Die Westumfahrung Bahnhofstraße in Köpenick könnte früher umgesetzt werden als bislang erwartet. Der Planfeststellungsbeschluss wird 2027 erwartet, erste Tunnelbauwerke sind bereits sichtbar.

Die neue Tunnelunterführung an der Hämmerlingstraße in Köpenick entsteht im Zuge der Bahnarbeiten rund um den Regionalbahnhof Köpenick und soll später an die Westumfahrung Bahnhofstraße anschließen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Westumfahrung der Bahnhofstraße gehört seit Jahren zu den großen Verkehrsprojekten in Köpenick. Lange blieb offen, wann aus den Planungen eine neue Straße wird. Nun zeichnet sich ein konkreter Zeitplan ab. Das hängt auch mit einer anderen Großbaustelle zusammen, die den Verkehr im Ortsteil über Jahre verändern wird.
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Strecke: An der Wuhlheide bis Mahlsdorfer Straße
- Projektstatus: laufendes Planfeststellungsverfahren
- Planfeststellungsbeschluss: nach aktuellem Stand 2027 erwartet
Bei der Informationsveranstaltung zur Langen Brücke verwies die Senatsverwaltung auf die Westumfahrung als mögliche Entlastung während des geplanten Brückenneubaus. Der Bau der Langen Brücke soll nach aktuellem Stand 2030 beginnen und rund vier Jahre dauern. Bis dahin könnte der erste Abschnitt der neuen Westumfahrung Bahnhofstraße bereits fertig oder zumindest weit fortgeschritten sein.
Westumfahrung Bahnhofstraße: Planfeststellung soll 2027 abgeschlossen sein
Auf Nachfrage von ENTWICKLUNGSSTADT nannte die Senatsverwaltung einen konkreteren Zeitplan. Die Planfeststellungsbehörde soll ihre Arbeit nach derzeitigem Stand bis Ende 2026 weitgehend abschließen. Für 2027 wird der Planfeststellungsbeschluss erwartet. Erst mit diesem Beschluss entsteht das Baurecht für die Westumfahrung. Aber dann könnte es ganz schnell gehen, der Bau womöglich noch im Jahr 2027 beginnen.
Das Verfahren ist bereits weit vorangeschritten. Die Planunterlagen lagen 2023 öffentlich aus, im Juli 2025 folgte der Erörterungstermin zu den Einwendungen.

Die Grafik zeigt den geplanten Verlauf der Westumfahrung der Bahnhofstraße in Köpenick. Der erste Bauabschnitt soll von der Straße An der Wuhlheide bis zur Hämmerlingstraße führen und später bis zum S-Bahnhof Köpenick verlängert werden. / © Grafik: ENTWICKLUNGSSTADT mit KI
Erster Abschnitt Westumfahrung führt am Stadion des 1. FC Union entlang
Nach Angaben der Senatsverwaltung soll zunächst der südliche Teil entstehen. Er beginnt an der Straße An der Wuhlheide neben der Geschäftsstelle des 1. FC Union und führt am Stadion An der Alten Försterei sowie am neuen Trainingszentrum der Profis entlang bis zur Hämmerlingstraße.
Die Trasse wurde möglichst nah an den künftigen Stadioneingang gelegt, um den Eingriff in den angrenzenden Wald zu begrenzen. Ein Schuppen auf dem Vereinsgelände muss für die Straße weichen.
An der Hämmerlingstraße sind erste Voraussetzungen für die Westumfahrung bereits geschaffen worden. Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Regionalbahnhofs hat die Deutsche Bahn zwei neue Tunnelbauwerke unter den Gleisen errichtet. Sie enden derzeit noch ohne Straßenanschluss im Wald, sollen später aber Teil der neuen Verkehrsführung werden. Die gesamte Westumfahrung ist rund 1,3 Kilometer lang und außerhalb der Knotenpunkte als zweispurige Stadtstraße geplant.

Die Brücke an der Bahnhofstraße in Köpenick soll für den zweiten Bauabschnitt der Westumfahrung vollständig gesperrt werden. Grund sind der geplante Ausbau der Straße und der Zustand des Bauwerks. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Zweiter Teil der Westumfahrung betrifft Anschluss an die Bahnhofstraße
Erst nach Fertigstellung des ersten Abschnitts will die Senatsverwaltung den nördlichen Teil zwischen Hämmerlingstraße und Bahnhof Köpenick umsetzen. Dort soll die neue Verbindung über Am Bahndamm bis zum Knoten Bahnhofstraße, Stellingdamm und Mahlsdorfer Straße führen. Unter der Bahnbrücke sieht die Planung eine Fahrspur in Richtung An der Wuhlheide und zwei Spuren in der Gegenrichtung vor. Die Schubertstraße soll künftig als Sackgasse enden.
Für diesen Bauabschnitt wäre nach Angaben des Senats eine Vollsperrung der Brücke unmittelbar am Forum Köpenick nötig. Das vorhandene Bauwerk befinde sich ohnehin in einem bedenklichen Zustand; bei der Informationsveranstaltung verwies die Verwaltung auf einen Riss. Zudem soll die Straße in diesem Bereich deutlich breiter werden. Deshalb müsste auch die Brücke entsprechend ersetzt werden.

Die Brücke am Forum Köpenick soll im Zuge der geplanten Westumfahrung der Bahnhofstraße umgebaut beziehungsweise erweitert werden. Nach Angaben des Senats weist das Bauwerk bereits einen Riss auf. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Westumfahrung soll Bahnhofstraße und Lindenstraße entlasten
Die neue Verbindung soll den Durchgangsverkehr anders durch Köpenick führen und damit vor allem Bahnhofstraße und Lindenstraße entlasten. Ob der erste Abschnitt tatsächlich vor dem Baustart an der Langen Brücke fertig wird, hängt vom Planfeststellungsbeschluss, möglichen Rechtsmitteln, der Finanzierung und der anschließenden Bauvorbereitung ab.
Die Aussage der Senatsverwaltung zeigt dennoch eine neue Perspektive: Nach dem erwarteten Beschluss im Jahr 2027 könnte die Umsetzung des ersten Teilstücks vergleichsweise schnell beginnen. Und dann zeitnah den Verkehr in Köpenick zumindest in Teilen entlasten.
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
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4 Kommentare
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Die Westumfahrung der Bahnhofsstraße wird keine Entlastungsstrasse,da es Dauerstau(auch wegen Ampelregelung)geben wird!
Leider wird es dann lauter in den Abendstunden und für die Anwohner eine Belastung…!
Ja, dem kann ich mich nur anschließen und die Kreuzung am nördlichen Ausgang des Bahnhofs Köpenick ist dann planmäßig der Supergau. Wer denkt sich so etwas aus? Das ist doch gar nicht bis zu Ende gedacht. Eine Entlastung für Alt-Köpenick wäre eine leichte Brücke ohne Tram von der Wendenschlossstraße zur Grünauer Straße über die Dahme und dann zum Adlergestell wie es schon früher Stadtplaner ins Auge faßten. Bei der Menge Wohnraum der der in Grünau und Wendenschloss entsteht und auch in Müggelheim entstehen wird wäre das sehr nachhaltig und die Lange Brücke könnte man leichter planen. Was da entstehen soll macht mich schier fassungslos. Wir müssen mal über die Verkehrsmittel nachdenken… Effizienz sieht völlig anders aus…
Die Finanzierung der Straße ist völlig unklar. Man rechnet immer noch mit EU-Mitteln, die es seit fünfzehn Jahren nicht mehr gibt. Und alleine kann das Land Berlin den Bau finanziell gar nicht stemmen. Zumal ihnen bei der viel wichtigeren TVO die Kosten davonlaufen.
Auch hier planen sie mit Fördergeldern, die es für solche Projekte gar nicht mehr gibt.
Glaube ich ert, wenn es fertig ist.
Siehe TVO oder Hönower Strasse.
Berlin kann – Nichts!