Unweit des Volksparks Jungfernheide, direkt am U-Bahnhof Halemweg gelegen, wächst bis 2027 ein nachhaltiges Wohnprojekt für ältere Menschen. Mit neuen Wohnungen, Pflegeangeboten, Nahversorgung und einem starken Fokus auf Ökologie soll im Charlottenburger Norden ein Stück Berlin neu gedacht werden. Doch der Weg bis zur feierlichen Grundsteinlegung war kein einfacher.

Am Halemweg 17–19 wird aus einem Bestandsbau der 1960er ein neues Quartier für selbstbestimmtes Wohnen im Alter – ergänzt um Pflegeangebote, Gewerbe und grüne Dächer. Die Grundsteinlegung markierte das Ende langer Genehmigungsverfahren und den Beginn eines mutmaßlich zukunftsweisenden Projekts. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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© Visualisierungen: Projekt Halemweg 17-19 Berlin GmbH / berlinovo
Es hatte sich etwas zusammengebraut über der Baustelle am Halemweg 17-19 im Ortsteil Charlottenburg-Nord, südlich des Volksparks Jungfernheide gelegen. Die Organisatoren der Grundsteinlegung eines Wohnprojekts für Seniorinnen und Senioren mussten mit sturzflutartigen Regenschauern zurecht kommen, doch die geladenen Gäste ließen sich die Laune nicht verderben.
Denn der Weg zu dieser Grundsteinlegung, ein rund fünfjähriges Ringen mit der Berliner Verwaltung, hatte den Projektbeteiligten einiges abverlangt, wie aufmerksame Zuhörer den Festreden entnehmen konnten. So mussten Bedenken von Natur- und Umweltschützern und sogar der Denkmalschutzbehörde aus dem Weg geräumt werden, um dringend benötigten Wohnraum für ältere und pflegebedürftige Menschen, direkt am U-Bahnhof Halemweg (Linie U7) gelegen, zu realisieren.
Halemweg in Charlottenburg-Nord: Bis 2027 soll das geplante Wohnprojekt fertig werden
Umso größer war die Erleichterung aller Beteiligten, die am Donnerstag dem feuchtfröhlichen Festakt beiwohnten. Bezirksstadtrat Christoph Brzezinski (CDU), Stephan Hüssen von der Projekt Halemweg 17-19 GmbH, Caroline Oelmann, Kaufmännische Geschäftsführerin der berlinovo sowie Alf Aleithe, Geschäftsführer für den Immobilien- und Fondsbereich der berlinovo, gehörten zu den Gästen der feierlichen Zeremonie, die den symbolischen Startschuss für den Bau des Wohnprojekts bildete, welches nach aktuellem Stand bis 2027 abgeschlossen werden soll.
Im Zuge des Bauvorhabens wird ein Bestandsgebäude aus den 1960er Jahren, das bereits in den 1990er Jahren aufgestockt wurde, umfassend energetisch saniert. Ergänzt wird die Maßnahme durch eine gezielte Nachverdichtung: Zwei zusätzliche Neubauten – künftig „Haus 2“ und „Haus 3“ genannt – erweitern das Ensemble und schaffen dringend benötigten Raum für seniorengerechtes Wohnen und quartiersnahe Versorgung.
Fünf betreute Seniorenwohngemeinschaften sollen am Halemweg eingerichtet werden
Seit dem Planungsbeginn im Jahr 2020 verfolgt das Projekt einen ganzheitlichen Ansatz. Insgesamt entstehen rund 6.900 Quadratmeter Nutzfläche. Herzstück des Vorhabens ist das Wohnangebot für ältere Menschen: Geplant sind fünf betreute Seniorenwohngemeinschaften mit einer Wohnfläche von rund 2.000 Quadratmetern sowie 70 weitere Seniorenwohnungen, die zusammen etwa 3.000 Quadratmeter umfassen. Ein ambulanter Pflegedienst soll die Versorgung vor Ort sicherstellen.
Darüber hinaus wird eine Weiterbildungseinrichtung für Pflegekräfte in das Quartier integriert. Ergänzt wird das Angebot durch einen Nahversorgungsmarkt sowie weitere kleine Gewerbeflächen mit insgesamt rund 1.300 Quadratmetern, die zur Belebung und funktionalen Durchmischung des Quartiers beitragen.
Nahversorgung: In den Neubau soll auch ein Lebensmittelmarkt einziehen
Zwischen den zwei Neubauten soll ein Dachgarten entstehen, der von den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern genutzt werden kann. Der Lebensmitteldiscounter, der zuvor auf der Fläche stand, ist derzeit interimsweise in einem Zeltbau untergebracht und soll nach Fertigstellung der neuen Gebäude im Erdgeschoss einziehen.
Die temporäre Zelt-Lösung ermöglichte schließlich die Genehmigung des Projekts, ohne dass die Anwohnerschaft auf das bestehende Einzelhandelsangebot verzichten müssen.
Nachhaltiger Ansatz: Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Zisternen zur Regenwassernutzung
Ein besonderer Fokus liegt bei dem Vorhaben auf der nachhaltigen Energie- und Ressourcennutzung: Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Zisternen zur Regenwassernutzung tragen zur ökologischen Quartiersversorgung bei. Die reinen Baukosten des Projekts belaufen sich nach Angaben der Projektverantwortlichen auf rund 23 Millionen Euro.
Die Fertigstellung der Sanierung des Bestandsgebäudes, die bereits auf Hochtouren läuft, ist für das zweite Quartal 2026 geplant. Haus 2 soll im ersten Quartal 2027 fertiggestellt werden, Haus 3 folgt dann im zweiten Quartal desselben Jahres, wenn alles planmäßig verläuft. Umgesetzt wird der Bau von der Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH.
Quellen: Projekt Halemweg 17-19 Berlin GmbH, Berlinovo, Architektur Urbanistik Berlin, Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH
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