Berlin steuert laut eigenen Angaben auf einen deutlichen Zuwachs an Wohnraum zu: Zwischen 2022 und Ende 2026 sollen in Berlin rund 80.000 Wohnungen fertiggestellt werden – Lebensraum für über 160.000 Menschen. Eine zentrale Rolle bei der Beschleunigung und Koordination größerer Bauvorhaben übernimmt dabei die Senatskommission Wohnungsbau.

Cite Foch Wohnungen

Die Stadt arbeitet daran, Hindernisse zu beseitigen, damit Wohnungsbauprojekte zügig umgesetzt werden können. Ein Beispiel dafür ist die Cité Foch in Reinickendorf: Durch die gesicherte Schulplatzversorgung konnte der Bebauungsplan festgesetzt werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

ANZEIGE

 

Die Senatskommission Wohnungsbau, die sich im April 2022 konstituierte, zieht Bilanz und teilt der Presse mit: In den letzten Jahren wurden bereits rund 16.700 neue Wohnungen auf den Weg gebracht. Ziel der Kommissionsarbeit ist es, zentrale Wohnungsbauprojekte zu beschleunigen, Hemmnisse zu beseitigen und die Rahmenbedingungen für Neubauten zu verbessern.

Die Wirksamkeit der Kommission zeigt sich laut eigenen Angaben insbesondere in konsequentem Beschlusscontrolling und zielgerichteten Entscheidungen. Dabei gehe es um alles von zeitlichen Abläufen über Nutzungskonflikte bis hin zu Fragen des Natur- und Artenschutzes. Auch die Schulversorgung werde berücksichtigt: Ohne entsprechende Bildungseinrichtungen dürfen Neubauprojekte oft nicht starten.

ANZEIGE

Mehr als die Hälfte der Fokusprojekte in Berlin steht derzeit vor Hindernissen

Die Arbeit der Kommission ist eng verknüpft mit der Wohnungsbauleitstelle der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Seit 2013 fungiert sie als zentrale Anlaufstelle für alle Akteure im Wohnungsneubau. Besonders groß angelegte Projekte, sogenannte Fokusprojekte ab 200 Wohneinheiten, werden hier bearbeitet. Derzeit befinden sich 113 solcher Projekte mit insgesamt rund 80.000 Wohneinheiten in Bearbeitung.

Während 45 Fokusprojekte laut Kommission derzeit ohne größeren Klärungsbedarf verlaufen, benötigen 19 aktuelle Abstimmungen, und 49 weisen komplexe Hemmnisse auf – etwa wegen Nutzungskonflikten oder Naturschutzbelangen. Um Verzögerungen zu vermeiden, vermittelt zunächst die Wohnungsbauleitstelle zwischen Bezirken, Senatsverwaltungen und Projektträgern. Können Konflikte nicht auf Fachebene gelöst werden, wird die Senatskommission selbst aktiv.

Lichtenberg und Reinickendorf: Kommission ermöglichte Baurecht und Schulstandorte

Ein Beispiel für die Arbeit der Kommission liefert Lichtenberg: Durch die Sicherung eines neuen Grundschulbaus konnten die Gehrenseehöfe entwickelt und über 1.000 Wohnungen ermöglicht werden. Ähnlich verhält es sich in Reinickendorf: Durch die Klärung der Schulplatzversorgung konnte der Bebauungsplan für die Cité Foch festgesetzt werden. Insgesamt profitieren davon rund 500 Wohneinheiten in der Cité Foch und an der Cyclopstraße.

ANZEIGE

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner betont die Bedeutung der Kommission: „Wir haben ein Instrument geschaffen, das Entscheidungswege verkürzt und so schneller bezahlbaren Wohnraum ermöglicht.“ Senator Christian Gaebler ergänzt, dass Berlin mit bis zu 80.000 neuen Wohnungen im Zeitraum 2022 bis Ende 2026 weit über dem Durchschnitt anderer Bundesländer liegt.

16.700 auf den Weg gebracht, 80.000 bis 2026 – was die Zahlen der Senatskommission wirklich bedeuten

Wer sich nun die Frage stellt, wie die 16.700 „auf den Weg gebrachten“ Wohnungen mit den 80.000 geplanten Neubauten bis Ende 2026 zusammenhängen, ist sicherlich nicht allein. Um das zu klären, hat ENTWICKLUNGSSTADT bei der Senatsverwaltung nachgefragt. Die Antwort zeigt:

  • Die rund 16.700 Wohnungen beziehen sich auf 38 Projekte, die in den Gremien der Senatskommission erfolgreich behandelt wurden. Hier konnte ein Konsens zur Planung und Umsetzung gefunden werden. Die Beschlüsse unterstützen die weitere Planung und Genehmigung, bedeuten aber nicht Baustart oder Baugenehmigung.

  • Die Zahl von rund 80.000 Wohnungen beschreibt hingegen die gesamte prognostizierte Fertigstellung von 2022 bis Ende 2026, inklusive bereits erfasster Fertigstellungen und noch zu erwartender Neubauten durch Land, Genossenschaften und private Investoren.

  • Die 113 Fokusprojekte in Bearbeitung haben unterschiedliche Klärungsbedarfe. Viele dieser Projekte werden erst nach 2026 fertiggestellt und zählen daher nicht automatisch zu den 80.000 Wohnungen.

Die verschiedenen Zahlen zeigen dabei vor allem: Wohnungsbau in Berlin ist komplex, und Fortschritt passiert Schritt für Schritt. Die Kommission soll in erster Linie dabei helfen, dass die Stadt auf diesem Weg nicht ins Stocken gerät, und dass neue Wohnungen möglichst schnell Realität werden.

 

Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

One Comment

  1. Max 17. Februar 2026 at 16:00 - Reply

    Huch, dann haben wir dieses Jahr noch viel zu tun. Obwohl .. sollen … also kein Stress.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.