Potsdams Wohnungsmarkt bleibt angespannt, doch die Unterschiede zwischen Innenstadt, Randlagen und Umland sind groß. Eine aktuelle Markteinschätzung zeigt hohe Preise in gefragten Lagen und günstigere Angebote außerhalb des Zentrums.

Am Volkspark entstehen mehrere Wohngebäude mit Eigentums- und Mietwohnungen sowie gemeinschaftlichen Außenanlagen. / © Visualisierung: ParkVillen Potsdam
© Titelbild: Landeshauptstadt Potsdam / Dana Fiebig
Potsdams Wohnungsmarkt bleibt angespannt, zeigt sich aber deutlich differenzierter als viele andere Märkte in der Hauptstadtregion. Eine aktuelle Einschätzung des IVD Berlin Brandenburg und mehrerer Immobilienakteure beschreibt die Stadt weiterhin als knappen, aber intakten Markt mit großen Preisunterschieden zwischen einzelnen Lagen.
Besonders hoch sind die Preise weiterhin in zentrumsnahen Quartieren und in Wasserlagen. Für bezugsfreie Eigentumswohnungen nennt die Auswertung unter anderem die Berliner Vorstadt mit 5.270 Euro je Quadratmeter, die Jägervorstadt mit 4.800 Euro sowie Neu Fahrland und Groß Glienicke mit 5.290 Euro. In nördlichen Ortsteilen wie Satzkorn, Uetz Paaren und Grube liegt das Preisniveau dagegen bei rund 2.500 Euro je Quadratmeter.
Potsdam: Hohe Preise am Wasser und in der Innenstadt
Die Zahlen zeigen, wie stark sich der Potsdamer Wohnungsmarkt räumlich aufteilt. Während Innenstadtlagen und gewachsene Villenquartiere für viele Haushalte kaum erreichbar bleiben, bieten äußere Ortsteile und das Umland weiterhin Spielräume. Dennoch bleibt auch dort die Frage, ob neue Angebote zu den Budgets der Suchenden passen.
Zugleich hat sich das Marktgeschehen nach den Turbulenzen des Jahres 2022 wieder stabilisiert. Nach Angaben des IVD stiegen die Preise für Eigenheime im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,5 Prozent auf 4.790 Euro je Quadratmeter. Für Eigentumswohnungen wurden über alle Baualtersklassen hinweg durchschnittlich 3.650 Euro je Quadratmeter gezahlt.
Volkspark Potsdam: Letzte Baulücken werden geschlossen
Wie knapp Flächen in attraktiven Lagen geworden sind, zeigt das Projekt ParkVillen Potsdam an der Georg Hermann Allee. Dort wird eines der letzten Baugrundstücke am Volkspark bebaut. Geplant sind sieben Baukörper mit 67 Eigentumswohnungen, 53 Mietwohnungen und sechs Gewerbeeinheiten.
Parallel entstehen Entlastungsangebote zunehmend außerhalb der Kernstadt. In Beelitz entwickelt die First Wohnbau GmbH ein Quartier mit Baugrundstücken, Doppelhaushälften, Reihenhäusern und Wohnungen. Besonders junge Familien aus Potsdam, dem Umland und Berlin interessieren sich für den Standort.
Kirchsteigfeld: Rund 1.000 Wohnungen als größerer Hebel
Größere Wirkung könnte das Kirchsteigfeld im Südosten Potsdams entfalten. Auf rund neun Hektar sollen etwa 1.000 Wohnungen und bis zu 1.600 Arbeitsplätze entstehen. Ein Baubeginn wäre nach Angaben der Projektverantwortlichen ab 2027 möglich, zudem prüft die Stadt den Einsatz des sogenannten Bauturbos.
Der Bedarf bleibt hoch, zumal sich neben dem Bevölkerungswachstum auch die Haushaltsstruktur verändert. Bis 2040 dürfte vor allem die Zahl kleiner Haushalte weiter zunehmen. Neue Projekte müssen deshalb nicht nur zusätzlichen Wohnraum schaffen, sondern auch passende Grundrisse, unterschiedliche Wohnformen und bezahlbare Angebote berücksichtigen.
ParkVillen Potsdam
Kirchsteigfeld
Wohnquartier Beelitz
Patrizierweg Wohnprojekt
Stadtteil Am Stern
Quellen: IVD Berlin-Brandenburg, immobilien-experten-ag, Periskop Development GmbH, Strategis AG;
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