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Das Großprojekt „Pankower Tor“ steht vor neuen Hürden: Naturschutz, Klagen und Personalengpässe bremsen den Baustart. Ob das geplante Stadtquartier mit 2.000 Wohnungen wirklich 2027 beginnt, ist ungewiss.

Trotz unterschriebenem Vertrag verzögert sich das Bauprojekt „Pankower Tor“ weiter. Naturschutzauflagen und offene Fragen zum Denkmalschutz werfen den Zeitplan über den Haufen – kolportiert wird ein Baustart ab 2027. / © Nöfer Architekten

© Visualisierung Titelbild: Nöfer Architekten
© Foto: Depositphotos.com / Collage: ENTWICKLUNGSSTADT

 

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Das geplante Stadtquartier „Pankower Tor“ in Berlin-Pankow steht erneut vor Verzögerungen. Der Investor Kurt Krieger und der Bezirk Pankow gaben auf einer Pressekonferenz bekannt, dass der Baustart frühestens 2027 realistisch sei. Grund sind vor allem Klagen von Naturschutzverbänden, offene Fragen zum Denkmalschutz sowie Personalknappheit in den Behörden.

Ursprünglich sollten auf dem 47 Hektar großen Gelände bereits früher rund 2.000 Wohnungen, Schulen und Grünflächen entstehen. Nun drohen jedoch juristische Auseinandersetzungen und organisatorische Engpässe den Zeitplan weiter zu verschieben. Ob das Milliardenprojekt wie vorgesehen umgesetzt werden kann, bleibt offen.

Pressekonferenz bringt neue Zeitprognose zum „Pankower Tor“: Baustart für 2027 angesetzt

Die Ergebnisse einer aktuellen Pressekonferenz zeigen: Der Baustart für das Milliardenprojekt „Pankower Tor“ verzögere sich um weitere Jahre. Er ist nun für 2027 angesetzt.  Der Investor Kurt Krieger ist darüber keineswegs erfreut. Krieger hate am Dienstag in Berlin-Pankow zu einer Pressekonferenz eingeladen und verkündete nun den neusten Stand des Zeitplans.

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Ein Projekt, das eigentlich zügig umgesetzt werden sollte, dürfte durch Naturschutzauflagen und mögliche Klagen noch erheblich beeinträchtigt werden. Krieger und die Bezirksverwaltung betonten, dass ein schneller Baustart unter optimalen Voraussetzungen noch möglich sei, sofern alle Beteiligten zeitnah agieren.

Wohnprojekt in Pankow: Verzögerungen durch Klagen und Kapazitätsengpässe drohen

Ein möglicher Baustart im Jahr 2026 gilt als optimistisches Szenario, realistisch sei jedoch frühstens 2027. Maßgeblich beeinflusst wird der Zeitplan von möglichen juristischen Auseinandersetzungen: Naturschutzverbände könnten den Bebauungsplan beklagen, wodurch Verfahren Jahre in Anspruch nehmen könnten. Der Investor kritisierte in der Pressekonferenz am 23. September 2025, dass solche Klagen eine Blockade darstellen könnten. Zugleich warb er um einen schnellen Verantwortungswechsel von der Politik.

Ein weiterer Engpass liegt in der Personalstruktur des Bezirks, wie Krieger und Bezirk begründen. Die Behördenkapazitäten im Umwelt- und Naturschutzamt seien begrenzt, hieß es. Der Bezirk setze Prioritäten, fordere aber Unterstützung durch den Senat.

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Bezirksamt Pankow: Naturschutz und Denkmalschutz stehen dem „Pankower Tor“ im Weg

Ein Kernpunkt des Streits liegt im Umgang mit geschützten Arten, insbesondere der Kreuzkröte, die auf dem Gelände vorkommt. Die Bezirksverwaltung bezeichnet den Schutz dieser Arten als die größte Herausforderung für das Vorhaben. Für die Kreuzkröte habe man bereits Ausgleichsflächen und Umsiedlungsmaßnahmen vorgesehen, etwa durch den Erwerb benachbarter Gartenanlagen. Umweltschutzverbände wie der NABU haben jedoch bereits in früheren Phasen Kritik geübt. Die Frage, ob diese Maßnahmen rechtlich standhalten, bleibt weiterhin offen.

Auch denkmalpflegerischen Aspekte sind weiterhin ungeklärt: Die drei Lokschuppen auf dem Gelände, die unter Denkmalschutz stehen, wurden laut Medienberichten aus dem Bauplan herausgenommen. Damit bleibt der Umgang mit baulichem Erbe eine offene Baustelle.

Großprojekt „Pankower Tor“ soll 2.000 neue Wohnungen im Berliner Norden schaffen

Mit der Beurkundung des Vertrags zwischen Investor, Bezirk Pankow und dem Land Berlin haben die Beteiligten am 25. März 2025 einen wichtigen Schritt in Richtung Quartiersentwicklung vollzogen. Geplant ist auf dem rund 47 Hektar großen Areal des ehemaligen Rangierbahnhofs in Pankow ein neues Stadtquartier mit etwa 2.000 Wohnungen, Schul- und Kitastandorten, einer Einkaufsstraße und einem Stadtteilpark.

Der Masterplan wurde bereits 2022 vorgestellt und sieht darüber hinaus zwei Hochhäuser, einen Stadtplatz und einen grünen Quartierspark entlang des Bahndamms vor. Doch der Vertragsabschluss beseitigt nicht die Herausforderungen. Der im Vertrag enthaltene Erschließungsvertrag, Maßnahmen zum Naturschutz und das Verfahren zum Bebauungsplan bilden lediglich die organisatorische Basis, nicht die Gewährleistung, dass Konflikte in der Praxis bewältigt werden. Ob der Bauzeitplan für 2027 eingehalten werden kann, bleibt weiterhin abzuwarten.

 

Quellen: Der Tagesspiegel, Bezirksamt Pankow, Kurt Krieger, NABU

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5 Kommentare

  1. Thomas Brandt 27. September 2025 at 00:08 - Reply

    Wenn Kröten wichtiger als Menschen für Menschen werden, ist irgendwas falsch.

  2. Killahfrog 27. September 2025 at 14:25 - Reply

    3 Lokschuppen, Jahrzehnte dem Verfall preis gegeben – Wohnungen für tausende Menschen, Hmmm da muss man aber auch genau drüber nachdenken… Nur nichts überstürzen!
    An der schönen S-Bahn Linie, steht ein Lokschuppen in Brand und in der Granitzstr. geht Macky Messer mit Kanistern in der Hand…
    Ei loff Börlinn! 🥰

    • Ch. Kühn 28. September 2025 at 21:07 - Reply

      Ein paar alte Lokschuppen, die braucht die Stadt…

  3. Werner Schley 27. September 2025 at 21:22 - Reply

    An Herrn Kriegers Stelle würde ich das Projekt stoppen und dort investieren, wo man mein Engagement zu schätzen wüsste. Berlin verkommt gerade zu einer dreckigen unbedeutenden Provinzstadt ohne jegliche Zukunftsperspektive. Vielleicht könnte man Berlin mit einem Containerschiff vergleichen. Der Kapitän hat zuvor seinen Segelschein auf dem Wannsee gemacht, die Crew hat auch keine Ahnung von der christlichen Seefahrt und der Zielhafen wird noch ausgewürfelte aber die Stimmung an Bord ist gut

    • Max 28. September 2025 at 14:43 - Reply

      Die BZ hat nachgerechnet. Krieger hat 100 Millionen für das Grundstück bezahlt. Hätte er die in Aktien investiert wären daraus heute mehrere Hundert Millionen geworden. Er will dagegen immer noch eine Milliarde investieren. Wenn man ihn lässt.

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