In Frankfurt entsteht an der Straße „In der Römerstadt 126-134“ ein neues Wohnquartier mit rund 190 Mietwohnungen, und das mit einem besonderen Blick in die Vergangenheit. Direkt im Erdgeschoss werden original erhaltene römische Baureste der antiken Stadt Nida sichtbar gemacht.

Modell für Ausstellungsfläche des Archöoligischen Museums in Frankfurter Wohnquartier

Das Modell veranschaulicht, wie die römischen Baureste in die Neubauten integriert werden und gibt sowohl Bewohnerinnen und Bewohnern als auch Besucherinnen und Besuchern einen ersten Eindruck von der geplanten musealen Fläche im Erdgeschoss. / © Foto: Stadt Frankfurt a.M., Foto: Salome Roessler

© Fotos: Stadt Frankfurt a.M., Foto: Salome Roessler

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Auf dem Grundstück an der Straße „In der Römerstadt 126-134“ entsteht ein neues Wohnquartier mit rund 190 Mietwohnungen. Das besondere daran: Bei Grabungen im Vorfeld des Neubaus wurden etwa 1.800 Jahre alte Architekturreste freigelegt.

Um die Funde aus der römischen Antike dauerhaft zu sichern und gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, haben die Beteiligten sich darauf geeinigt, eine Ausstellungsfläche des Archäologischen Museums direkt in die Wohnanlage zu integrieren.

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Integration des Archäologischen Museums in die Wohnanlage „In der Römerstadt“

Die Fläche soll im Erdgeschoss und Anbau eines der neuen Wohngebäude untergebracht werden, sodass ein Großteil der archäologischen Relikte erhalten bleibt. Besucherinnen und Besucher erhalten künftig im Rahmen von Führungen die Möglichkeit, die Fundstücke am Originalstandort zu erleben. Zu den ausgestellten Objekten zählt auch der 2023 geborgene Holzkeller, der derzeit noch im Depot des Archäologischen Museums lagert und an seinen ursprünglichen Fundort zurückkehren wird.

In den Ausstellungsbereichen werden zudem ausgewählte Funde präsentiert, die die Topographie Nidas und die städtische Entwicklung der Region veranschaulichen, während praktische Werkstattprogramme für Schulklassen und Gruppen die Fundstücke aktiv vermitteln.

Präsentation des Architekturmodells für die museale Fläche

Am 2. März 2026, stellten die Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig, der Dezernent für Planen und Wohnen Prof. Dr. Marcus Gwechenberger, der leitende Direktor des Archäologischen Museums Dr. Wolfgang David sowie der Vorsitzende der Geschäftsführung der ABG FRANKFURT HOLDING Frank Junker ein Architekturmodell der künftigen musealen Fläche vor.

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Das Modell wurde von Benjamin Jourdan vom Büro Jourdan & Müller Steinhauser GmbH im Auftrag des städtischen Kulturamtes entworfen und zeigt, wie die römischen Baureste in die geplante Wohnanlage eingebunden werden.

Authentizität und Vermittlung der römischen Stadtgeschichte Nidas

Der leitende Direktor des Archäologischen Museums Dr. Wolfgang David betonte die Authentizität der über 1800 Jahre alten römischen Baureste und wies darauf hin, dass sie eine besondere Atmosphäre erzeugen, die durch die Kombination von originalen Gebäuderesten und begleitenden Ausstellungsflächen noch verstärkt wird.

Er erläuterte, dass die Fundstücke nicht nur die frühstädtische Topographie Nidas veranschaulichen, sondern auch durch ausgewählte Exponate und praxisorientierte Vermittlungsangebote den Besucherinnen und Besuchern ein anschauliches Verständnis der römischen Besiedlung und ihrer städtischen Strukturen ermöglichen.

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Römisches Erbe in Frankfurt wird zunehmend sichtbar

Ausgrabungen am Bolongaropalast, Frankfurt

Die Ausgrabungsstätte am Bolongaropalast © Stadt Frankfurt am Main / © Foto: Maik Reuß

Auch an anderen Stellen Frankfurts zeigt sich die Bedeutung der römischen Geschichte: So wurden bei Renovierungsarbeiten im Palastgarten am Bolongaropalast im Stadtteil Höchst die Reste eines frührömischen Militärlagers entdeckt. Diese Funde, darunter Keramik und Münzen, gehören zu den ältesten Zeugnissen römischer Präsenz rund um Frankfurt und liefern neue Einblicke in die frühe Besiedlung der Region.

Sie verdeutlichen, wie wertvoll die Verbindung von Bauprojekten und archäologischer Forschung ist, um das römische Erbe Frankfurts zu bewahren und erlebbar zu machen.

Quellen: ABG, Stadt Frankfurt am Main

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One Comment

  1. Gottfried 21. März 2026 at 15:58 - Reply

    Da dürfte man gespannt sein wie lange diese im Originalzustand, nach Bezug der Wohneinheiten, bleiben.

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