Das Windrad in Schipkau hat seine geplante Höhe von 365 Metern erreicht und ist damit nur drei Meter niedriger als der Berliner Fernsehturm. Nach mehreren Verzögerungen soll die Anlage im November in Betrieb gehen.

Auch in der Dämmerung ist die besondere Bauweise des Höhenwindturms zu erkennen: Der beleuchtete Stahlgitterturm trägt die Windkraftanlage in rund 300 Metern Nabenhöhe. / © Foto: IMAGO / Rainer Weisflog
© Titelbild: IMAGO / Rainer Weisflog
Das Windrad in Schipkau hat seine geplante Höhe von 365 Metern erreicht. Damit ist die Anlage in der brandenburgischen Lausitz nur drei Meter niedriger als der Berliner Fernsehturm. Bis sie Strom erzeugt, stehen allerdings noch weitere Arbeiten an.
- Das Windrad in Schipkau hat seine geplante Höhe von 365 Metern erreicht.
- Die Rotorblätter sind montiert; der Innenturm wurde auf Endhöhe ausgefahren.
- Nach Verzögerungen durch mangelhafte Stahlteile ist die Inbetriebnahme für November geplant.
- In 300 Metern Nabenhöhe soll die Anlage stärkere und gleichmäßigere Winde nutzen.
Höchstes Windrad der Welt: Rotorblätter in Schipkau montiert
In den vergangenen Tagen wurden die drei Rotorblätter an der Anlage montiert, wie die verantwortliche GICON-Gruppe mitteilte. Anschließend fuhr ein spezielles Hubsystem den inneren Stahlgitterturm auf seine endgültige Höhe aus. Die Nabe des Windrades befindet sich nun in rund 300 Metern Höhe.
Der Aufbau folgt einem ungewöhnlichen Prinzip: Rotor und Generator wurden zunächst in geringerer Höhe installiert und danach mit dem Innenturm angehoben. So lassen sich die schweren Bauteile montieren, ohne sie mit einem Kran direkt auf 300 Meter Höhe heben zu müssen.
Bauarbeiten am Windrad verzögerten sich durch mangelhafte Stahlteile
Im April 2026 waren erst etwa 50 Meter des Turms errichtet. Zuvor hatten fehlerhafte Stahlbauteile eines Zulieferers die Arbeiten für mehrere Monate unterbrochen. Die betroffenen Teile mussten geprüft und ausgetauscht werden.
Auch der zuletzt angekündigte Termin für die Inbetriebnahme im Sommer 2026 ließ sich deshalb nicht halten. Mit dem Erreichen der Endhöhe hat das Projekt nun aber einen wichtigen Bauabschnitt abgeschlossen. Die offizielle Inbetriebnahme ist nach Angaben von GICON für November geplant.
Höhenwind in der Lausitz soll deutlich mehr Strom liefern
Der Standort auf einer ehemaligen Tagebau-Hochkippe soll besonders günstige Bedingungen für die Anlage bieten. In 300 Metern Höhe weht der Wind nach Angaben der Projektentwickler stärker und gleichmäßiger als in den Höhen herkömmlicher Windräder.
GICON erwartet deshalb einen deutlich höheren Stromertrag als bei einer vergleichbaren konventionellen Anlage. Ob die Technik diese Erwartungen erfüllt, wird sich erst im laufenden Betrieb zeigen. Für die Lausitz ist der Höhenwindturm schon jetzt ein weithin sichtbares Zeichen ihres Wandels vom Braunkohlerevier zum Standort erneuerbarer Energien.
Windrad in Schipkau
Quellen: GICON, Focus online, Giessener Anzeiger, Berliner Morgenpost, RBB
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