Knapp ein Jahr nach der Grundsteinlegung im März 2025 hat das Wohnquartier „Zwieseler Hof“ in Berlin-Karlshorst Richtfest gefeiert. Der Rohbau der ersten Bauabschnitte ist damit abgeschlossen, die Fertigstellung der Eigentumswohnungen ist für Ende 2026 geplant. Auf den geförderten Wohnungsbau, der im letzten Bauabschnitt realisiert wird, müssen künftige Mieterinnen und Mieter allerdings noch rund zwei Jahre länger warten.

Beim Richtfest auf dem Gelände des „Zwieseler Hofs“ wurde der Baufortschritt sichtbar: Insgesamt entstehen 147 Eigentumswohnungen sowie 174 Mietwohnungen, davon rund 30 Prozent im geförderten Wohnungsbau. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Im März 2025 wurde an der Zwieseler Straße 164 in Berlin-Karlshorst der Grundstein für das neue Wohnquartier „Zwieseler Hof“ gelegt. Nun, kaum ein Jahr später, feiern die Projektentwickler der wvm Gruppe Berlin und Generalunternehmer GOLDBECK Richtfest. Der Rohbau der ersten Bauabschnitte ist damit abgeschlossen, ein Tempo, das im Berliner Wohnungsbau keineswegs selbstverständlich ist, zumal dem Baustart eine rund neunjährige Planungs- und Entwicklungszeit vorausgegangen war.
Möglich wurde dieser zügige Baufortschritt unter anderem durch den Einsatz modularer und serieller Bauweise von GOLDBECK. Sie erlaubt eine parallele Steuerung der Bauphasen, reduziert Wartezeiten zwischen den Gewerken und ermöglicht eine präzise Taktung der Abläufe auf der Baustelle. Für die Beteiligten ist die termingerechte Umsetzung damit nicht nur ein handwerklicher, sondern auch ein planerischer Erfolg.
Wohnungsangebot im Neubauprojekt in Karlshorst: 321 Einheiten für rund 700 Menschen, davon 30 Prozent gefördert
Insgesamt entstehen auf dem rund 25.000 Quadratmeter großen, ehemals brachliegenden Areal 321 Wohnungen für rund 700 künftige Bewohnerinnen und Bewohner. Das Quartier kombiniert 147 Eigentumswohnungen mit 174 Mietwohnungen und setzt dabei auf soziale Durchmischung: 30 Prozent der Einheiten sind als geförderter Wohnraum ausgewiesen. Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler betonte, dass das Projekt damit auch sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen zugutekommen soll und der geförderte Anteil gerade angesichts steigender Baukosten ein wichtiges Signal sei.
Allerdings ist dieser Teil des Quartiers noch nicht in greifbarer Nähe. Die ersten beiden Bauabschnitte, die Eigentumswohnungen umfassen, sollen Ende 2026 fertiggestellt sein. Der geförderte Wohnungsbau ist hingegen erst im letzten Bauabschnitt vorgesehen und wird voraussichtlich in rund zwei bis zweieinhalb Jahren abgeschlossen. Wer auf günstigeren Mietwohnraum in Karlshorst wartet, muss sich also noch gedulden.
So soll das Wohnquartier in Karlshorst aussehen: Begrünter Innenhof, eine Kita und 800 Fahrradstellplätze
Das Quartier ist als blockoffene Struktur aus vier- bis fünfgeschossigen Häusern geplant, die mit gelben Klinkern und weißen Putzbändern eine einheitliche, aber gegliederte Fassade bilden. Der Innenhof soll autofrei und begrünt gestaltet werden, mit großen Bäumen und öffentlicher Durchwegung für Fußgänger und Radfahrer. Damit übernimmt der Hof nicht nur eine Aufenthaltsfunktion für die Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch eine stadträumliche Verbindungsrolle zwischen dem Entwicklungsgebiet und der nahegelegenen U-Bahn-Station.
Zur sozialen Infrastruktur gehört eine Kindertagesstätte mit eigenem Außenbereich. Das Mobilitätskonzept setzt mit 800 Fahrradstellplätzen und lediglich 120 Pkw-Stellplätzen in der Tiefgarage einen klaren Akzent. Walmdächer mit Photovoltaikanlagen und begrünte Dachgärten zur Regenrückhaltung runden das Konzept ab und spiegeln den Anspruch wider, das Quartier nicht nur schnell, sondern auch nachhaltig zu bauen.
Berliner Wohnungsmarkt unter Druck: Zwieseler Hof als Baustein einer wachsenden Genehmigungsdynamik zur Verbesserung der Situation
Das Projekt in Karlshorst steht nicht allein. Die wvm Gruppe plant gemeinsam mit GOLDBECK weitere Vorhaben in Berlin, unter anderem in Weißensee und Neukölln. Auf gesamtstädtischer Ebene wurden im vergangenen Jahr 9.054 Wohnungen genehmigt, rund 40 Prozent mehr als im Vorjahr. Das langfristige Ziel der Senatsverwaltung liegt bei 20.000 neuen Wohnungen pro Jahr, ein Wert, der trotz der positiven Tendenz noch weit entfernt scheint.
Das Richtfest am Zwieseler Hof ist vor diesem Hintergrund ein konkretes Zeichen, dass Berlins Wohnungsbau an Fahrt gewinnt. Wie dringend das nötig ist, zeigt der Blick auf den geförderten Bauabschnitt: Auch wenn er im Gesamtprojekt fest eingeplant ist, werden die Menschen, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind, noch einige Zeit warten müssen, bis die Schlüssel übergeben werden können.

Die Baustelle am Zwieseler Hof in Berlin-Karlshorst läuft auf Hochtouren. Ende 2026 sollen die ersten Eigentumswohnungen der insgesamt 321 Einheiten fertiggestellt sein. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Die ersten Bauabschnitte des Wohnquartiers „Zwieseler Hof“ in Berlin-Karlshorst zeigen bereits einen deutlich fortgeschrittenen Rohbau, während die weiteren Bauabschnitte bislang noch weniger weit entwickelt sind und schrittweise umgesetzt werden sollen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: wvm Gruppe, GOLDBECK GmbH
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