Mit dem neuen Ausbildungszentrum ist die Entwicklung des BVG-Standorts am Olympiastadion noch nicht abgeschlossen. In den kommenden Jahren sollen weitere Hallen neu gebaut werden. Das Vorhaben wirft auch Fragen nach den Auswirkungen auf die Nachbarschaft auf.
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Zwischen Werkstatthallen, Gleisanlagen und dem erst vor wenigen Jahren eröffneten Ausbildungszentrum steht dem BVG-Standort am Machandelweg in Berlin-Westend die nächste Veränderung bevor. Während der markante Neubau am U-Bahnhof Olympiastadion längst Teil des Stadtbilds geworden ist, laufen im Hintergrund bereits die Planungen für weitere Bauprojekte.
Die Verkehrsbetriebe wollen ihre Infrastruktur im Westend modernisieren und ausbauen. Die Folgen könnten auch die Anwohnerinnen und Anwohner des Quartiers betreffen.
Abriss und Neubau am Machandelweg: Das ist der Zeitplan der BVG
Wie aus einer Antwort des Berliner Senats auf eine Schriftliche Anfrage hervorgeht, plant die BVG den Rückbau und die anschließende Neuerrichtung von zwei bestehenden Hallen auf dem Gelände. Nach aktuellem Stand sollen die Arbeiten Anfang 2027 beginnen. Die Fertigstellung ist je nach Bauabschnitt bis Ende 2028 beziehungsweise 2029 vorgesehen.
Parallel dazu werden neue Leitungen auf dem Gelände verlegt und ab Sommer 2026 ein neues Pförtnerhaus errichtet. Mit den Maßnahmen sollen die Hallen technisch modernisiert, energetisch ertüchtigt und an heutige Anforderungen angepasst werden. Eine Sanierung der vierten Halle ist grundsätzlich denkbar, derzeit jedoch noch nicht konkret geplant.
Modernisierung des Werkstattstandorts: Ausbildungszentrum eröffnete 2023
Der Standort am Machandelweg hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Mit dem 2023 eröffneten Ausbildungszentrum für bis zu 400 Auszubildende wurde bereits ein zentraler Baustein für die Nachwuchsförderung geschaffen. Nun richtet sich der Blick auf die bestehenden Betriebs- und Werkstattflächen, die schrittweise erneuert werden sollen.
Die geplanten Hallenneubauten sind Teil einer langfristigen Modernisierung der Infrastruktur. Ziel ist es, die betrieblichen Abläufe zu verbessern und die technischen Voraussetzungen für den künftigen Betrieb zu schaffen. Konkrete Details zur Ausgestaltung der Gebäude liegen bislang nur begrenzt vor. Fest steht jedoch, dass die Bauarbeiten den Standort über mehrere Jahre prägen werden.

Seit 2023 ist das Ausbildungszentrum der BVG am U-Bahnhof Olympiastadion in Betrieb und bildet dort den zentralen Standort für die Ausbildung von Fachkräften im Unternehmen. / © Visualisierung: Sweco / BVG
Bauarbeiten in Berlin-Westend: Anwohner blicken auf die kommenden Jahre
Mit den Planungen rücken auch die Interessen der Nachbarschaft in den Fokus. Bereits die Entwicklung des Ausbildungszentrums hatte Diskussionen ausgelöst, unter anderem weil für das Projekt Kleingartenflächen aufgegeben wurden. Nun stellen sich erneut Fragen nach möglichen Auswirkungen auf das Umfeld.
Dabei geht es vor allem um die Belastungen während der Bauphase. Mehrjährige Bauarbeiten können zusätzlichen Baustellenverkehr, Lärm und Einschränkungen im unmittelbaren Umfeld mit sich bringen. Konkrete Schutz- und Entlastungsmaßnahmen sind nach Angaben des Senats derzeit jedoch noch nicht festgelegt.
Die Verkehrs- und Baulogistikplanung befindet sich noch im Aufbau: Im Herbst 2026 soll ein Verkehrsplaner beziehungsweise Baulogistiker beauftragt werden, der auf Grundlage eines Gutachtens ein detailliertes Konzept erarbeitet. Dieses soll Anfang 2027 in einer Arbeitsgruppe mit BVG und Anwohnenden abgestimmt und anschließend beim Bezirk zur Genehmigung eingereicht werden. Parallel erfolgen Abstimmungen zwischen BVG, Auftragnehmern und Bezirksamt; mögliche dauerhafte Verkehrsberuhigungen werden erst im weiteren Verfahren geprüft.
BVG am Olympiastadion: Standortentwicklung bis zum Ende des Jahrzehnts
Mit dem geplanten Neubau der Hallen setzt die BVG ihre Investitionen am Standort Olympiastadion fort. Sollte der aktuelle Zeitplan eingehalten werden, werden die Arbeiten den Standort noch bis mindestens Ende 2029 beschäftigen. Damit bleibt das Areal am Machandelweg einer der wichtigsten Entwicklungsstandorte des landeseigenen Verkehrsunternehmens in Berlin.
Für Berlin-Westend bedeutet dies zugleich, dass die Transformation des BVG-Geländes noch längst nicht abgeschlossen ist. Nach dem Ausbildungszentrum beginnt nun die nächste Phase der Entwicklung.
BVG-Ausbildungszentrum
Quellen: BVG, Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19 / 26 147, Schriftliche Anfrage
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