Im Frankfurter Stadtteil Gallus entsteht neuer Wohnraum. Auf einem bislang unbebauten Grundstück startet ein Wohnungsbauprojekt der ABG Frankfurt Holding, das ausschließlich öffentlich geförderte Wohnungen vorsieht.
© Titelbild: Stadt Frankfurt am Main, Jochen Müller
Am Donnerstag, dem 18. Dezember, haben die Bauarbeiten offiziell begonnen. Mit einem symbolischen Spatenstich gaben der Dezernent für Planen und Wohnen, Marcus Gwechenberger, sowie der Geschäftsführer der ABG Frankfurt Holding, Frank Junker, den Startschuss für ein Wohnungsbauprojekt im Stadtteil Gallus.
Auf einem rund 2.000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein neues, vierstöckiges Wohngebäude. Insgesamt realisiert die ABG dort 42 Wohneinheiten. Sämtliche Wohnungen werden als geförderter Wohnraum errichtet und richten sich an Haushalte mit Anspruch auf eine Wohnung im ersten Förderweg.
Ehemaliges Bunkerareal wird zu Wohnraum: ABG kauft Grundstück für Neubau mit 42 Wohneinheiten
Das Bauvorhaben entsteht in der Herxheimerstraße 10, unweit der Haltestelle Wickerer Straße. Auf dem Areal stand zuvor ein Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der im Jahr 1941 errichtet wurde. Das markante Bauwerk prägte über Jahrzehnte das Umfeld, bevor es zurückgebaut wurde. Zuvor befand sich das Grundstück im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA). Anschließend ging es in den Besitz der Stadt Frankfurt über.
Nun steht der historischen Fläche ein Wandel bevor. Der Bau in der Herxheimerstraße 10 wird als lang gestreckte Gebäudezeile umgesetzt, die architektonische Planung übernahm das Frankfurter Büro schneider+schumacher. Alle 42 Wohneinheiten entstehen im Förderweg 1. Vorgesehen sind vier Vollgeschosse sowie ein leicht zurückversetztes Staffelgeschoss. Das Dach entsteht als Satteldach und nimmt die gesamte Haustechnik auf.
So soll der Neubau aussehen: Optische Anlehnung an den frühere Treppenturm des Bunkers
Der Neubau soll laut Planung deutliche Bezüge zum Außenraum aufbauen: Im Erdgeschoss erhalten die Wohnungen Terrassen mit Gartenanteil, in den oberen Geschossen sind Balkone vorgesehen, während die Wohnungen im Staffelgeschoss über kleine Dachterrassen verfügen.
Die Erschließung der einzelnen Wohneinheiten erfolgt über ein vorgelagertes Treppenhaus. Dieses Treppenhaus soll gestalterisch die Formensprache des früheren Treppenturms des Bunkers aufgreifen. Der Neubau habe in etwa die Größe des abgerissenen Bunkers, betont ABG-Geschäftsführer Junker.
Bäume dürfen bleiben: Stadt bestätigt, dass Grünfläche im Süden des ehemaligen Bunkerareals erhalten bleibt
Die im südlichen Teil des Grundstücks vorhandenen Bäume sollen erhalten bleiben, wodurch die Grünfläche des ehemaligen Bunkerareals auch künftig Teil des Quartiers bleibt. ABG-Geschäftsführer Frank Junker betont, dass der Neubau im Passivhausstandard errichtet und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet wird. Die südlich ausgerichtete Dachfläche erhält PV-Module, deren Strom im Mieterstrommodell der Mainova genutzt wird.
Das Grundstück grenzt im Norden an einen Sportplatz und liegt direkt neben der Ackermannschule. Grundschule und Freizeitangebote befinden sich damit praktisch vor der Haustür. Im Westen schließt eine Kleingartensiedlung an, im Süden die Wohnbebauung der Tevesstraße. So entsteht ein Neubau, der sich nicht nur städtebaulich, sondern auch durch den Erhalt des lokalen Grünraums in das Quartier einfügt.
ABG-Neubau in der Herxheimerstraße: Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen
Die ABG Frankfurt Holding hat für den Neubau in der Herxheimerstraße 10 die Firma Züblin als Generalübernehmer beauftragt. Die ersten Mieterinnen und Mieter sollen dann voraussichtlich im vierten Quartal 2027 einziehen. Insgesamt investiert die ABG inklusive Grundstück über 16 Millionen Euro, gefördert durch die Stadt Frankfurt und das Land Hessen.
Der Neubau schafft im Gallus dringend benötigten geförderten Wohnraum und möchte sich behutsam in das bestehende Quartier integrieren. Mit Passivhausstandard und Photovoltaik setzt das Projekt auf eine grundsätzlich gute, ökologische Bilanz, bleibt aber mit 42 Wohneinheiten eher überschaubar. Das Vorhaben verdeutlicht, wie innerstädtische Nachverdichtung gelingen kann, zeigt zugleich aber die Herausforderungen für die Wohnraumentwicklung Frankfurts.
Quellen: Stadt Frankfurt, ABG Frankfurt Holding, schneider+schumacher
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