An der Landsberger Allee 174 steht heute ein eingeschossiger Netto-Markt mit Parkplatz. Doch für das Grundstück gibt es inzwischen andere Pläne. Wird der Netto deshalb abgerissen?

Der Netto-Markt an der Landsberger Allee 174 ist weiterhin geöffnet. Wie der bestehende Supermarkt in die Neubauplanung einbezogen werden soll, ist bislang nicht öffentlich bekannt. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Ein eingeschossiger Supermarkt, ein Parkplatz und dahinter die großen Wohnblöcke des Fennpfuhls: Die Landsberger Allee 174 wirkt bislang nicht wie ein klassischer Wohnungsbaustandort. Doch genau für diese Adresse hat das Bezirksamt Lichtenberg inzwischen einen Bauvorbescheid erteilt. Vorgesehen ist ein neues Wohngebäude mit Gewerbeflächen und Tiefgarage.
- Bezirk: Lichtenberg
- Adresse: Landsberger Allee 174, 10369 Berlin
- Heutige Nutzung: Netto Marken-Discount und Parkplatz
- Planung: Wohngebäude mit Gewerbe und Tiefgarage
- Projektstatus: Bauvorbescheid im Mai 2026 erteilt
Die Planung ist bereits seit Ende 2025 aktenkundig. Im Dezember ging beim Bezirksamt ein Vorbescheid für den „Neubau Wohngebäude mit Gewerbe und Tiefgarage“ ein. Die Behörde veröffentlichte den Vorgang am 21. Januar 2026. Ein Vorbescheid klärt einzelne Fragen eines späteren Bauvorhabens vor einem eigentlichen Bauantrag. Eine Baugenehmigung war damit noch nicht verbunden.
Im Mai 2026 tauchte die Landsberger Allee 174 erneut in der monatlichen Übersicht auf. In diesem Monat registrierte der Bezirk nochmals einen Vorbescheid für das Vorhaben. Zugleich führt die Veröffentlichung einen erteilten Bauvorbescheid nach § 75 BauO Berlin für das Wohngebäude mit Gewerbe und Tiefgarage auf.
Netto an der Landsberger Allee 174 ist weiterhin geöffnet
Vor Ort hat sich deshalb bislang wenig verändert. Netto Marken-Discount führt die Filiale an der Landsberger Allee 174 weiterhin als geöffnet. Auch aktuelle Stellenanzeigen des Unternehmens suchen Personal ausdrücklich für diesen Standort. Nach einer schnellen Umsetzung des Wohnungsbauvorhabens sieht das nicht aus.
Wie der vorhandene Netto-Markt später in die Neubauplanung einbezogen werden soll, geht aus den Veröffentlichungen des Bezirksamts nicht hervor. Weder ein Abriss des Marktes noch eine Rückkehr von Netto in die geplanten Gewerbeflächen ist bislang öffentlich bestätigt.
Landsberger Allee entwickelt sich zum Wohnungsbauschwerpunkt
Das Vorhaben fügt sich in eine Reihe von Wohnungsbauprojekten entlang der Landsberger Allee ein. Nur wenige Meter entfernt gibt es bereits die nächste große Wohnungsbauplanung. Nördlich der Landsberger Allee 154–162 soll auf einem heutigen Parkplatz ein 18-geschossiges Wohnhochhaus mit einem angebauten elfgeschossigen Riegel entstehen. Für das neue Hochhaus am Fennpfuhl wurde im August 2026 ein Bauvorbescheid erteilt.
Wenige Hausnummern weiter entsteht derzeit an der Landsberger Allee 116 ein Neubau mit 145 Wohnungen. Dort musste ebenfalls ein eingeschossiger Supermarkt einer dichteren Nutzung aus Wohnungen und Gewerbe weichen.
Neue Wohnungen auch an der Landsberger Allee gegenüber IKEA
Auch im weiteren Verlauf der Straße entstehen große Quartiere. Beim Wohnquartier „Weiße Taube“ mit 1.548 Wohnungen kombiniert die Gewobag Wohnungsbau mit Gewerbe, Kita und Nahversorgung. Dort soll ebenfalls ein Netto-Markt einziehen. Die geplante Eröffnung des neuen Netto an der Landsberger Allee 341 hat sich allerdings verzögert.
Wie groß das Wohnprojekt an der Landsberger Allee 174 tatsächlich werden könnte, bleibt dagegen offen. Das Bezirksamt nennt bislang weder Wohnungszahl noch Geschosszahl, Gebäudehöhe oder Bauzeit.
Wohnungsbau Landsberger Allee 174
Quellen: Bezirksamt Lichtenberg, Netto Marken-Discount, APCOA Deutschland
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Dieser enorme sinnlose Flächenverbrauch für Discounter ist sowieso mehr als fraglich, gerade im Innenstadtbereich. Insbesondere durch die Parkplatzflächen. Das geht komplett an der Realität vorbei. So etwas sollte zukünftig auch nicht mehr genehmigt werden.
Die Devise ist also, solche Märkte in Wohngebäude zu integrieren. Dort können auch begrenzte Parkmöglichkeiten integriert werden. Insbesondere auch für Mobilitätseingeschränkte.
Es gibt also noch genug Flächen, die so zur Verfügung gestellt werden können. Das schont natürlich dann auch bisher unbebaute Flächen etwas, die aktuell dennoch in Nutzung sind.
Letztlich bleibt es trotzdem wichtig, alle Möglichkeiten der Stadt zu nutzen.