In Berlin-Wilmersdorf ist an der Bundesallee 199 aus einem leerstehenden Bürohaus eine Senioren-Wohngemeinschaft entstanden – mit viel Eigeninitiative und planerischem Geschick. Das Projekt zeigt, wie neue Wohnformen im urbanen Raum entstehen können.

Büroflächen werden zu Wohnflächen: In Berlin-Wilmersdorf leben Seniorinnen und Senioren in umgebauten Büroräumen in familiärer Atmosphäre. Das Beispiel zeigt das Potenzial kreativer Immobiliennutzung. / © Foto: Hauskrankenpflege Depner
© Fotos: Hauskrankenpflege Depner
In einem ehemaligen Bürogebäude an der Bundesallee 199 ist ein alternatives Wohnkonzept für Seniorinnen und Senioren entstanden. Wo früher Schreibtische und Aktenordner den Alltag bestimmten, leben heute pflegebedürftige Menschen in gemeinschaftlichen Wohngemeinschaften – betreut von einem ambulanten Pflegedienst.
Die Umnutzung des Bestandsgebäudes zeigt, wie leerstehende Gewerbeflächen auf kreative Weise neu gedacht werden können – und was es dafür braucht.
Berlin-Wilmersdorf: Neue Wohnform in umgebautem Bürogebäude
Die Hauskrankenpflege Depner hat mit Unterstützung der Behörden aus dem leerstehenden Objekt ein Zuhause für pflegebedürftige Menschen geschaffen – pro Etage ist Platz für 10 bis 12 Bewohner. Aus anonymen Fluren wurden liebevoll gestaltete Gemeinschaftsräume, aus Einzelbüros helle Zimmer mit wohnlicher Atmosphäre.
Die Geschäftsführerinnen des Pflegedienstes betonen, dass nicht nur die Pflege, sondern auch das persönliche Wohlgefühl der Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt stehe. Es gehe darum, einen Lebensraum zu schaffen, der Sicherheit und Zugehörigkeit vermittelt – jenseits klassischer Pflegeheimstrukturen.
Seniorenpflege an der Bundesallee 199: Individuelle Räume und gemeinschaftlicher Alltag
Die Wohngemeinschaften verfügen über zentrale Küchen und großzügige Wohnräume, in denen sich Pflegekräfte und Bewohner gemeinsam aufhalten können. Die Zimmer können individuell eingerichtet werden. Das Ziel: Eigenständigkeit wahren, ohne auf Unterstützung verzichten zu müssen. Angehörige berichten von einer Entlastung im Alltag und begrüßen die familiäre Atmosphäre.
Der Umbau des Gebäudes war mit zahlreichen baulichen und genehmigungsrechtlichen Herausforderungen verbunden. Die Initiatorinnen berichten, dass die Infrastruktur von Bürohäusern häufig nicht auf Wohnnutzung ausgelegt sei – weder in Bezug auf Wasserleitungen noch auf Brandschutz oder Belüftung.
Bundesallee: Umnutzung des einstigen Bürogebäudes wurde mit hohem Aufwand realisiert
Die Umnutzung sei daher nur in Ausnahmefällen und mit hohem Aufwand realisierbar. Dennoch zeige das Beispiel, welches Potenzial leerstehende Gewerbeimmobilien im urbanen Raum bieten können – sofern Behörden mitziehen und planerischer Spielraum besteht.
Die Betreiberinnen weisen darauf hin, dass das Modell vor allem deshalb erfolgreich sei, weil Pflege und Immobilienwirtschaft in diesem Fall besonders eng zusammengearbeitet hätten – ein Zusammenspiel, das in der Praxis bislang selten vorkomme.
Pflegewirtschaft trifft Immobilienbranche: Dialog und enge Zusammenarbeit sind notwendig
Oft fehlten Pflegeanbietern geeignete Immobilien, während Eigentümer wenig Erfahrung mit sozialen Wohnformen hätten. Hier sei ein Dialog notwendig, um neue Konzepte für die wachsende ältere Bevölkerung zu entwickeln.
Mit etwa 700 bis 800 betreuten Wohngemeinschaften gilt Berlin dabei tatsächlich als Vorreiter in Deutschland. Der Bedarf für solche Immobilien ist groß – nicht nur aus pflegerischer Sicht, sondern auch angesichts der demografischen Entwicklung und der vielen leerstehenden Büroflächen. Dass sich beides sinnvoll verbinden lässt, zeigt das Projekt in der Bundesallee auf eindrucksvolle Weise.

Während des Umbaus: Aus einem leerstehenden Bürogebäude an der Bundesallee 199 ist ein Pflegeheim für Seniorinnen und Senioren gemacht worden. / © Foto: Hauskrankenpflege Depner

Das Ergebnis: Moderne, komfortable Räumlichkeiten, ausgelegt für die Betreuung und Pflege von Senioren. / © Foto: Hauskrankenpflege Depner

Aus dem einstigen Bürotrakt ist ein Pflegeheim mit hellen, lichterfüllten Räumen geworden. / © Foto: Hauskrankenpflege Depner
Quellen: Gloobi.de GmbH & Co. KG, Hauskrankenpflege Dietmar Depner GmbH
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