Am Ku’damm sollen im denkmalgeschützten WOGA-Komplex neue Wohnungen entstehen. Die geplante Bebauung der früheren Tennisplätze bleibt umstritten.
WOGA-Komplex
© Titelbild: Wikimedia Commons, Kasa Fue, CC BY-SA 4.0
Im WOGA-Komplex am Ku’damm plant der Eigentümer einen Neubau mit rund 70 Wohnungen auf früheren, seit fast zwanzig Jahren ungenutzten Tennisplätzen. Sie liegen im Innenbereich des denkmalgeschützten Ensembles. Nach jahrelangem Streit hat der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf nun die Baugenehmigung erteilt.
- Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
- Adresse: Bereich Kurfürstendamm / Cicerostraße / Lehniner Platz
- Ensemble: WOGA-Komplex von Erich Mendelsohn
- Bauzeit: 1925 bis 1931
- Status: denkmalgeschütztes Bauensemble
- Betroffene Fläche: frühere Tennisplätze im Innenhof
- Geplantes Vorhaben: zwei Neubauten mit rund 70 Eigentumswohnungen
- Geplanter Baubeginn: Frühjahr 2027
Der WOGA-Komplex steht seit 1982 unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendes Ensemble der Berliner Moderne. Erich Mendelsohn entwarf dort ein städtebauliches Gefüge aus Kultur, Wohnen, Läden, Hotelnutzung und Sportflächen. Die heutige Schaubühne am Lehniner Platz war ursprünglich das Kino Universum. Zum rückwärtigen Bereich gehören die früheren Tennisplätze, die seit 2007 nicht mehr genutzt werden.

Die früheren Tennisplätze im WOGA-Komplex am Ku’damm liegen seit Jahren brach. Auf dem Gelände sollen künftig neue Wohnungen entstehen. / © Foto Wikimedia Commons, Fridolin freudenfett, CC BY-SA 4.0
Neubau mit Wohnungen im WOGA-Komplex auf früheren Tennisplätzen
Der Projektentwickler Brandenburg Properties plant dort zwei Häuser mit rund 70 familiengerecht geschnittenen Eigentumswohnungen mit Größen zwischen etwa 40 und 120 Quadratmetern. Sozialwohnungen sind nicht vorgesehen.
Die zwei geplanten Neubauten sollen im Innenbereich der früheren Tennisplätze errichtet werden und nah an bestehende denkmalgeschützte Gebäude heranrücken. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hat die Baugenehmigung erteilt. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2027 vorgesehen.
WOGA-Komplex: Anwohner wehren sich gegen das Bauvorhaben
Bereits 2022 hatte das Verwaltungsgericht Berlin ein früheres Vorhaben mit zwei sechsgeschossigen Wohnhäusern und 40 Wohnungen denkmalrechtlich gestoppt. Das Gericht sah die Größe und Massivität des damaligen Entwurfs als erhebliche Beeinträchtigung des Denkmals. Zugleich stellte es fest, dass eine Bebauung des Blockinnenbereichs nicht grundsätzlich ausgeschlossen sei.
Die Anwohnerinitiative „Freunde des WOGA-Komplexes“ und Eigentümer aus der Cicerostraße kritisieren auch das neue Vorhaben. Sie sehen die Blickachsen, die Hoffassaden und das städtebauliche Konzept Mendelsohns gefährdet. Außerdem verweisen sie auf offene Fragen zu Brandschutz, Versiegelung, Baumbestand und Klimafolgen.
Eigentümer will WOGA-Komplex weiterentwickeln
Der Grundstückseigentümer Brandenburg Properties verweist hingegen darauf, dass die Planung aus seiner Sicht an frühere städtebauliche Überlegungen für den WOGA-Komplex anknüpfe. Eine weitergehende Bebauung des Innenbereichs sei nach Darstellung des Unternehmens ursprünglich vorgesehen gewesen, jedoch infolge wirtschaftlicher Entwicklungen in den späten 1920er Jahren nicht umgesetzt worden. Das aktuelle Projekt verstehe der Investor deshalb als Ergänzung eines unvollendeten innerstädtischen Raums.
Der Konflikt um den Neubau am Ku’damm dürfte die Gerichte also weiter beschäftigen. Nach Angaben der Anwohnerinitiative legten Eigentümergemeinschaften Widerspruch gegen die Baugenehmigung ein und bereiten eine Anfechtungsklage vor dem Verwaltungsgericht Berlin vor. Der Widerspruch entfaltet jedoch keine automatische aufschiebende Wirkung. Damit könnte der Investor die vorbereitenden Schritte für das Bauvorhaben grundsätzlich fortsetzen.
Quellen: Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, Verwaltungsgericht Berlin, Freunde des WOGA-Komplexes
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