Auf dem Mahlsdorfer Roller-Areal könnte in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier mit Wohnungen und Gewerbe entstehen. Bei den Unternehmen, die heute auf dem Gelände ansässig sind, sorgt die Perspektive allerdings für Verunsicherung.

Das Areal rund um den Roller-Markt wird heute vor allem von großflächigen Parkplätzen, Zufahrten und einzelnen Bäumen geprägt. Künftig soll hier ein neues gemischtes Quartier entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Mahlsdorf sorgt die mögliche Neuentwicklung des Roller-Areals für Irritationen bei den ansässigen Unternehmen. Wie das Lokalportal „Alles Mahlsdorf“ berichtet, hat unter anderem das Möbelhaus Rahaus nach eigenen Angaben erst durch die Berichterstattung von den Überlegungen zur Zukunft des Standorts erfahren. Weder der Eigentümer beziehungsweise Vermieter noch das Bezirksamt hätten das Unternehmen bislang über die Planungen informiert.
Dabei könnte sich das rund 4,9 Hektar große Areal an der B1/B5 und der Hönower Straße langfristig grundlegend verändern. Der Bezirk hat inzwischen den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan 10-135 gefasst. Vorgesehen ist ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen, Gewerbe und öffentlichen Nutzungen. Eine konkrete Bebauung ist damit allerdings noch nicht beschlossen. Der Aufstellungsbeschluss markiert zunächst den Beginn eines längerfristigen Planungsverfahrens.

So könnte das neue Quartier auf dem heutigen Roller-Areal an der B1/B5 in Mahlsdorf künftig aussehen. / © Mila Architektur: www.mila-berlin.com
„Handwerkermeile“ statt großflächiger Fachmärkte an der B1/B5
Nach dem derzeitigen Planungsstand könnten entlang der B1/B5 Gewerbeflächen in den Erdgeschossen entstehen, darüber sind Wohnungen vorgesehen. Teil des Konzepts ist außerdem eine sogenannte „Handwerkermeile“. Insgesamt könnten rund 52.600 Quadratmeter Brutto-Grundfläche entstehen, davon etwa 42.500 Quadratmeter für Wohnnutzungen.
Richtung Waldowpark könnte die Bebauung niedriger werden und stärker an die bestehende Siedlungsstruktur Mahlsdorfs anschließen. Vorgesehen sind dort unter anderem zwei- bis dreigeschossige Einfamilien- und Reihenhäuser. Auch die Stadtteilbibliothek soll nach den bisherigen Überlegungen erhalten und deutlich vergrößert werden.

Im geplanten Quartier ist eine deutlich größere Stadtteilbibliothek an der Hönower Straße vorgesehen. / © Mila Architektur: www.mila-berlin.com
Für die heute dort ansässigen Möbelhäuser könnte eine solche Entwicklung langfristig das Ende ihrer bisherigen Standorte bedeuten. Nach den bisherigen Planungen müssten dafür unter anderem Roller, Rahaus, Swiss Sense und Multipolster sowie das Gartencenter auf dem ehemaligen OBI-Gelände weichen. Rahaus-Geschäftsführer Roman Rahaus sagte gegenüber „Alles Mahlsdorf“, man habe von den Überlegungen bislang nichts gewusst. Der Mietvertrag bestehe weiterhin.
Keine kurzfristige Schließung: Betrieb soll zunächst weiterlaufen
Eine kurzfristige Schließung des Möbelhauses sei daher nicht geplant. Solange der Mietvertrag bestehe und keine Kündigung erfolge, wolle man den Standort weiter betreiben.
Für das Areal steht damit zunächst weniger ein unmittelbar bevorstehender Abriss als vielmehr ein umfangreicher Planungsprozess bevor. Wie hoch und dicht tatsächlich gebaut werden kann, wie die Verkehrserschließung aussieht und welche Nutzungen am Ende festgesetzt werden, muss erst im weiteren Bebauungsplanverfahren geklärt werden. Auch die Öffentlichkeit soll noch beteiligt werden.
Alt-Mahlsdorf 24-26
Hönower Straße 9
Quellen: Alles Mahlsdorf, Mila Berlin, Marzahn-Hellersdorf LIVE, Berliner Morgenpost, Stefan Ziller, Drucksache 19/24415
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