Das Bundesumweltministerium erweitert nicht nur seinen Gebäudekomplex in Berlin-Mitte, sondern setzt auch künstlerische Akzente. Der Kunst-am-Bau-Wettbewerb für die neue Magistrale ist entschieden und zeigt, wie Kunst, Nachhaltigkeit und Architektur ineinandergreifen können.

Visualisierung der Magistrale des Bundesumweltministeriums: Das Konzept sieht vor, eine rund 140 Meter lange Wand mit einem feinen Lehmputz zu gestalten, der sich über etwa 410 Quadratmeter der sogenannten Magistrale erstreckt.

In der Fernwirkung soll der erstplatzierte Entwurf „Augenblick“ von Anna Chkolnikova etwa an trockene Böden oder Flussbetten erinnern. / © Quelle: Anna Chkolnikova, Berlin / Foto: BBR

© Visualisierung Titelbild: C. F. Møller Architects, Aarhus; C. F. Møller Landscape, Aarhus

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Für den Erweiterungsbau des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) in Berlin-Mitte ist die Entscheidung für die künstlerische Gestaltung gefallen. Den ersten Preis im Kunst-am-Bau-Wettbewerb erhält die Berliner Künstlerin Anna Chkolnikova mit ihrem Entwurf „Augenblick“. Ihr Konzept sieht vor, eine rund 140 Meter lange Wand mit einem feinen Lehmputz zu gestalten, der sich über etwa 410 Quadratmeter der sogenannten Magistrale erstreckt.

Die Magistrale wird künftig als erdgeschossiger Korridor den Neubau durchziehen. Dieser halböffentliche Bereich soll gleichermaßen von Beschäftigten wie Gästen genutzt werden und als zentrales Foyer dienen. Mit der Entscheidung für Chkolnikovas Arbeit soll ein harmonisches Zusammenspiel von ökologischer Bauweise und künstlerischem Anspruch entstehen.

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„Augenblick“ von Anna Chkolnikova: Naturmaterial Lehm als zentrales Gestaltungselement des BMUKN

Die Künstlerin setzt bewusst auf Lehm, um den nachhaltigen Charakter des Neubaus zu betonen. Verschiedene Lehmsorten aus unterschiedlichen Regionen Deutschlands sollen die Farbpalette lebendig gestalten. Laut Preisgericht entwickelt die Wandgestaltung durch wechselnde Lichtverhältnisse eine subtile Dynamik, die Besuchenden immer wieder neue Eindrücke vermittelt.

Nahaufnahme vom Penrose-Muster aus dem Siegerentwurf

In der Detailansicht des erstplatzierten Entwurfs wird das Penrose-Muster erkennbar. / © Quelle: Anna Chkolnikova, Berlin

Besonders ins Auge fällt die sogenannte Penrose-Parkettierung, die Chkolnikova für ihre Arbeit einsetzt. Dieses geometrische Muster aus sich nicht wiederholenden Rauten überzieht die Wand wie ein feines Netz und lässt aus der Nähe immer neue Details erkennen. Die Jury lobte, dass die Gestaltung eine unvorhersehbare Wirkung und eine besondere Lebendigkeit entfalten werde.

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„thousand leaves“ und „Und Frieden liegt im stillen Fern“: Zwei weitere prämierte Entwürfe für die Magistralen-Gestaltung

Neben dem Siegerentwurf wurden zwei weitere Arbeiten ausgezeichnet. Der zweite Preis ging an Thomas Henninger aus Berlin für seinen Beitrag „thousand leaves“. Diese fotografische Installation verbindet verschiedene Zeitebenen und spielt mit realen und imaginierten Räumen. Durch 3D-Visualisierungen und aquarellierte Oberflächen entsteht laut Jury ein Vexierspiel, das die Betrachterinnen und Betrachter in einen reflexiven Dialog mit der Magistrale versetzt.

Diese fotografische Installation verbindet verschiedene Zeitebenen und spielt mit realen und imaginierten Räumen, auf dem Boden befinden sich Blätter und Pflanzen, drei Stühle um einen kleinen Tisch

Der 2. Preis ging an Thomas Henninger für seinen Entwurf „thousand leaves“. / © Quelle: Thomas Henninger, Berlin

Den dritten Preis erhielten Antje Schiffers und Thomas Sprenger, ebenfalls aus Berlin. Ihr Konzept „Und Frieden liegt im stillen Fern“ sieht eine großformatige Wandzeichnung vor, die gebaute und natürliche Elemente miteinander kombiniert. Ergänzt wird das Bild durch goldfarbene Risse, die symbolisch für das Aufreißen von Wirklichkeiten stehen sollen.

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Visualisierung: heller Aufenthaltsbereich, links Tische und Stühle, rechts eine künstlerisch gestaltete Wand

„Und Frieden liegt im stillen Fern.“ brachte Antje Schiffers & Thomas Sprenger den 3. Preis bei diesem Kunst-am-Bau-Wettbewerb ein. / © Quelle: Antje Schiffers & Thomas Sprenger, Berlin

BMUKN-Erweiterung: Nachhaltiger Neubau am historischen Standort in Berlin-Mitte

Das Bauvorhaben selbst wird vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben betreut. Der Erweiterungsbau entsteht in direkter Nachbarschaft zu historischen Gebäuden wie dem Preußischen Landtag, in dem heute das Abgeordnetenhaus von Berlin untergebracht ist.

Mit dem Entwurf des dänischen Büros C. F. Møller Architects verfolgt das Projekt hohe ökologische Standards. Der Neubau in Holzhybrid-Bauweise soll beispielhaft für nachhaltiges Bauen des Bundes stehen und strebt eine Gold-Zertifizierung im Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen an. Flexible Grundrisse, begrünte Flächen und ein zurückhaltender Technikansatz unterstreichen die ökologische Qualität.

Wettbewerb zur Gestaltung der Magistrale: Ausstellung der Entwürfe noch bis Ende Juli im Ernst-Reuter-Haus einsehbar

Interessierte können sich selbst ein Bild von den eingereichten Entwürfen machen. Alle Beiträge werden vom 16. bis 29. Juli 2025 im Ernst-Reuter-Haus, dem Berliner Dienstsitz des BBR, ausgestellt. Die Schau ist werktags geöffnet und kann kostenfrei besucht werden.

Quellen: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bundesbau, C.F. Møller Danmark A/S, BAL Bauplanungs und Steuerungs GmbH, Architektur Urbanistik

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