSP Weltner Louvieaux Architekten
Anmerkung der Redaktion:
Der Artikel über das Projekt „The Berlinian“ wurde im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit der CommerzReal AG realisiert. Der Artikel über das Projekt „WORKHUB“ wurde im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit der Union Investment Institutional Property GmbH realisiert.
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