Zwei Entwürfe stehen fest: Für das Umfeld des Bahnhofs Altona hat die Jury eine Vorauswahl getroffen. Beide Konzepte setzen auf mehr Grün, neue Platzräume und eine oberirdische Neuordnung des Busverkehrs, unterscheiden sich jedoch deutlich im Umgang mit dem Bestand.

Der Bahnhof Hamburg-Altona.

Der Bahnhof Hamburg-Altona steht vor einer Neuordnung, die sowohl den Bahnverkehr als auch das umliegende Stadtgebiet betrifft. Der Fern- und Regionalverkehr soll in den kommenden Jahren vom heutigen Standort an den Diebsteich verlagert werden, wo ein neuer Bahnhof mit modernen Bahnsteigen, technischer Infrastruktur und barrierefreien Zugängen entsteht. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: NOTO Basista Becker Jansen Architekten Partnerschaft mbH, Hamburg und studio Erde GmbH, Zürich/ Bern (Beitrag E); Visualisierung Bahnhofsplatz: bloomimages, Hamburg

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Noch ist der heutige Fernbahnhof in Betrieb, doch die Zukunft des Areals rund um den Bahnhof in Hamburg-Altona zeichnet sich bereits ab. Mit Blick auf die geplante Verlagerung des Fern- und Regionalverkehrs an den Diebsteich hat eine Jury nun zwei Entwürfe ausgewählt, die das Zentrum Altonas in den kommenden Jahrzehnten prägen könnten. Beide Vorschläge reagieren auf die Frage, wie aus einem funktional geprägten Verkehrsknoten ein urbaner Ort mit Aufenthaltsqualität werden kann.

Dass die Entscheidung bereits jetzt fällt, obwohl der neue Bahnhof erst für 2029 erwartet wird, unterstreicht die langfristige Dimension des Projekts. Auf den frei werdenden Flächen eröffnet sich die seltene Möglichkeit, ein innerstädtisches Gebiet grundlegend neu zu ordnen – räumlich, funktional und gestalterisch.

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Zwei Ansätze, ein Ziel: So könnte das Bahnhofsumfeld Altona künftig aussehen

Aus insgesamt fünf eingereichten Arbeiten hat die Jury zwei Beiträge zur Weiterbearbeitung ausgewählt. Beide sehen eine oberirdische Busanlage vor und setzen auf klar gefasste Freiräume sowie neue Platzsituationen im Zentrum von Altona. Gleichzeitig unterscheiden sie sich im Umgang mit dem Bestand deutlich.

Der Entwurf von CF Møller und Vogt Landschaft organisiert den Busbahnhof entlang der S-Bahntrasse und formuliert einen zentralen Stadtplatz. Ergänzt wird das Konzept durch eine durchgehende Grünverbindung in Nord-Süd-Richtung sowie drei neue städtebauliche Bausteine, die sich in das bestehende Gefüge einfügen sollen.

Visualisierung für das Bahnhofsumfeld in Hamburg-Altona.

© C.F. Møller Deutschland GmbH, Hamburg und Vogt Landschaft GmbH, Berlin (Beitrag C)

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Visualisierung für das Bahnhofsumfeld in Hamburg-Altona.

© C.F. Møller Deutschland GmbH, Hamburg und Vogt Landschaft GmbH, Berlin (Beitrag C)

Transformation statt Abriss: Ehemalige Gleisflächen könnten Parklandschaft werden

Einen anderen Weg schlägt das Team Noto und Studio Erde ein. Hier steht nicht der vollständige Neubau im Vordergrund, sondern die Weiterentwicklung des Bestehenden. Das heutige Empfangsgebäude wird zum Stadthaus umgenutzt und bildet den räumlichen Anker zwischen einem neuen Park im Norden und einem Platz im Süden.

Auch der Busbahnhof bleibt grundsätzlich am Standort, wird jedoch erweitert und neu organisiert. Auffällig ist die Idee einer schrittweisen Transformation: Die ehemaligen Gleisflächen sollen sich langfristig in eine Parklandschaft verwandeln, wobei Spuren der früheren Nutzung bewusst erhalten bleiben.

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Visualisierung für das Bahnhofsumfeld in Hamburg-Altona.

© NOTO Basista Becker Jansen Architekten Partnerschaft mbH, Hamburg und studio Erde GmbH, Zürich/ Bern (Beitrag E); Visualisierung Park: bloomimages, Hamburg

Visualisierung für das Bahnhofsumfeld in Hamburg-Altona aus der Luft.

© NOTO Basista Becker Jansen Architekten Partnerschaft mbH, Hamburg und studio Erde GmbH, Zürich/ Bern (Beitrag E); © Luftbild Matthias Friedel / Visualisierung bloomimages, Hamburg

Wunsch nach Grünflächen in Altona – Bürgerbeteiligung als Leitlinie

Die Auswahl der Entwürfe spiegelt auch Ergebnisse der intensiven Beteiligungsprozesse wider. Bereits seit 2025 wurden Ideen aus der Stadtgesellschaft gesammelt und in das Verfahren integriert. Mehr als 1.000 Menschen brachten sich zuletzt in einer Ausstellung unmittelbar vor der Jurysitzung ein.

Ein wiederkehrendes Motiv: der Wunsch, den bislang stark verkehrlich geprägten Ort zu einem grünen, nutzbaren Stadtraum zu entwickeln. Beide Entwürfe greifen dieses Anliegen auf, wenn auch mit unterschiedlichen Mitteln.

Bahnhofsumfeld Altona: Nächste Schritte bis in die 2030er Jahre

Die beiden ausgewählten Konzepte werden nun vertieft und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Parallel dazu bleibt der Planungsprozess offen angelegt: Erst nach einer weiteren Überarbeitung soll entschieden werden, welcher Ansatz als Grundlage für einen Rahmenplan dient.

Der eigentliche Umbau des Bahnhofsumfelds wird frühestens Anfang der 2030er Jahre beginnen. Dann geht es auch um konkrete Fragen der Bebauung; etwa die Integration von mindestens 400 Wohnungen im zentralen Bereich.

Fest steht bereits jetzt: Mit der Neuordnung des Areals am heutigen Bahnhof Altona entsteht nicht nur ein neues Verkehrskonzept, sondern ein langfristig prägender Baustein für die Stadtentwicklung im Westen Hamburgs.

Bahnhof Altona

Quellen: bahnhof-altona.beteiligung.hamburg, Bezirksamt Hamburg-Altona, NDR, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, Behörde für Verkehr und Mobilitätswende

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