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Berlin startet die Imagekampagne für die Olympiabewerbung. Im Velodrom präsentierten am Freitagvormittag Senat und Olympia-Beauftragter ihre Argumente für Spiele in der Hauptstadt, mit einem Fokus auf Kinder, Infrastruktur und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Im Berliner Velodrom fiel der Startschuss für Berlins Kampagne zur Olympiabewerbung. Der Senat setzt dabei auf Sportbegeisterung, Zukunftsinvestitionen und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
© Visualisierung: Senatskanzlei Berlin

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Die Kampagne für die Bewerbung Berlins um die Olympischen und Paralympischen Spiele, die unter dem Slogan „Berlin gewinnt mit Olympia“ startet, wurde am Freitagvormittag im Velodrom vorgestellt.

Im Rahmen der Präsentation gaben Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner, die Senatorin für Inneres und Sport, Iris Spranger, die Senatorin für Bildung und Familie, Katharina Günther-Wünsch, und der Olympia-Beauftragte des Berliner Senats, Kaweh Niroomand, die entsprechenden Statements ab. Im Anschluss an die Präsentation wurde über das Beteiligungsverfahren informiert.

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„Berlin gewinnt mit Olympia“: Veranstaltungsort Velodrom

Der Veranstaltungsort hätte nicht besser gewählt werden können, denn das Velodrom an der Landsberger Allee, in dem heute Abend das Berliner Sechstagerennen beginnt, lieferte den Gästen einen entsprechend motivierenden Rahmen in dieser imposanten Arena, die erahnen ließ, welch stimmungsvolle Atmosphäre bei Olympischen Spielen hier herrschen könnte.

Der Olympiabeauftragte des Senats, Kaweh Niroomand, ergriff als erster Redner das Mikrofon und führte aus, dass der heutige Tag ein guter Tag für den Sport sei. Man habe lange im Hintergrund gearbeitet und viele Gespräche geführt, natürlich auch mit den Mitgliedern des Kuratoriums.

Erste kritische Stimmen hätten bereits wieder angemahnt, dass nichts passiere, doch genau diese Kritiker müsse man mit dieser Kampagne davon überzeugen, dass Olympia eine große Chance für die Stadt sei.

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Kaweh Niroomand: Kritiker überzeugen, dass Olympia eine große Chance für die Stadt wäre

„Aber dem sei überhaupt nicht so, denn seit dem 1. Oktober des vergangenen Jahres arbeitet ein Team von zehn Mitarbeitenden in der Senatsverwaltung Tag und Nacht an der Marketingstrategie“, so Niroomand, „die jetzt in Berlin an den Start geht.“

Mit Blick auf die internationale Konkurrenz habe die Hauptstadt Berlin als Metropole die größte Chance, die Spiele nach Deutschland zu holen. Die Stadt atme und lebe an jeder Ecke internationales Flair.

Kai Wegner nahm den Steilpass Niroomands auf und ergänzte, dass man jetzt am Startblock stehe und gleich der Startschuss oder die Startglocke fallen werde: mit Verweis auf die links vom Podium stehende Glocke, mit der am Freitagabend die Sixdays eingeläutet werden.

Mit diesem Motiv und verschiedenen Slogans wirbt der Berliner Senat für die Olympiakampagne der Hauptstadt. / © Visualisierung: Senatskanzlei Berlin

Bürgermeister Kai Wegner: „Ein guter Tag für Berlin“

„Es ist ein guter Tag für Berlin“, so Wegner, denn „wir gehen es gemeinsam an und wollen eine gute Sportinfrastruktur für die Berliner*innen, die Sportvereine und für die Sportmetropole Berlin.“ Vor allem aber wolle man in Zukunftsinvestitionen für die Stadt investieren.

Darüber hinaus erwarte er, dass diese Kampagne auch den Zusammenhalt in Berlin stärken werde, denn Sport verbinde die Menschen, er sei der Kitt unserer Gesellschaft. Sein Wunsch gehe so weit, dass weniger Spaltung, weniger Hass und Hetze stattfinden.

Bürgermeister wünscht sich Stärkung des Zusammenhalts durch Olympia-Kampagne

Berlin sei die Stadt der Freiheit, Vielfalt, Internationalität und des Respekts, aber er wolle, dass Berlin für echten Zusammenhalt stehe – nicht nur für Berlin und Deutschland, sondern weltweit.
Aus diesem Grund sei Berlin eine „tolle Bewerberstadt“ und ein Angebot für Deutschland, da man nicht nur als Sportmetropole Nummer 1, sondern als einzige internationale Metropole Deutschlands antrete.

Bis zur finalen Entscheidung des DOSB im September werde dies ein Marathon, aber „mit Marathons haben wir in der Stadt beste Erfolge, daher sind wir gut trainiert und kennen uns damit aus“, so Wegner weiter, der offenbar einen ganzen Blumenstrauß an Sportmetaphern mitgebracht hatte.

Kai Wegner: „Wir setzen auf die Kinder, nicht auf Beton“

Weiter betonte Wegner, dass die Berliner Olympiabewerbung auf die Zukunft setze, im Unterschied zu den anderen nationalen Bewerbungen: „Wir setzen auf die Kinder.“ Wenn er die Konzepte der anderen Bewerber lese, lese er „ganz viel über Beton“.

Berlin setze auf die nachfolgenden Generationen, und für Wegner sei Berlin „stückweit eine Stadt, in der man träumen kann und in der Träume entstehen“, aber es gelte auch, Ziele zu erreichen, die man so nicht erreichen würde.

Rückendeckung für Olympia-Bewerbung? Über 809.000 sportbegeisterte Berlinerinnen und Berliner

Innensenatorin Iris Spranger wies auf die außergewöhnliche Sportbegeisterung in der Stadt hin, in der es über 809.000 sportbegeisterte Berlinerinnen und Berliner gebe; da könne man eine solche Bewerbung nicht an sich vorbeiziehen lassen.

Der Berliner Senat steige ganz bewusst in die Bewerbung ein, um den Kindern – bereits vor dem Podium sitzend – gute Bedingungen zu schaffen. Man werde keine neuen gigantischen Bauten brauchen, denn über 90 Prozent der Sportanlagen existierten bereits. Dennoch werde man viel Geld in die Hand nehmen, um die vorhandenen Sportanlagen zu sanieren und zu modernisieren, so Spranger.

Will die Kritiker verstummen lassen: Der Olympia-Beauftragte des Berliner Senats, Kaweh Niroomand, im Gespräch. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Bildungssenatorin Günther-Wünsch betont Berlins Aktivitäten zur Förderung des Kinder- und Jugendsports

Die Senatorin für Bildung und Familie, Katharina Günther-Wünsch, griff den allgemeinen Tenor auf, die Spiele für die Kinder nach Berlin zu holen, und betonte: „Das ist das, was wir gerade erleben, denn wir haben nicht nur eine Sportmetropole, sondern wir haben auch eine extrem sportbegeisterte Stadt.“

Dabei „machen wir auch schon wahnsinnig viel in Berlin, was die Bewegung unserer Kinder betrifft, und man muss mal ganz klar sagen: Die Kinder, die heute noch in die Kita, die Schulen und in die Jugendklubs gehen, das sind die, die tatsächlich bei Olympia 2036/40/44 die Athletinnen und Athleten, Volunteers, Sicherheitskräfte oder auch Zuschauerinnen und Zuschauer sind.“

Günther-Wünsch führte weiter aus, was Investitionen für die Stadt bedeuten können, wies aber auch darauf hin, dass es keine bessere Motivation für die Familien und die Berlinerinnen und Berliner insgesamt geben könne, als in Kinder zu investieren und für Kinder das Beste zu geben. Darum gehe es bei Olympia.

Kostenloser Schwimmunterricht ab Klasse 1 durch Olympia-Effekt?

„Wir bauen die Infrastruktur, die Sportinfrastruktur, aus, und jede neu gebaute Schule bekommt eine Turnhalle, die wettkampftauglich ist“, so die Senatorin weiter. Übrigens würden auch durch die Landessportverwaltung neue Turnhallen gebaut.

Als weitere Zielstellung formulierte Günther-Wünsch, dass am Ende der Grundschule jedes Kind ein Schwimmabzeichen habe. Die Möglichkeiten, die sich durch die Olympia-Investitionen ergeben, eröffneten die Chance, schon ab der ersten Klasse jedem Kind einen kostenfreien Schwimmunterricht anzubieten. „Das ist die Motivation, die mich antreibt und die bei den Familien Begeisterung auslöst, weil das Themen sind, die allen wichtig sind und allen am Herzen liegen“, führte die Senatorin weiter aus.

Mit all der Motivation stehe für die Kinder und Jugendlichen von heute Olympia an erster Stelle. Übrigens spiele der Bildungsaspekt bei Olympia eine ganz große Rolle.
Das Leitmotto „Gib die Spiele den Kindern“ wurde mit den Ausführungen der Senatorin mehr als bekräftigt.

Berlins Olympia-Kampagne soll in alle Gesellschaftsschichten getragen werden

Nun gehe es darum, die Imagekampagne in allen Gesellschaftsschichten der Stadt so zu implementieren, dass die derzeit oft zu vernehmenden kritischen Stimmen in der Stadt verstummen und sich der Kampagne anschließen.

Die zum Schluss des Pressetermins auf die Bühne geholten echten Olympiasieger sollten der Kampagne positive Signale bescheren. Die circa 30 bis 40 Kinder im Alter zwischen 9 und 12 Jahren hatten ihre Begeisterung lauthals kundgetan.

Zum Schluss der Veranstaltung im Velodrom waren sich dann alle einig, mit dem Läuten der Glocke den Startschuss für eine erfolgreiche Kampagne für die Bewerbung Berlins um Olympia und die Paralympics gegeben zu haben.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Senatskanzlei Berlin, DOSB

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3 Kommentare

  1. Chris Da 31. Januar 2026 at 14:55 - Reply

    Wenn Berlin sich auf solche Großveranstaltungen bewirbt, muss auch die Masse an Veranstaltungs-Touristen bedacht werden: mehr ÖPNV zu Veranstaltungsstätten, an Hotspots der Veranstaltung sowie Sightseeing für die großen Gruppen geeignete Fußgängerwege, Warte-/Aufenthaltsbereichr und sichere Querungen, ggf. Tempo 30 oder gar Straßensperrung, mehr Polizeipräsenz für das Mehr an Menschen, Straßenreinigung, uvm. Hier fehlt mir eine logische, umfassende und konsequente Planung.

    Wenn Herr Wegner bei Olympia an Kinder denkt, wäre es schön er würde dies bei Tempo 30 vor Schulen, sicheren Straßenquerungen, Spielplätzen, Kinder-Kulturangebot, etc. auch tun

  2. a.t. 2. Februar 2026 at 17:42 - Reply

    Ja, wird man sicherlich machen, wenn man weiß, dass man die Veranstaltung bekommen hat. Oder würden sie 10…14 Jahre vorher ein imaginäres Haus planen, zu dem sie noch nicht mal das Grundstück, das Geld, die Größe der Familie oder auch nur ein annähernde Vorstellung davon haben, ob sie es überhaupt brauchen oder wollen werden.

  3. Bummbumm 6. Februar 2026 at 18:01 - Reply

    Die Chancen für Berlin sind gleich null.
    Jeder Euro für diese Kampagne ist rausgeworfenes Geld.
    Und der Slogan ‚Wir setzen auf Kinder nicht auf Beton‘ ist einfach nur abgrundtief unterirdisch, was für ein Schwachsinn. Ich persönlich übrigens ziehe Beton vor.
    Allein der Gedanke, dass Berlin Olympia organisieren soll, und man kann nicht einmal Hauptstrassen vom Schnee befreien, zeigt das hier manche völlig von der Realität verabschiedet haben.

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