Für das Areal des Luisenblocks Ost II in Berlin-Mitte liegen nun die Ergebnisse des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs vor. Trotz veränderter politischer Rahmenbedingungen hat die Jury drei Preisträgerentwürfe ausgezeichnet.

Mit einer kompakten Gliederung in drei eigenständige Blöcke entwickelt der Erstplatzierte eine klare städtebauliche Struktur. Ein zentraler, baumbestandener Platz setzt dabei einen markanten städtebaulichen Akzent innerhalb des vorgesehenen Bundestagsbereichs. / © Foto: StudioWessendorf / SenStadt
© Titelbild: StudioWessendorf / SenStadt
Der städtebauliche Realisierungswettbewerb für den Luisenblock Ost II ist abgeschlossen. Ausgelobt wurde er im Dezember 2025 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gemeinsam mit dem Bund. Insgesamt 77 Planungsteams entwickelten Entwürfe für das Areal zwischen Luisenstraße, Stadtbahn und Spree in Berlin-Mitte.
Ziel war ein Konzept für ein neues Stadtquartier mit Wohn-, Bundes- und Gewerbenutzungen sowie einer deutlichen Aufwertung des öffentlichen Raums am Schiffbauerdamm.
Luisenblock II: Fokus auf Quartier und Ufergestaltung
Im Mittelpunkt der Beiträge stand die städtebauliche Neuordnung des Gebiets entlang des Spreeufers am Schiffbauerdamm. Vorgesehen war eine stärkere Öffnung der Uferzone mit neuen Aufenthalts- und Freiraumqualitäten.
Neben Wohnungsbau sollten auch Flächen für Bundesnutzungen sowie für ver.di entstehen. Besonders die Idee einer durchgängigen, nutzbaren Promenade an der Spree zog sich durch viele Entwürfe und wurde von der Jury als zentrales Thema hervorgehoben.
Jury setzt auf klare städtebauliche Struktur: Berliner Büro ist Sieger

Der Siegerentwurf ordnet das Quartier in drei klar ablesbare Baukörper, die jeweils unterschiedlichen Nutzungen zugeordnet sind. / © StudioWessendorf / SenStadt
Unter dem Vorsitz von Prof. Markus Neppl entschied sich das Preisgericht für drei eng verwandte städtebauliche Ansätze. Sie zeichnen sich durch eine klare Gliederung in mehrere Baukörper und eine eindeutige Zuordnung der Nutzungen aus. Den ersten Preis vergab die Jury an Studio Wessendorf, Berlin, in Zusammenarbeit mit Franz Reschke Landschaftsarchitektur GmbH, Berlin.
Der zweite Preis ging an ein Team bestehend aus SERO Architekten BDA, Leipzig, gemeinsam mit SC34 schaefers concept Landschaftsarchitektur, Kassel, sowie Kollektiv B Architekten PartGmbB BDA, Leipzig. Mit dem dritten Preis wurde die Arbeitsgemeinschaft aus MESS Stadtplaner Amann & Groß PartGmbB, Kaiserslautern, und GDLA Gornik Denkel Landschaftsarchitektur PartGmbB, Heidelberg, ausgezeichnet. Weitere sechs Entwürfe erhielten Anerkennungen.

Der zweite Preis setzt auf eine klar gegliederte Blockstruktur mit deutlich getrennten Nutzungsbereichen und sorgfältig ausformulierten Freiräumen. / © SeroArchitekten / SenStadt

Der dritte Preis arbeitet mit einer Abfolge von Baukörpern und eng verknüpften Frei- und Grünräumen entlang des Ufers. / © Mess / SenStad
Veränderte Ausgangslage durch Bundestagsbeschluss
Parallel zum Wettbewerb hatte sich die Rahmenbedingung grundlegend verändert: Der Deutsche Bundestag verzichtete im Mai 2026 auf eigene Neubauflächen im Quartier. Damit entfiel ein zentraler Bestandteil der ursprünglichen Aufgabenstellung. Die Entwürfe wurden dennoch bewertet, auch um die Arbeit der Planungsteams zu würdigen. Die Senatsverwaltung betonte, dass die Ergebnisse eine Grundlage für die weitere städtebauliche Diskussion bleiben sollen.
Wie es mit dem Areal weitergeht, ist derzeit offen. Klar ist jedoch, dass der Standort zwischen dem Reichstagsgebäude und der Spree weiterhin eine zentrale Rolle in der Stadtentwicklung von Berlin-Mitte spielt. Auch wenn die Nutzungskonzepte angepasst werden müssen, gelten die prämierten Entwürfe als wichtige Grundlage für das weitere Verfahren und die künftige Gestaltung des Uferraums an der Spree.
„Luisenblock Ost II“
Quelle: competitionline, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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6 Kommentare
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Das ganze ist einfach nur noch lächerlich. Seit 30 Jahren wird hier was gemacht? Genau. Nichts.
Den „städtebaulichen Entwurf“ hätte ich in 30 Minuten mit ChatGPT prompten können.
Promt weiter
@phillip Dummschwötzer und Besserwisser! Setzen 6
Man fragt sich wirklich ob man heute eigentlich überhaupt noch Architektur braucht. Ist im Prinzip eh immer das gleiche, riesige Glasflächen oder mit dem Lineal gezogene Betonklötze. Paar Bäume dazu und fertig ist der Entwurf.
Es ist zum Haare raufen.
Es ist doch nur deswegen hier nichts passiert, weil die ursprüngliche. Band-des-Bundes-Planungrn von ver.di desavouiert wurden, nicht wahr? Der Bundestag wird seine Bedarfe also nicht nah am Parlament realisieren müssen, sondern anderweitig – und mit weiten Wegen verbunden für die Abgeordneten und die Beschäftigten. Ineffizient und unökologisch, weil unnötige Wege verursachend. Ver.di zeigt damit, wofür es konkret steht, oder?
Ich sehe gar nichts. Kann man nicht erstmal die Bäume wegsägen?