Die Senatskommission Wohnungsbau zieht Bilanz: Seit 2022 wurden Lösungen für Projekte mit rund 19.700 Wohnungen in Berlin vereinbart.
© Titelbild: Wikimedia Commons, Olaf Tausch, CC BY-SA 3.0
Die Senatskommission Wohnungsbau soll festgefahrene Bauprojekte wieder in Bewegung bringen. Zum Ende der Legislaturperiode legt das Gremium nun eine neue Bilanz vor. Sie zeigt, welche Konflikte den Berliner Wohnungsbau bremsen – und warum neue Schulen, Verkehrswege oder Artenschutzmaßnahmen oft über Tausende Wohnungen entscheiden.
- Zuständigkeit: gesamtes Berliner Stadtgebiet
- Zeitraum: seit April 2022
- Bilanz: Lösungen für Vorhaben mit rund 19.700 Wohnungen
- Schwerpunkte: Planungsfristen, Erschließung, Nutzungskonflikte, Natur- und Artenschutz sowie Schulplätze
Seit ihrer Gründung im April 2022 hat sich die Senatskommission mit Wohnungsbauvorhaben befasst, bei denen Bezirke, Senatsverwaltungen oder Projektträger keine gemeinsame Lösung fanden. Nach Angaben des Senats konnten ihre Entscheidungen inzwischen Projekte mit rund 19.700 Wohnungen voranbringen.
Dabei bedeutet „auf den Weg gebracht“ nicht, dass diese Wohnungen bereits gebaut oder genehmigt sind. Die Zahl umfasst Projekte, bei denen die Kommission konkrete Hindernisse geklärt hat.

Eine Illustration zeigt die geplanten Grünflächen der „Alte Schäferei“ in Französisch Buchholz, die als öffentlicher Aufenthaltsraum zwischen neuen Wohnungen, Wegen und Bäumen entstehen sollen. / © Bild: City Press
Alte Schäferei: Schule und Artenschutz als zentrale Voraussetzungen
Ein Beispiel liefert das geplante Quartier „Alte Schäferei“ in Französisch Buchholz. Dort sollen rund 2.500 Wohnungen entstehen. Die Kommission konkretisierte Vorgaben für artenschutzrechtliche Ersatzmaßnahmen. Außerdem verständigten sich die Beteiligten auf den Bau einer zuvor nicht finanzierten Schule. Beide Punkte waren Voraussetzungen für die weitere Planung.
Auch in Lichtenberg hing der Wohnungsbau von neuen Schulplätzen ab. An der Ferdinand-Schultze-Straße soll ein modularer Ergänzungsbau für die 39. Grundschule entstehen. Dadurch können mehrere Bebauungspläne im Umfeld weitergeführt werden, die zusammen etwa 2.000 Wohnungen ermöglichen sollen. Bereits zuvor hatte die Sicherung eines Grundschulstandorts die Entwicklung der Gehrenseehöfe mit mehr als 1.000 Wohnungen unterstützt.
Die Wohnungsbauleitstelle bereitet solche Entscheidungen vor. Sie arbeitet seit 2013 als zentrale Anlaufstelle für größere Neubauvorhaben. Ende 2024 betreute sie 113 sogenannte Fokusprojekte mit rund 80.000 Wohnungen. Als Fokusprojekte gelten Vorhaben ab 200 Wohneinheiten. Damals wiesen 71 Projekte Klärungsbedarf auf, etwa wegen Erschließungsfragen, Nutzungskonflikten oder Anforderungen des Artenschutzes.

Das Wohnquartier an der Landsberger Allee zählt zu den größten Modulbauprojekten Europas. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Tanklager Lankwitz erhält Grundlage für ein gemischtes Quartier
Zu den jüngsten Entscheidungen gehört das ehemalige Tanklager in Lankwitz. Auf dem Areal am Teltowkanal konkurrierten Wohnungsbau und der Erhalt von Gewerbeflächen. Die Kommission verständigte sich auf eine gemischte Entwicklung mit Wohnraum, Gewerbe und Infrastruktur. Wie viele Wohnungen dort entstehen können, ist noch offen. Auch ein konkreter Zeitplan liegt bislang nicht vor.
Die Bilanz macht damit vor allem die Funktion der Kommission sichtbar: Sie ersetzt weder Bebauungsplanverfahren noch Genehmigungen. Sie soll jedoch Entscheidungen herbeiführen, wenn Zuständigkeiten, Flächenansprüche oder Infrastrukturfragen ein Projekt blockieren. Ob die rund 19.700 Wohnungen tatsächlich entstehen und wann sie fertig werden, hängt weiterhin von den anschließenden Planungs-, Finanzierungs- und Bauverfahren ab.
Quellen: Senatskanzlei
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