Die nächste Phase für das geplante „Haus der Demokratie“ an der Frankfurter Paulskirche beginnt. Nach Ideenwettbewerb und Bürgerbeteiligung hat die Stadtverordnetenversammlung nun den Start für zwei Realisierungswettbewerbe beschlossen. Damit rückt die konkrete architektonische Ausgestaltung des Projekts näher.

Die Entwürfe aus dem Ideenwettbewerb zeigen unterschiedliche Ansätze für ein Haus der Demokratie im Umfeld der Paulskirche – vielfach mit dem Fokus auf einen Umbau der historischen Kämmerei und eine stärkere Öffnung sowie Begrünung des Paulsplatzes. / © Visualisierung: schneider+schumacher Planungsgesellschaft mbH
© Titelbild: Wikimedia Commons, Dontworry, CC BY-SA 3.0
Die Planungen für ein „Haus der Demokratie“ im Umfeld der Paulskirche gehen in die nächste Phase. Die Stadtverordnetenversammlung hat den Magistrat beauftragt, zwei Realisierungswettbewerbe vorzubereiten und durchzuführen – einen hochbaulichen Wettbewerb für das Gebäude selbst sowie einen freiraumplanerischen Wettbewerb für das Umfeld rund um Paulsplatz und Kämmerei.
Damit soll eine tragfähige architektonische, städtebauliche und funktionale Lösung für den sensiblen historischen Ort gefunden werden. Beide Wettbewerbe sollen eng miteinander verzahnt sein und zeitlich parallel laufen. Grundlage dafür bildet eine noch zu erarbeitende Bedarfsplanung mit Nutzungskonzept und Raumprogramm.
„Haus der Demokratie“: Politisches Signal für ein gemeinsames Projekt
Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef wertete den Beschluss als wichtiges Signal. Die Paulskirche solle als zentraler Ort der deutschen Demokratiegeschichte weiterentwickelt und um einen neuen Lern-, Gedenk- und Erlebnisort ergänzt werden. Dass das Vorhaben von Koalition und Opposition gemeinsam getragen werde, unterstreiche die Bedeutung des Projekts für die Stadt.
Das geplante „Haus der Demokratie“ soll dabei nicht nur eine Ergänzung zur historischen Kirche darstellen, sondern auch einen Ort schaffen, der unterschiedliche Perspektiven und gesellschaftliche Gruppen einbindet. Die Architektur soll diese Offenheit sichtbar machen und einen direkten Bezug zur Paulskirche herstellen.
Rund um den Paulsplatz: Umbau der Kämmerei als zentrale Option
Eine wichtige Grundlage für die nächste Planungsphase bilden die Empfehlungen der Expertenkommission Paulskirche aus dem Jahr 2023. In Verbindung mit den Ergebnissen eines Ideenwettbewerbs sowie einer umfangreichen Bürgerbeteiligung im Jahr 2025 zeichnet sich eine klare Tendenz ab: die Umnutzung des bestehenden Kämmereigebäudes nördlich der Paulskirche (Rathaus-Nordbau).

Die bevorzugten Entwürfe sehen vor, die historische Kämmerei am Paulsplatz zum „Haus der Demokratie“ umzubauen. Gebäude und Umfeld sollen geöffnet, begrünt und der Paulsplatz barrierefrei sowie als lebendiger Stadtraum neu gestaltet werden. / © Visualisierung: rethmeierschlaich architekten PartG mbB und Knüvener Architekturlandschaft
Vorgesehen ist ein markanter Baukörper mit großzügigem Foyer, der einen offenen Übergang zum Stadtraum ermöglicht. Das Gebäude soll als sichtbares städtisches Wahrzeichen fungieren und gleichzeitig Räume für Austausch, Ausstellungen und Veranstaltungen bieten.
Weiterentwicklung der Frankfurter Paulskirche: Begleitung durch Fachbeirat und Bürgerbeteiligung
Zur fachlichen Unterstützung des Projekts soll ein unabhängiger wissenschaftlicher Fachbeirat eingerichtet werden. Er wird den Planungsprozess begleiten und Expertise aus unterschiedlichen Disziplinen bündeln. Die Zusammensetzung des Gremiums erfolgt in Abstimmung mit Bund und Land Hessen, was die überregionale Bedeutung des Vorhabens widerspiegeln soll.
Parallel dazu bleibt auch die Beteiligung der Öffentlichkeit ein zentraler Bestandteil des Projekts. Nach Angaben der Projektleitung sollen weitere Beteiligungsformate die Entwicklung der inhaltlichen Konzeption begleiten. Die bisherigen Rückmeldungen aus der Bevölkerung hätten bereits gezeigt, dass vielfältige Perspektiven einen wichtigen Beitrag zur Planung leisten können.
Mit dem nun angestoßenen Wettbewerbsverfahren beginnt die entscheidende Phase, in der sich zeigen wird, wie der historische Ort künftig räumlich und architektonisch weiterentwickelt werden kann.
Quellen: Stadt Frankfurt am Main
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