Die „Westend Gardens“ in Frankfurt sollten bis 2025 fertig sein. Doch das Projekt ist ins Stocken geraten: Die Projektgesellschaften befinden sich inzwischen im vorläufigen Insolvenzverfahren.

Die Ludwig-Erhard-Anlage im Frankfurter Westend mit Wasserbecken und Hochhauskulisse. In unmittelbarer Nähe liegt das Büroprojekt „Westend Gardens“, dessen weitere Entwicklung nach den Insolvenzanträgen offen ist. / © Foto: Wikimedia Commons, Dontworry, CC BY-SA 3.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Mike Peel (www.mikepeel.net), CC BY-SA 4.0
Die „Westend Gardens“ sollten zeigen, wie sich ein großer Frankfurter Bürokomplex weiterbauen lässt, ohne den Bestand abzureißen. Begrünte Dächer, ein neuer Innenhof und moderne Arbeitswelten waren geplant. Die Fertigstellung war ursprünglich für 2025 vorgesehen. Doch daraus wurde nichts. Nun steht das Projekt vor einer ungewissen Zukunft.
- Stadtteil: Westend-Süd
- Adresse: Ludwig-Erhard-Anlage 2–8, 60325 Frankfurt am Main
- Projekt: „Westend Gardens“
- Projektstatus: Insolvenzeröffnungsverfahren; weitere Entwicklung offen
- Ursprünglich geplante Fertigstellung: Quartal 2025
- Geplante Nutzung: Büro, Gastronomie und bestehende Postfiliale
Am 31. August 2026 ordnete das Amtsgericht Hamburg die vorläufige Verwaltung über das Vermögen der Grundstücksgesellschaft LEA GmbH & Co. KG an. Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 67b IN 217/26. Rechtsanwalt Dr. Arno Doebert wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Damit ist das eigentliche Insolvenzverfahren noch nicht eröffnet. Zunächst läuft das gerichtliche Eröffnungsverfahren.
„Westend Gardens“ Frankfurt: Gleich zwei Gesellschaften betroffen
Dabei blieb es nicht bei einem Verfahren. Nur 18 Minuten später ordnete das Gericht auch für die Verwaltungsgesellschaft LEA mbH eine vorläufige Insolvenzverwaltung an. Dieses Verfahren läuft unter dem Aktenzeichen 67b IN 218/26. Auch hier übernahm Doebert die vorläufige Insolvenzverwaltung. Es handelt sich damit um zwei getrennte Verfahren rund um Gesellschaften des Projekts.
Hinter dem Projekt steht der Hamburger Immobilienentwickler Garbe Urban Real Estate, der die Immobilie 2022 übernommen und anschließend das Konzept für die „Westend Gardens“ entwickelt hatte. Gegenüber der Hamburger Morgenpost erklärte das Unternehmen, dass bislang erste Entkernungsarbeiten erfolgt seien. Seit dem Erwerb hätten sich jedoch vor allem die Finanzierungs- und Baukosten stark verändert.
Vom Wohnprojekt zum grünen Bürostandort im Frankfurter Westend
Gemeinsam mit den finanzierenden Banken habe Garbe deshalb ein neues Konzept für die Fortführung und Restrukturierung ausgearbeitet. Dieses habe nach Angaben des Unternehmens breite Zustimmung gefunden, allerdings nicht bei allen Finanzierungspartnern. Der Insolvenzantrag habe sich deshalb letztlich nicht vermeiden lassen.
Die Geschichte des Standorts reicht allerdings weiter zurück. Der Verwaltungsbau stammt aus den frühen 1990er Jahren. Die Adler Group hatte für das Areal zuvor eine Wohnnutzung vorgesehen. Nach der Übernahme durch Garbe im Jahr 2022 änderte sich das Konzept: Statt Abriss und Wohnungen rückte die Sanierung des Bestands mit Büros in den Mittelpunkt.
„Westend Gardens“ Frankfurt: Sanierung sollte Bestand erhalten
Geplant waren rund 22.000 Quadratmeter vermietbare Bürofläche auf neun Etagen. Zwei neue Eingänge an der Ludwig-Erhard-Anlage und der Westendstraße, begrünte Dachterrassen und ein neuer Innenhof gehörten ebenfalls zum Konzept. Hinzu kamen Photovoltaik, Wärmepumpe und eine umfassende Erneuerung der Gebäudetechnik.
Das Nachhaltigkeitskonzept ging noch weiter. Garbe plante unter anderem eine mehr als 400 Quadratmeter große Dachterrasse im neunten Obergeschoss sowie Urban Gardening. Abwärme aus bis zu 40 Serverräumen sollte über Wärmerückgewinnung zum Heizen dienen. Nach den damaligen Projektangaben sollte die Sanierung gegenüber einem vergleichbaren Neubau erhebliche CO₂-Emissionen bei der Herstellung einsparen.
Wie es mit den „Westend Gardens“ weitergeht, bleibt offen
Doch nun fehlt für die „Westend Gardens“ ein belastbarer Zeitplan für die Fertigstellung. Garbe teilte mit, gemeinsam mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter weiter nach einer Lösung zu suchen. Derzeit prüfe das Unternehmen verschiedene Entwicklungs- und Nutzungsperspektiven. Das Ziel, die „Westend Gardens“ umzusetzen, bestehe nach Angaben des Entwicklers weiter.
Welche Variante tatsächlich umgesetzt werden kann, steht damit noch nicht fest. Ebenso gibt es derzeit keinen bestätigten neuen Baubeginn und keinen neuen Fertigstellungstermin.
„Westend Gardens“ Frankfurt
Quellen: Immobilien Zeitung, Amtsgericht Hamburg / Insolvenzbekanntmachungen, Garbe Urban Real Estate, Hamburger Morgenpost, Thomas Daily
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