In Lichtenberg sollen weitere versiegelte Flächen zurückgebaut werden. Geplant sind unter anderem Entsiegelungen an der Gudrunstraße und am Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Konkrete Pläne für den Prerower Platz gibt es dagegen noch nicht.

Am Vorplatz des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde werden rund 2.250 Quadratmeter befestigte Fläche entsiegelt. Niederschlagswasser soll künftig über Versickerungsmulden und Baumbeete vor Ort aufgenommen werden. / © Foto: Wikimedia Commons, Lotse
© Titelbild: HOFFMANN-LEICHTER Ingenieurgesellschaft mbH
In Lichtenberg sollen in den kommenden Jahren weitere öffentliche Flächen entsiegelt und für die Versickerung von Regenwasser geöffnet werden. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage zur Entsiegelung öffentlicher Flächen im Bezirk hervor. Im Mittelpunkt der aktuellen Vorhaben stehen der Zentralfriedhof Friedrichsfelde und die Gudrunstraße in Alt-Lichtenberg.
Neue Flächen am Zentralfriedhof: Umgestaltung läuft bereits
Am Vorplatz des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde läuft bereits die Umgestaltung. Dabei sollen rund 2.250 Quadratmeter vormals befestigte Flächen entsiegelt werden. Zugleich wird die Entwässerung des Bereichs neu organisiert: Niederschlagswasser soll künftig nicht mehr vollständig in die Kanalisation geleitet, sondern über Versickerungsmulden und Baumbeete vor Ort aufgenommen werden.
Auch entlang der Gudrunstraße zwischen Fanningerstraße und dem Vorplatz des Zentralfriedhofs ist eine größere Entsiegelung vorgesehen. Dort sollen rund 1.800 Quadratmeter durch Muldenflächen zurückgewonnen werden. Weitere Flächen könnten durch neue Baumscheiben hinzukommen. Die Umsetzung ist nach Angaben des Bezirksamts für den Zeitraum von 2027 bis 2030 vorgesehen.

Die Gudrunstraße in Alt-Lichtenberg wird zwischen Fanningerstraße und dem Vorplatz des Zentralfriedhofs umgestaltet. / © Visualisierung: HOFFMANN-LEICHTER Ingenieurgesellschaft mbH
Pläne für Prerower Platz bleiben zunächst offen
Weniger konkret sind die Perspektiven für den Prerower Platz im Ostseeviertel. Für das Umfeld gibt es mit dem Masterplan für das „Urbane Zentrum Neu-Hohenschönhausen“ bereits eine städtebauliche Perspektive für die weitere Entwicklung des Bereichs. Derzeit gibt es dort jedoch noch keine konkreten Projektplanungen für eine Entsiegelung. Entsprechende Maßnahmen sollen erst im weiteren Verlauf des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) für das Ostseeviertel festgelegt werden. Dafür laufen derzeit Abstimmungen zwischen den zuständigen Fachämtern.
Auch mit den drei großen Wohnungsbauakteuren im Quartier wurde bereits über mögliche gemeinsame Ansätze gesprochen. Konkrete Projekte oder Finanzierungsmodelle sind daraus bislang jedoch nicht hervorgegangen. Ein Austausch mit dem Management des Linden-Centers ist zudem vorgesehen, aber noch nicht terminiert.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Boulevard im „Urbanen Zentrum Neu-Hohenschönhausen“. Begrünte Hochhäuser, neue Geschäfte und breite Aufenthaltsflächen sollen den Bereich rund um den Prerower Platz künftig prägen. / © Visualisierung: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen / superwien urbanism zt gmbh / studio boden Landscape Architecture + Urban Design
Entsiegelungsprogramm auf Landesebene
Parallel entwickelt die Senatsverwaltung bis Ende 2026 ein gesamtstädtisches Entsiegelungsprogramm. Die Bezirke sind bei der Umsetzung und Pflege der Flächen maßgeblich beteiligt. Lichtenberg prüft Entsiegelungen nach eigenen Angaben grundsätzlich bei Neubau- und Umgestaltungsprojekten.
Auch Fördermittel könnten künftig eine Rolle spielen. Im Rahmen des Programms BENE 2 hat der Bezirk eine ökologische Umgestaltung der Teichanlage im Stadtpark Lichtenberg beantragt, die ebenfalls Entsiegelungen vorsieht.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 26 659, Schriftliche Anfrage
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3 Kommentare
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Was ist das für ein Quatsch:
Warum „entsiegelt“ man Flächen, wenn ein grüner Hof gegenüber des Lindencenters mit gleich 3 Hochhäusern zugepflastert wird?
Das gleiche gilt für den Bereich Vincent van Gogh Straße 47 -33.
Hier soll ebenfalls ein 11 Geschosser hin, der den größten Teil der Grünanlage mit Spielplatz, Sitzgelegenheiten vernichten wird. Zusätzlich müssen diverse Bäume gefällt werden. Die Politik sieht sich nicht in der Lage, dass zu verhindern!
Ahhja, Fanninger Ecke Gudrunstr. wird auch entsiegelt, klasse. Anhand der Skizze entfällt dann auch gleich die Tram. Welche Frechheit, dass der ÖPNV auch immer so viel Flächen beansprucht. Aprospos, der Bus wird sich auf der Gudrunstr. freuen, wenn es noch enger wird. Die Tram und der Bus treffen sich ja jetzt gerne schon auf dieser Strecke ;)