In Reinickendorf plant Edeka einen großen Supermarkt im früheren C&A-Gebäude in Alt-Tegel. Wohnungen über der Filiale gelten als mögliche Lösung für knappen Raum in Berlin.

Wie hier in Mahlsdorf sollen im gesamten Berliner Stadtgebiet neue Supermärkte mit darüber liegendem Wohnraum entstehen.

Wie hier in Mahlsdorf sollen im gesamten Berliner Stadtgebiet neue Supermärkte mit darüber liegendem Wohnraum entstehen. / © Visualisierung: Lidl

© Titelbild: IMAGO / Jürgen Ritter

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Edeka hat das frühere C&A-Gebäude in Alt-Tegel gekauft. In Reinickendorf könnte dort ein großer Supermarkt entstehen. Bei einem möglichen Neubau stehen auch Wohnungen zur Debatte. Das Modell passt zu mehreren Berliner Projekten, die Handel und Wohnraum auf engem Raum verbinden.

  • Bezirk: Reinickendorf
  • Adresse: Alt-Tegel 2
  • Gebäude: früheres C&A-Kaufhaus
  • Eigentümer: Edeka Minden-Hannover
  • Fläche: rund 5.000 Quadratmeter Ladenfläche auf zwei Etagen

Edeka Minden-Hannover hat das frühere C&A-Gebäude in Alt-Tegel übernommen und verfügt dort nun über rund 5.000 Quadratmeter Ladenfläche auf zwei Etagen. Das Gebäude steht seit Ende 2024 leer, nachdem C&A zunächst in die Gorkistraße gezogen war und anschließend auch das Outlet im alten Haus geschlossen hatte.

Die Immobilie hat für Tegel eine besondere Bedeutung, weil sie an einem zentralen Standort liegt. Das aktuelle Gebäude entstand 1966 für C&A Brenninkmeyer. Im Bereich Berliner Straße befand sich neben dem Kleidungsgeschäft lange ein Bolle-Lebensmittelladen. Nun übernimmt Edeka das Haus und bringt damit einen Supermarkt an einen Ort zurück, der bereits eine Geschichte als Handelsstandort hat.

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Wohnungen über dem Supermarkt bleiben baurechtlich offen

Ob Edeka das bestehende Gebäude nutzt oder ein Neubau entsteht, ist noch nicht entschieden. Der Reinickendorfer Bezirksverordnete Felix Schönebeck spricht sich dafür aus, bei einem Neubau Wohnungen über dem Supermarkt zu prüfen. Nach seiner Einschätzung braucht Tegel zusätzlichen Wohnraum, vor allem im mittleren Marktsegment.

Das Baurecht setzt dem Vorhaben jedoch Grenzen. Der Standort liegt in einem Kerngebiet. Dort sieht das Planungsrecht vor allem Handel, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur vor. Wohnungen lassen sich deshalb nicht ohne besondere Genehmigung umsetzen. Schönebeck hat deshalb einen Antrag in die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht, damit der Bezirk eine Ausnahme prüft.

Supermarkt-Überbauung in Berlin-Friedrichshain: Am Franz-Mehring-Platz wurde ein ehemaliges Markthallengebäude aus den 1970er Jahren abgerissen, um Platz für einen Wohnungsneubau mit Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss zu schaffen.

Supermarkt-Überbauung in Berlin-Friedrichshain: Am Franz-Mehring-Platz wurde ein ehemaliges Markthallengebäude abgerissen, um Platz für einen Wohnungsneubau mit Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss zu schaffen. / © Visualisierung: Diamona & Harnisch

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Berlin nutzt Supermarktflächen zunehmend für Neubau-Wohnungen

Das Modell aus Supermarkt und Wohnungen ist in Berlin kein Einzelfall. An der Mollstraße in Friedrichshain entstanden 40 Wohnungen an einem bestehenden Netto-Markt. Beim Projekt „The Franz“ nahe dem Franz-Mehring-Platz wurden 160 Eigentumswohnungen gebaut; im Erdgeschoss öffnete eine Edeka-Filiale.

Auch auf der Mierendorffinsel in Charlottenburg entsteht ein vergleichbares Projekt. An der Osnabrücker Straße 27 werden 47 Mietwohnungen auf einem früheren Edeka-Grundstück gebaut. Im Erdgeschoss sind wieder Flächen für Lebensmittelhandel vorgesehen. Weitere Beispiele gibt es in Pankow und Friedrichshain.

Warum Supermarkt und Wohnungen in Reinickendorf zusammenpassen

Wohnungen über Nahversorgung – das macht angesichts des knappen Berliner Baulands durchaus Sinn. Viele Supermärkte nutzen große Grundstücke nur eingeschossig und ergänzen sie durch offene Parkplatzflächen. Würden Handel, Wohnen und Stellplätze neu organisiert werden, wären in Berlin mehr als 5.000 neue Wohnungen möglich.

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Für Reinickendorf ist der Fall Alt-Tegel deshalb mehr als eine einzelne Standortfrage. Der geplante Supermarkt könnte Leerstand beenden und die Nahversorgung stärken. Wohnungen über der Filiale würden zusätzlichen Raum schaffen, ohne neue Flächen am Stadtrand zu beanspruchen. Ob das gelingt, hängt nun von Gebäudezustand, der Planung, der Wirtschaftlichkeit und vor allem dem Baurecht ab.

ehe. C&A (Reinickendorf)

Quellen: Tagesspiegel, Berliner Kurier

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