Beim Stapelfest in Lichtenberg hat die Gewobag das letzte von rund 3.000 Modulen gesetzt. An der Landsberger Allee entstehen 1.548 Wohnungen in modularer Bauweise – ein in dieser Größe in Europa einzigartiges Projekt.

Ein Kran hebt beim Stapelfest in Lichtenberg symbolisch eines der letzten Module für das Wohnquartier an der Landsberger Allee. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Lichtenberg hat die Gewobag gemeinsam mit Daiwa House das Stapelfest für ein großes Wohnungsbauprojekt an der Landsberger Allee gefeiert. Ein Kran hob dabei das letzte von rund 3.000 Modulen an seinen Platz. Bis Ende 2026 / Anfang 2027 entstehen 1.548 Wohnungen, der Großteil davon gefördert.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: Landsberger Allee 341–343
- Wohnungen: 1.548 (1.316 mietpreis- und belegungsgebunden)
- Module: rund 3.000
- Mieten: 7,00 bis 11,50 Euro nettokalt pro Quadratmeter
- Fertigstellung: Ende 2026 / Anfang 2027
- Weitere Angebote: Kita, Nahversorgung, Gastronomie, Dienstleistungen, Tiefgarage, öffentliche Parkanlage
Bei strahlendem Sonnenschein wurde per Kran das 3.000. Modul in seine endgültige Position gehoben. Damit erreicht das Quartier an der Ecke Landsberger Allee und Ferdinand-Schultze-Straße einen zentralen Baufortschritt. Insgesamt entstehen über 1.500 Wohnungen, davon 1.316 mietpreis- und belegungsgebunden.

Eine Visualisierung zeigt das geplante Wohnquartier mit mehreren Innenhöfen und Photovoltaikanlagen auf den Dächern. / © Visualisierung: Gewobag
Lichtenberg erhält 1.548 Wohnungen aus 3.000 Modulen
Die Module kommen aus dem Daiwa-Werk in Fürstenwalde. Dort entstehen sie industriell vorgefertigt und werden anschließend nach Berlin transportiert. In den Modulen sind zentrale technische Ausstattungen bereits eingebaut, darunter Sanitäranlagen, Heizung und Wasseranschlüsse. Dadurch verlagert sich ein großer Teil der Arbeit von der Baustelle in die Produktion. Das spart nach Angaben der Projektpartner Zeit und vereinfacht Abläufe auf der Baustelle.
Das Projekt an der Landsberger Allee gilt als Europas größtes Modulbauprojekt im Wohnungsbau. Die Gebäude entstehen aus vorgefertigten Raumeinheiten, die auf der Baustelle gestapelt und verbunden werden. Die Wohnungen fallen unterschiedlich groß aus.

Ein Muster-Modul zeigt beim Stapelfest in Lichtenberg den Aufbau der späteren Wohnungen mit bereits eingebauter Technik. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Wohnungen in Lichtenberg bestehen aus vorgefertigten Modulen aus dem Werk in Fürstenwalde. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Zwei-Raum-Wohnung an der Landsberger Allee ab 860 Euro Miete
Die Gewobag rechnet im neuen Quartier in Lichtenberg mit Nettokaltmieten zwischen 7,00 und 11,50 Euro pro Quadratmeter. Die Höhe der Miete hängt von Förderung, Wohnungsgröße und Einkommensgrenze ab. Nach Angaben des Unternehmens richtet sich ein Teil der Wohnungen auch an Haushalte mit mittleren Einkommen über den WBS 220.
Ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem monatlichen Nettoeinkommen von rund 3.300 Euro könne dadurch eine Zwei-Raum-Wohnung für etwa 860 Euro monatlich anmieten. Die kleinsten Wohnungen mit rund 18 Quadratmetern inklusive Küche und Bad dürften entsprechend günstiger ausfallen.

Die neuen Wohnhäuser in Lichtenberg erhalten markante rote Balkone. Die ersten Wohnungen sollen 2026 bezugsfertig sein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Das neue Quartier in Lichtenberg umfasst neben Wohnungen auch Grünflächen, Spielbereiche und Angebote für die Nahversorgung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Bezahlbare Wohnungen in Lichtenberg durch Fördermix
Der überwiegende Teil der Wohnungen entsteht mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung. Nach Angaben der Gewobag umfasst der Fördermix 28 Millionen Euro Zuschüsse, 175 Millionen Euro zinsgünstige Darlehen, mehr als 30 Millionen Euro KfW-Mittel und 60 Millionen Euro Finanzierung durch die Europäische Investitionsbank. Daraus sollen Kaltmieten zwischen 7,00 und 11,50 Euro pro Quadratmeter entstehen. 20 Prozent der Wohnungen richten sich an Haushalte mit WBS 220 und damit auch an Menschen mit mittleren Einkommen.
Bausenator Christian Gaebler ordnete das Vorhaben als elementaren Beitrag zum Berliner Wohnungsbau ein. Er verwies darauf, dass aus einem ursprünglich gewerblich geprägten Grundstück durch die Zusammenarbeit mit dem Bezirk Wohnungsbau entstanden sei.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner stellte das Projekt in den Zusammenhang der Berliner Neubauleistung. Er erklärte, Berlin habe in den vergangenen Jahren rund 80.000 Wohnungen geschaffen und damit Wohnraum in der Größenordnung einer Stadt wie Heidelberg neu gebaut.

Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, spricht beim Stapelfest über das Wohnungsbauprojekt in Berlin-Lichtenberg. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die Visualisierung des Projekts zeigt die geplanten Grün- und Aufenthaltsflächen zwischen den Wohngebäuden in Lichtenberg. / © Visualisierung: Gewobag
Modulbau verkürzt Bauzeit an der Landsberger Allee
Die Gewobag und Daiwa House sehen in der modularen Bauweise einen Weg, Wohnungen schneller und standardisierter zu errichten. Wegner hatte die Module bereits im Sommer 2024 besichtigt und beschrieb die Bauweise nun als möglichen Impuls für schnellen Wohnungsbau. Für ihn stelle diese Bauweise einen „Gamechanger“ dar.
Auch Bundesbauministerin Verena Hubertz hob beim Stapelfest hervor, dass industrielle Vorfertigung standardisierte Prozesse ermögliche und Material effizienter nutze. Sie beschrieb das Projekt in Lichtenberg als „Leuchtturm“ für weiteren Wohnungsbau in ganz Deutschland.
Das Quartier wird nicht nur schnell und kostengünstig errichtet, es soll auch hohe energetische Standards erfüllen. Vorgesehen sind KfW 55 und KfW 55 NH, begrünte Dächer und teilweise Photovoltaik.
Die ersten Mieterinnen und Mieter sollen bereits Ende 2026 einziehen. Die vollständige Fertigstellung ist im Frühjahr 2027 geplant. Für Lichtenberg bedeutet das Projekt einen deutlichen Zuwachs an gefördertem Wohnraum an einem Standort, der einst anders genutzt werden sollte.
Neubauquartier Landsberger Allee / Ferdinand-Schultze-Straße
Quellen: Gewobag, Daiwa House
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