Wie kann Berlin schneller, nachhaltiger und effizienter bauen? Beim ersten Live-Podcast von ENTWICKLUNGSSTADT trafen sich zentrale Akteure der Branche, um genau diese Fragen zu diskutieren – mit überraschend konkreten Antworten.

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Innovative Baustoffe, digitale Prozesse und neue Wege im Wohnungsbau: Der ENTWICKLUNGSSTADT Live-Podcast brachte die wichtigsten Trends der Branche auf die Bühne. Viele der vorgestellten Ansätze sind längst Realität – sie müssen nur skaliert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Beim ersten ENTWICKLUNGSSTADT Live-Podcast kamen am vergangenen Freitag rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Architektur, Projektentwicklung, Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung zusammen, um über aktuelle Trends und wichtige Entwicklungen der modernen Stadtentwicklung zu sprechen – und das in der historischen Brauerei in Berlin-Kreuzberg, die heute vom traditionellen Berliner Unternehmen Mampe genutzt und betrieben wird.

Den Auftakt in den Vormittag bildete eine Keynote von Peter Schniering, Gründer des Think Tanks Future Cleantech Architects, der die wichtigsten Themen des Tages direkt in den Fokus stellte: Wie bauen wir nachhaltig, welche Nachhaltigkeitskonzepte gibt es für Industrien und Branchen, die zu den größten CO2-Produzenten weltweit gehören, wie können innovative Pilotprojekte auf breiter Ebene umgesetzt werden?

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ENTWICKLUNGSSTADT Live-Podcast: Wie können Gebäude aus den 70er, 80er und 90er Jahren revitalisiert werden?

Passend dazu stellten sich anschließend Anneke Scheper (Oxford Properties) und Christian Hellmund (gmp Architekten) in der ersten Podiumsdiskussion den Fragen, wie Architektur der 1970er, 1980er und 1990er Jahre sinnvoll transformiert und weiterentwickelt werden kann – und welche Hypotheken diese Gebäude jeweils mitbringen.

Anneke Scheper verantwortet den Umbau und die Weiterentwicklung des einstigen SONY-Centers am Potsdamer Platz, Christian Hellmund ist als Architekt unter anderem an einem der aufwendigsten Sanierungsprojekte der kommenden Jahrzehnte in Berlin beteiligt: dem Umbau der Staatsbibliothek im Kulturforum.

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Peter Schniering von Future Cleantach Architects nimmt die großen CO2-produzierenden Branchen in den Fokus und zeigt nachhaltige Produktionsalternativen auf. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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KI auf der Baustelle und in der Planung: Wie kann das Bauen effizienter und schneller werden?

Direkt anschließend wurde der Blick aber schon wieder nach vorn geworfen. Erst schilderte Ingmar Feldhoff vom Unternehmen LETO, wie eine neue Form der Ausschreibungsbearbeitung funktionierten kann – KI-basiert und automatisiert.

Danach kamen Peter Sänger (Green City Solutions), Michael Bader (Urban Clean Building), Amelie Hüneburg (Bundesverband Gebäudegrün) und Tobias Händler (Benetics) zusammen, um im Panel „Digitale Baustelle“ über innovative Ansätze für das Bauen von morgen zu sprechen.

Alternative Baustoffe wie Hanf und Lehm und natürliche Gebäudekühlung als Trends der Zukunft?

Dabei wurde über KI im Einsatz auf der Baustelle gesprochen, aber auch über alternative Baustoffe Wie Hanf und Lehm, und über natürliche und nachhaltige Formen der Gebäudekühlung, mittels Moos, Dachgärten und begrünten Fassaden.

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Bevor es in die letzte Diskussionsrunde des Vormittags ging, sprachen ENTWICKLUNGSSTADT Chefredakteur Björn Leffler und die Vorständin des Vereins Globald Goals Berlin, Theresa Hümmer, noch über eine mögliche EXPO-Bewerbung Berlins und über die Chancen, die sich für viele Kiez- und Bezirksprojekte daraus ergeben würden.

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KI auf der Baustelle und alternative Baustoffe. Auf der Bühne diskutierten Michael Bader, Tobias Händler, Björn Leffler, Amelie Hüneburg und Peter Sänger (v.ln.r.) über innovative und nachhaltige Trends für die Baubranche. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Diskussionsrunde: Stadtentwicklung in Berlin – Krise oder Aufbruch?

Den Abschluss des Tages bildete eine prominent besetzte Diskussionsrunde, die über das Thema „Stadtentwicklung in Berlin – Krise oder Aufbruch“ debattierte. Daniel Herrmann, Vorstand der Bauwert AG, sprach darüber, wie schwierig es in Berlin mittlerweile geworden sei, großformatige Quartiersprojekte umzusetzen und forderte eine stärkere Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung.

Architekt Tarek Massalme, der auch für die Grünen-Fraktion im Bezirk Mitte tätig ist, zeigte Wege aus der Wohnungsnot auch in dicht besiedelten Quartieren, etwa durch die Aufstockung bereits bestehender Gebäude. So sei in Berlin-Mitte nur dadurch ein Wohnungspotenzial von rund 50.000 Wohnungen zu realisieren.

Architekt Christoph Langhof: Höher bauen, weniger Bürgerbeteiligung

In diese Kerbe schlug auch Architekt Christoph Langhof, der ein grundsätzlich höheres Bauen in Berlin forderte. Dabei betonte er, dass es nicht unbedingt immer die von ihm favorisierten Hochhäuser sein müssten.

Allein wenn die neuen Stadtquartiere um zwei bis drei Geschosse höher gebaut würden, gäbe es laut Langhof gar kein Wohnungsproblem. Als städtebauliches Vorbild nannte Langhof den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, wo flächendeckend Gebäude mit sieben bis acht Geschossen vorhanden seien, was dem Bezirk in Sachen Popularität nicht geschadet habe.

Als hinderlich und großes Ärgernis empfindet Langhof allerdings Themen wie Bürgerbeteiligung und Denkmalschutz, die Bauprozesse häufig unnötig in die Länge ziehen würden oder mitunter gänzlich verhinderten.

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Krise oder Aufbrauch? Van Bo Le-Mentzel, Christoph Langhof, Björn Leffler, Tarek Massalme und Daniel Herrmann (v.l.n.r.) debattierten leidenschaftlich über den Zustand den Berliner Stadtentwicklung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Van Bo Le-Mentzels Tinyhouse Foundation: Mehr Wohnungen auf wenig Raum schaffen

Einen komplett anderen Denkansatz verfolgt der Architekt Van Bo Le-Mentzel, Gründer der Tinyhouse Foundation sowie der Gemeinwohlbau COB01 GmbH, der Wege aufzeigte, wie Wohnraum sinnvoller und intelligenter genutzt werden kann, durch optimales Raummanagement.

Le-Mentzel sprach auch über den Ansatz, neue Wohngebäude auf kleinteiligen Grundstücken zu errichten, die es in Berlin noch immer in großer Zahl gebe.

Baubranche 2.0: Innovative, nachhaltige und digitale Lösungen sind lägst im Einsatz

Trotz aller bestehenden Herausforderungen wurde deutlich, wie viel Innovationskraft in der Branche steckt. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass nachhaltige, digitale und soziale Lösungen bereits funktionieren können. Was bislang oft fehlt, ist weniger das Wissen als vielmehr die konsequente Anwendung auf breiter Ebene.

Gelingt dieser Schritt, könnte aus vielen guten Ansätzen ein echter Wandel entstehen. Am Freitagvormittag kamen in Berlin-Kreuzberg einige mögliche Protagonisten dieses Wandels bei ENTWICKLUNGSSTADT zusammen. Es wird mit Sicherheit nicht das letzte Treffen dieser Art gewesen sein.

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Branchentreffen in der historischen Mampe-Manufaktur: Zum ersten ENTWICKLUNGSSTADT Live-Podcast kamen rund 100 Gäste aus Immobilienwirtschaft, Projektentwicklung, Politik und Architektur. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Quellen: ENTWICLKUNGSSTADT Social Media- & Podcast-Redaktion

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