Am Otto-Weidt-Platz in der Europacity soll ein Wochenmarkt entstehen. Dafür steht nun sogar ein erneuter Umbau des jungen Stadtplatzes zur Debatte.

Gepflasterte Wege prägen den Otto-Weidt-Platz in Berlin-Mitte. Gerade die Pflasterflächen spielen bei der Diskussion um einen möglichen Wochenmarkt in der Europacity eine zentrale Rolle. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Kaum ist der Otto-Weidt-Platz nach jahrelangen Bauarbeiten vollständig nutzbar, beginnt die Diskussion über Veränderungen. Im Mittelpunkt steht ein Wochenmarkt für die Europacity. Weil das Pflaster den Marktständen und ihren Fahrzeugen nach Einschätzung des Bezirks nicht dauerhaft standhalten würde, bringt die Grünen-Abgeordnete Silke Gebel nun einen Umbau ins Gespräch.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Adresse: Otto-Weidt-Platz, 10557 Berlin
- Projekt: Möglicher Umbau für einen Wochenmarkt
- Projektstatus: Politischer Vorstoß
Der Otto-Weidt-Platz wurde erst 2025 vollständig fertiggestellt. Der rund 10.000 Quadratmeter große Platz zwischen Heidestraße und Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal bildet einen der wichtigsten öffentlichen Räume der Europacity. Sein heutiges Konzept stammt von relais Landschaftsarchitekten und verbindet befestigte Flächen mit Grün, Sitzmöglichkeiten, einem Wasserstein und einer breiten Treppe zum Kanal.
Der Weg dorthin dauerte lange. Der symbolische erste Spatenstich fand im April 2018 statt. Kontaminierter Boden, Lieferprobleme und Abhängigkeiten von anderen Bauvorhaben verzögerten die Arbeiten in den Folgejahren. Im Juni 2021 öffnete zunächst ein Teil der Fläche, weitere Bereiche folgten später. Offiziell nennt das Bezirksamt für die Herstellung des Platzes einen Projektzeitraum von 2017 bis 2025 und Gesamtkosten von rund 6,3 Millionen Euro.
Wochenmarkt auf dem Otto-Weidt-Platz scheitert bislang am Pflaster
Schon vor der endgültigen Fertigstellung entstand die Idee, den Otto-Weidt-Platz nicht nur als Aufenthaltsort, sondern auch für einen Wochenmarkt zu nutzen. Doch genau die Gestaltung des Platzes erwies sich als Hindernis. Bereits 2021 bewertete das Bezirksamt eine regelmäßige Marktnutzung kritisch. Grund ist das Kleinsteinpflaster. Häufig darüberfahrende Verkaufswagen könnten den Belag auf Dauer beschädigen. Für eine solche Nutzung müsste das Pflaster nach damaliger Einschätzung in Beton verlegt werden.
Trotzdem nahm die Idee zuletzt wieder Fahrt auf. Ende 2025 besichtigten die Grünen-Abgeordnete Silke Gebel und Bezirksstadtrat Christopher Schriner den Platz gemeinsam mit Anwohnenden. Schriner zeigte sich dabei grundsätzlich offen für einen Markt. Eine Betreiberin, die bereits Berliner Öko-Wochenmärkte organisiert, entwickelte anschließend ein Konzept. Vorgesehen waren nach ihren damaligen Angaben etwa 15 Stände und Verkaufswagen entlang der Heidestraße. Der bereits gestellte Antrag führte jedoch nicht zum gewünschten Ergebnis.

Der Otto-Weidt-Platz liegt zwischen Wohnhäusern und weiteren Neubauten der Europacity. Ein Wochenmarkt soll den öffentlichen Raum künftig stärker beleben, dafür stehen jedoch bauliche Änderungen zur Diskussion. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
BVV Mitte unterstützt einen Wochenmarkt am Otto-Weidt-Platz
Auch die Bezirkspolitik nahm sich des Themas an. Die SPD-Fraktion brachte im Mai 2026 einen Antrag für einen Wochenmarkt auf dem Otto-Weidt-Platz in die Bezirksverordnetenversammlung ein. Daneben beschäftigte sich die BVV mit der Frage, wie die Fußgängerzone besser vor unerlaubtem Autoverkehr geschützt werden kann. Der Antrag zum Wochenmarkt wurde nach Angaben aus dem Quartier am 21. Mai beschlossen.
Damit verschwand allerdings das technische Problem nicht. Nach einem Bericht der Berliner Morgenpost will Silke Gebel deshalb nun einen Umbau des Otto-Weidt-Platzes erreichen, damit der Wochenmarkt doch stattfinden kann. Damit würde ein Platz erneut baulich verändert, dessen Herstellung sich bereits über Jahre hingezogen hatte. Bisher ist das aber nur eine Idee – eine konkrete Planung gibt es nicht.
Europacity sucht nach mehr Alltag rund um den neuen Stadtplatz
Das Thema zeigt zugleich eine neue Phase der Entwicklung der Europacity. Das Quartier nördlich des Hauptbahnhofs ist baulich inzwischen weit fortgeschritten. Rund 3.000 Wohnungen sowie große Büro-, Handels- und Gastronomieflächen waren für das Gebiet vorgesehen. Nachdem viele Gebäude und Freiräume entstanden sind, rückt damit stärker die Frage in den Mittelpunkt, wie diese Orte im Alltag genutzt werden.
Der Wochenmarkt könnte dabei eine zusätzliche Funktion übernehmen. Die bisherigen Überlegungen sahen Angebote von der Mittagszeit bis in den frühen Abend vor. Damit sollten sowohl Menschen aus den umliegenden Wohnungen als auch Beschäftigte aus den Büros angesprochen werden. Ob dieses Konzept tatsächlich auf dem Otto-Weidt-Platz umgesetzt werden kann, hängt nun jedoch davon ab, ob Politik und Verwaltung eine Lösung für die Platzoberfläche finden.
Otto-Weidt-Platz: Wochenmarkt in der Europacity
Quellen: Berliner Morgenpost, Bezirksamt Mitte von Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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Die seitlichen Straßen zum Wasser sind auf beiden Seiten so geplant, dass sie Feuerwehrfahrzeuge von der Belastung aushalten und hier soll ein Platz für 6 Mio umgebaut werden für ein paar Transporter und Markstände?
Es wäre zudem schöner den Markt nicht direkt an der lauten Heidestraße zu haben.
Ein 6 Mio Umbau wäre wirklich Slapstick und Geldverschwendung der Berliner Verwaltung in Reinkultur.