In Berlin-Oberschöneweide startet mit der „Wilhelmine“ ein Projekt, das ein historisches Industriedenkmal in einen vielfältig genutzten Stadtbaustein verwandelt. Geplant sind Hotel, Eventfläche, Gastronomie, Büros und weitere Gewerbenutzungen.


Derzeit erscheint die „Wilhelmine“ noch trist am Straßenrand in Oberschöneweide. Die Visualisierung zeigt die „Wilhelmine“ mit restaurierter Backsteinfassade. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT; Visualisierung: Trockland Management GmbH
© Titelbild: Trockland Management GmbH
Mitten in Berlins Industriekulisse wächst ein Projekt, das Geschichte und Zukunft miteinander verbindet: In der „Wilhelmine“ in Oberschöneweide beginnt offiziell die aktive Bauphase. Das denkmalgeschützte Ensemble an der Wilhelminenhofstraße 66–68 im Bezirk Treptow-Köpenick soll künftig Hotel, Eventfläche, Gastronomie, Büros, Freizeit-, Sport- und Einzelhandelsangebote verbinden. Rund 70 Prozent der Flächen sind bereits vermietet.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Wilhelminenhofstraße 66–68, 12459 Berlin
- Baujahr Bestand: 1912
- Projektentwickler: Trockland Management GmbH
- Nutzungen: Hotel, Eventfläche, Gastronomie, Workspaces, Freizeit, Sport, Einzelhandel
Der Baustart in der „Wilhelmine“ markiert den nächsten Schritt für eines der prägenden Industriedenkmäler in Schöneweide. Das Ensemble wurde 1912 nach Plänen von Felix Lindhorst errichtet und gehörte einst zum Umfeld der ehemaligen Accumulatorenfabrik.

Die Visualisierung zeigt Gastronomieflächen in der „Wilhelmine“ in Oberschöneweide mit offenen Raumstrukturen und begrünten Deckenelementen. / © Visualisierung: Trockland Management GmbH
„Wilhelmine“ in Oberschöneweide verbindet Bestand und neue Nutzungen
Die „Wilhelmine“ in Oberschöneweide blickt auf eine wechselvolle Nutzungsgeschichte zurück. Es diente zunächst als Ort für Versorgung und Organisation der Beschäftigten, unter anderem mit Speisesaal und Umkleiden.
Während des Ersten Weltkriegs nutzte man Teile des Hauses als Lazarett. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der große Saal zu einem zentralen Ort für Kultur und Freizeit. Kinoaufführungen, Theaterveranstaltungen und Feiern prägten das Haus, bevor es nach dem Zweiten Weltkrieg offiziell zum Kulturhaus wurde.
Mit dem Umbau zum Kulturhaus veränderte sich auch die bauliche Struktur. Fensterflächen wurden teilweise geschlossen, um den Saal für Veranstaltungen besser abdunkeln zu können. In den 1960er-Jahren ergänzte man die straßenseitige Fassade um eine Kolonnade, zudem entstand ein neues Treppenhaus als Zugang für Besucher.

In der „Wilhelmine“ in Oberschöneweide entstehen moderne Arbeitsbereiche mit offenen Strukturen und flexiblen Nutzungsmöglichkeiten. / © Visualisierung: Trockland Management GmbH
Sanierung der „Wilhelmine“ greift historische Bauphasen aus
Diese Eingriffe prägen das Gebäude bis heute. Die aktuelle Planung greift diese unterschiedlichen Bauphasen bewusst auf und verzichtet auf eine vollständige Rückführung in den Ursprungszustand. Die Sanierung folgt dem Ansatz, historische Schichten sichtbar zu halten und zugleich neue Nutzungen zu ermöglichen.
Erhaltene Elemente wie Wandfliesen, Geländer oder technische Details werden aufgearbeitet und in das zukünftige Nutzungskonzept integriert. Auch Teile der Ausstattung aus der Zeit als Kulturhaus sollen wieder eingebaut werden. So bleibt die Geschichte des Ortes im Gebäude ablesbar, während moderne Anforderungen an Nutzung, Komfort und Energieeffizienz umgesetzt werden.

Ein Bauschild informiert in Oberschöneweide über die geplante Entwicklung der „Wilhelmine“ mit Hotel, Gewerbe und Eventflächen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Oberschöneweide: „Wilhelmine“ sieht bauliche Ergänzungen vor
Neben der Sanierung des Bestands sind gezielte bauliche Ergänzungen vorgesehen. Auf dem rückwärtigen Grundstück entsteht ein Neubau mit einem begrünten Atrium, das zusätzliche Belichtung und Aufenthaltsqualität schafft. Gleichzeitig werden einzelne Bauteile, die heutigen Anforderungen nicht mehr entsprechen, zurückgebaut. Ziel ist eine klare Verbindung von Bestand und Neubau, die funktional und gestalterisch zusammenarbeitet.
Trockland entwickelt die „Wilhelmine“ als gemischt genutzten Standort. Auf rund 7.500 Quadratmetern Gesamtmietfläche entstehen Flächen für Beherbergung, Veranstaltungen, Gastronomie, Workspaces, Freizeit, Sport und Einzelhandel. Die Mietflächen bleiben flexibel. Es wird Terrassen geben. Der große Saal wird umfassend saniert. Er umfasst rund 500 Quadratmeter und erreicht mehr als sechs Meter Deckenhöhe.

So soll der große Saal der „Wilhelmine“ in Oberschöneweide nach der Sanierung aussehen. / © Visualisierung: Trockland Management GmbH
„Wilhelmine“: Hotel, Events und Gastronomie für Oberschöneweide
Rund 70 Prozent der Flächen sind bereits vermietet. Dazu zählen die Hotelnutzung und die Eventfläche. Die Veranstaltungsfläche soll ein renommierter Event-Veranstalter betreiben. Für die „Wilhelmine“ bedeutet das eine Rückkehr zu einer Nutzung, die an die Geschichte des früheren Kulturhauses anschließt. Zugleich ergänzt das Projekt den Wandel in Oberschöneweide, wo ehemalige Industrieareale seit Jahren neue Funktionen erhalten.
Städtebaulich liegt die „Wilhelmine“ in einem Umfeld, das sich seit Jahren dynamisch entwickelt. Gegenüber befindet sich der Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin mit rund 14.000 Studierenden. In unmittelbarer Nähe liegen zudem bedeutende Industriedenkmäler wie der Peter-Behrens-Bau, dessen Sanierung im Projekt „Behrens-Ufer“ aber derzeit stillsteht.
Die „Wilhelmine“ wird damit Teil eines wachsenden urbanen Umfelds, das historische Substanz mit neuen Nutzungen verbindet. Die Fertigstellung und der Einzug der Mieter sind derzeit für das Jahr 2028 vorgesehen. Ein Großteil der Flächen ist bereits vergeben, wobei viele der künftigen Nutzer aus Berlin stammen. Damit entwickelt sich das Projekt schrittweise von einem lange ungenutzten Gebäude zu einem aktiven Standort im Quartier Schöneweide.

Der geplante Innenhof der „Wilhelmine“ in Oberschöneweide soll als begrünter Aufenthaltsbereich dienen. / © Visualisierung: Trockland Management GmbH
Quellen: Trockland, Wilhelmine, Berliner Zeitung
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Man kann dem nur alles alles Gute wünschen. Denn das kann die Gegend nach dem Peter-Behrens-Bau-Knick echt gebrauchen.