In Spandau entwickeln landeseigene und private Akteure mehrere neue Wohnquartiere. Dabei entstehen nicht nur Mietwohnungen, sondern auch soziale Einrichtungen und nachhaltige Infrastrukturen. Fünf aktuelle Projekte zeigen, wie der Bezirk mit verschiedenen Konzepten auf den wachsenden Wohnraumbedarf reagiert.

© Titelbild: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY-SA 4.0

 

Spandau zählt rund 246.257 Einwohnerinnen und Einwohner und ist geprägt von seiner Lage entlang der Havel sowie seinen ausgedehnten Wald- und Wasserflächen. Der Bezirk hat eine reiche Geschichte, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht. Zu seinen kulturellen Highlights gehört die im 16. Jahrhundert erbaute Zitadelle Spandau, die heute als Veranstaltungsort genutzt wird.

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Der Bezirk Spandau erlebt derzeit eine rege Bautätigkeit, bei der sowohl öffentliche als auch private Akteure neue Wohnviertel entwickeln. Diese Projekte gehen über den Bau neuer Mietwohnungen hinaus und integrieren auch soziale Einrichtungen. Durch diese umfassenden Entwicklungen soll das Wohnangebot in Spandau erweitert und verbessert werden.

231 neue Wohnungen im Havelufer Quartier: Nachhaltigkeit und bezahlbarer Wohnraum am Wasser

Die siebengeschossigen Neubauten zeigen gut einsehbare Laubengänge mit außenliegenden Treppenhäusern.

Im Havelufer Quartier entstehen derzeit drei Wohngebäude mit insgesamt 231 mietpreisgebundenen Wohnungen. Die HOWOGE setzt dabei auf eine fossilfreie Stromversorgung durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern. / © Visualisierung: BRH Generalplaner GmbH

Die HOWOGE baut im Havelufer Quartier insgesamt 231 neue Wohnungen, die sich auf drei Gebäude verteilen. Zwei davon entstehen an der Marius-Carpentier-Straße, ein weiteres an der Streitstraße. Die HOWOGE plant, die ersten Wohnungen im Herbst 2025 fertigzustellen, während der Großteil des Projekts bis Jahresende bezugsbereit sein soll. Alle Einheiten werden mietpreisgebunden vergeben.

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Um den Energieverbrauch zu senken, verfolgt das Projekt das sogenannte Nur-Strom-Konzept. Dabei erzeugen Photovoltaikanlagen auf den Dächern einen Großteil des benötigten Stroms. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen diesen Strom direkt als Grünstrom nutzen. Auf dem Richtfest betonten sowohl Vertreterinnen und Vertreter der Stadt als auch der HOWOGE, dass das Projekt bezahlbaren Wohnraum mit ökologischen Zielen verknüpft.

WBM Neubau in der Wasserstadt: Geförderte Wohnungen und soziale Einrichtungen geplant

Die Visualisierung zeigt das künftige Wohngebäude der WBM direkt am Ufer der Havel. Das achtgeschossige Gebäude bildet eine gestaffelte L-Form.

An der Rauchstraße errichtet die WBM zwei Neubauten mit insgesamt 349 Wohnungen, von denen 238 im ersten Bauabschnitt bis Herbst 2025 fertiggestellt werden. Geplant sind außerdem eine Stadtteilbibliothek, eine Kita sowie Gewerbeflächen. / © Visualisierung: Wiechers Beck Architekten

In der Spandauer Wasserstadt errichtet die WBM ein Wohnquartier mit insgesamt 238 Wohnungen. Die Bauarbeiten am ersten Gebäudeteil laufen, während die Vermietung bereits begonnen hat. Viele dieser Wohnungen sind gefördert, und ein erheblicher Teil ist barrierefrei oder rollstuhlgerecht gestaltet. Die Mieten starten bei 6,50 Euro pro Quadratmeter.

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Parallel zum Wohnungsbau entsteht eine soziale Infrastruktur. Eine Kita, eine neue Stadtteilbibliothek sowie Gewerbeflächen sollen das Quartier funktional ergänzen. Darüber hinaus erfüllen die Gebäude den KfW-Energiestandard 55 EE. Nach Angaben des Bauherrn bietet die Lage an der Havel gute Voraussetzungen für ein städtisches Wohnumfeld mit hoher Aufenthaltsqualität.

BUWOG Speicherballett: kombiniert Neubauten und historische Speicher am Havelufer

Das Foto zeigt einen Teil des Speicherballett-Quartiers mit dem auffällig rötlich verputzten Neubau „Havelkiesel“ sowie einem der umgebauten historischen Speicher.

Zwischen der Insel Eiswerder und dem Spandauer Havelufer kombiniert das „Speicherballett“ denkmalgeschützte Speichergebäude mit zwölf Neubauten. Insgesamt wurden rund 260 Wohnungen realisiert, ergänzt durch soziale Infrastruktur. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Das sogenannte Speicherballett verbindet zwei denkmalgeschützte Speichergebäude mit neuen Wohnbauten. Die BUWOG hat seit 2019 auf dem Areal zwölf Neubauten errichtet und zwei ehemalige Getreidespeicher aus der Nachkriegszeit zu Wohnzwecken umgebaut. Diese Gebäude ergänzen sich architektonisch mit organisch geformten Neubauten, die unter anderem vom Büro BRH Architekten stammen.

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Zusätzlich setzt das Projekt auf ressourcenschonende Bauweisen. Photovoltaikanlagen, ein Regenwassermanagement und begrünte Dächer sollen den Energiebedarf senken. Im Quartier entstanden etwa 260 Mietwohnungen sowie eine Kita, ein Café und eine Pflegeeinrichtung für demenzkranke Menschen. Obwohl das Projekt bereits abgeschlossen ist, wirken viele Einheiten derzeit noch unbewohnt. Die BUWOG äußerte sich bislang nicht zum Stand der Vermietung.

DEGEWO-Projekt an der Bismarckstraße: 122 geförderte Mietwohnungen bis 2026

Das Foto dokumentiert den Rohbau des künftigen Wohnkomplexes der DEGEWO an der Bismarckstraße in Spandau.

In der Bismarckstraße baut die DEGEWO einen fünfgeschossigen Wohnkomplex mit 122 Mietwohnungen, davon 98 öffentlich gefördert. Die Fertigstellung ist für Mitte 2026 geplant. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die DEGEWO hat ein Bauvorhaben an der Bismarckstraße übernommen, das 122 Mietwohnungen umfasst. Das Projekt basiert auf einem schlüsselfertigen Ankauf und soll bis Mitte 2026 fertiggestellt werden. Bereits jetzt wächst das Gebäude sichtbar, denn der Rohbau hat vier von fünf geplanten Vollgeschossen erreicht.

Rund 80 Prozent der Wohnungen sollen gefördert entstehen und sich an Haushalte mit mittlerem oder geringem Einkommen richten. Ergänzt wird das Projekt durch ein nachhaltiges Energiekonzept mit Luft-Wasser-Wärmepumpen und Photovoltaikanlage. Durch die teilweise Entsiegelung des Grundstücks entstehen begrünte Außenanlagen, ein Kinderspielplatz und zusätzliche Freiflächen. Auch die Lage nahe Altstadt Spandau, Supermärkten und Bildungseinrichtungen trägt zur Attraktivität bei.

Neuendorfer Hof: Pflege- und Wohnangebot für Menschen mit Unterstützungsbedarf

Der fünfgeschossige Neubau wird von einer begrünten Vorgartenzone gesäumt. Menschen bewegen sich auf dem Gehweg und der Straße vor dem Gebäude.

Der Neuendorfer Hof soll ab 2026 Wohn-, Pflege- und Förderangebote für über 300 Menschen mit Unterstützungsbedarf bieten. Betreiber ist die Vitanas Gruppe, Projektentwickler ist Ten Brinke. / © Visualisierung: Ten Brinke

In der Neuendorfer Straße entsteht ein neuer Pflege- und Wohnkomplex, den die Vitanas Gruppe gemeinsam mit dem Projektentwickler Ten Brinke realisiert. Der sogenannte Neuendorfer Hof soll verschiedene Nutzungen an einem Ort zusammenführen. Vorgesehen sind Wohngruppen für 120 Menschen mit Unterstützungsbedarf, ein Beschäftigungsbereich für weitere 60 Personen sowie eine stationäre Pflegeeinrichtung für ältere Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Außerdem übernimmt eine zentrale Großküche die Versorgung der gesamten Einrichtung. Ein langfristiger Mietvertrag mit Vitanas sichert die Nutzung des Gebäudes, das nach seiner Fertigstellung 2026 in den Bestand des Investmentmanagers Patrizia übergehen soll. Laut Projektbeteiligten vereint das Vorhaben soziale Teilhabe, Versorgungssicherheit und eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

 

Quellen: Ten Brinke, Vitanas, Spandau bewegt, DEGEWO, BUWOG, speicherballett.de, WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH

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One Comment

  1. Tolik 9. August 2025 at 01:59 - Reply

    Hallo, wo sind im Speicherballett 260 Mietshwohnungen entstanden? Wohne selber hier, bis jetzt wurden alle Wohnungen einzeln verkauft, außer in zwei Gebäuden.
    Die zweite Frage ist, wo ist die Kita auf dem Gelände, es gibt nichts zu sehen, die existiert einfach nicht…

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