Der Wettbewerb „Mittendrin Berlin!“ will Leerstand und ungenutzte Flächen in Berliner Zentren mit kreativen Ideen bekämpfen. Drei Berliner Initiativen wurden nun für ihre Konzepte prämiert und erhalten eine Förderung, um sie bis Mitte 2026 umzusetzen.
Mehringplatz
Steglitzer Kreisel
Rotraut-Richter-Platz
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0
Die Berliner Stadtentwicklung steht vor einer zentralen Herausforderung: Viele Geschäftsstraßen sind von Leerstand geprägt, zahlreiche Ladenflächen bleiben langfristig ungenutzt. Mit dem Wettbewerb „Mittendrin Berlin! 2025/26“ möchte die Stadt neue Ansätze fördern, um solche und andere ungenutzte öffentliche Orte wiederzubeleben und für die Nachbarschaften nutzbar zu machen.
In den vergangenen Monaten konnten lokale Initiativen Vorschläge für sogenannte neue „Dritte Orte“ in Berliner Zentren und Geschäftsstraßen einreichen. Nun hat die Jury drei Beiträge ausgewählt, die jeweils mit 20.000 Euro unterstützt werden. Ausgezeichnet wurden die Kooperative Südliche Friedrichstadt, der Kreisler e. V. und die ZIK Kulturräume UG. Ihre Entwürfe sollen bis Sommer 2026 umgesetzt werden.
„Dritte Orte“: Öffentliche Treffpunkte für Austausch und Begegnung
„Dritte Orte“ sind öffentlich zugängliche Treffpunkte außerhalb von Wohnung und Arbeitsplatz. Sie bieten Raum für Austausch, Begegnung und gemeinschaftliche Aktivitäten. Das können zum Beispiel Bibliotheken oder Kulturzentren sein. Aber auch leerstehende Ladengeschäfte bieten die Chance, neue und innovative Nutzungskonzepte zu erproben.
Diese Orte können ganz unterschiedlich gestaltet werden: Lesegruppen, Tauschbörsen, Nachhilfeangebote, Bewegungs- und Kulturprogramme sind ebenso möglich wie Co-Working-Bereiche, Maker-Spaces oder Räume für Initiativen, die regelmäßige Treffpunkte benötigen. Entscheidend ist, dass hier unkomplizierte Begegnung möglich wird und Leerstand produktiv genutzt werden kann.
Wettbewerb „Mittendrin Berlin! 2025/26“: 47 kreative Ideen gegen Leerstand
Im Wettbewerb „Mittendrin Berlin! 2025/26“ konnten zivilgesellschaftliche Initiativen, Vereine, Genossenschaften und kleine Unternehmen Entwürfe für „Dritte Orte“ einreichen. In einem mehrstufigen Verfahren wurden zunächst Vorschläge eingereicht und anschließend von einer Jury geprüft. Daraufhin kamen ausgewählte Teams in eine Konkretisierungsphase.
Für die Runde 2025/26 gingen insgesamt 47 Beiträge ein. Sechs davon wurden für die zweite Phase ausgewählt, in der die Konzepte weiter ausgearbeitet wurden. Die Jury entschied sich anschließend für drei Projekte, die nun bis Mitte 2026 realisiert werden sollen.
Drei ausgewählte Initiativen schaffen neue Begegnungsräume in drei Kiezen
Die Kooperative Südliche Friedrichstadt plant eine mehrwöchige Veranstaltungsreihe am Mehringplatz in Friedrichshain-Kreuzberg. Vorgesehen sind Märkte, Musik- und Theaterangebote sowie verschiedene Mitmachformate. Durch die Einbindung lokaler Vereine und Gewerbetreibender soll ein Beitrag zur Aktivierung von Erdgeschosszonen und zur Belebung der Quartierskultur geleistet werden.
Der Kreisler e. V. möchte an der Grünfläche am Rotraut-Richter-Platz in Neukölln einen multifunktionalen Treffpunkt einrichten. Dieser kann als Erholungs- und Veranstaltungsort für unterschiedliche Bildungs- und Bewegungsangebote genutzt werden, aber zum Beispiel auch als Werkstatt für Aktionen aus dem benachbarten Repair-Café. Eine Wildblumenwiese und ein Nano-Wald sollen das Vorhaben ergänzen und ökologische Aspekte stärken. Ziel ist eine selbstorganisierte Nutzung durch die Nachbarschaft.
Die ZIK Kulturräume UG will auf einer leerstehenden Fläche im Erdgeschoss des Steglitzer Kreisels einen temporären Treffpunkt mit festen Öffnungszeiten errichten. Das Angebot umfasst Ausstellungen, Flohmärkte, Musikformate und weitere kulturelle Aktivitäten. Durch die Verbindung lokaler Akteure und die Nutzung des Leerstands soll ein niederschwelliger Begegnungsort im Quartier entstehen.
Quellen: Senatsverwaltung fürStadtentwicklung, Bauen und Wohnen, „Mittendrin Berlin! Projekte in Berliner Zentren“
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Öffnet den Mehringplatz zum Halleschen Tor. Erhöht die Stockwerkzahl, um den dadurch entstehenden Wegfall weniger Wohnungen mehr als auszugleichen, und die Lage wird sich bessern.