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Hinter dem Hotel „Berlin, Berlin“ in Tiergarten soll auf einer bisher als Parkplatz genutzten Fläche ein Gebäudeensemble entstehen. Ein städtebauliches Werkstattverfahren liefert dafür die planerische Grundlage. Vorgesehen ist eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe mit einem relevanten Anteil geförderter Wohnungen.

Siegerentwurfs im städtebaulichen Werkstattverfahren von ksg architekten

Visualisierung des Siegerentwurfs im städtebaulichen Werkstattverfahren „KF62“: Der Entwurf von kister scheithauer gross sieht auf der Fläche hinter dem „Hotel Berlin, Berlin“ ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnen und Gewerbe vor. / © Visualisierung: ksg architekten und stadtplaner

© Titelbild: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0 

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Hinter dem „Hotel Berlin, Berlin“, zwischen Kurfürstenstraße und Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße, liegt derzeit eine Fläche, die überwiegend als Parkplatz genutzt wird. Künftig soll hier jedoch ein neues Quartier entstehen, das zusätzliche Nutzungen aufnimmt und den Stadtraum besser vernetzt. Die Lage gehört zu einem Bereich, der seit Jahren von Gewerbebauten, Hochhäusern und starkem Verkehrsaufkommen geprägt ist.

Eigentümerin des Grundstücks ist die Pandox Berlin GmbH. Auf rund 5.700 Quadratmetern Fläche plant das Unternehmen ein Quartier mit Wohnungen und Gewerbeflächen. Ziel ist es, die bislang versiegelte Fläche städtebaulich aufzuwerten und zugleich neuen Wohnraum in zentraler Lage zu schaffen.

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Planungen des „KF62“  in Berlin-Mitte: Bezirk Mitte und der Senatsverwaltung diskutieren Hochhausplanungen

Die planerische Grundlage bildet ein städtebauliches Werkstattverfahren, das gemeinsam mit dem Bezirk Berlin-Mitte und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen durchgeführt wurde. Mehrere Entwürfe wurden erarbeitet und diskutiert, um eine Lösung zu finden, die sowohl den städtebaulichen Rahmenbedingungen als auch den Anforderungen des Umfelds gerecht wird. Als Sieger ging das Büro ksg architekten hervor.

Der ausgewählte Entwurf sieht eine klare Gliederung des Areals vor. Wohnen und Gewerbe sollen jeweils etwa die Hälfte der Flächen einnehmen. Dadurch entsteht eine Nutzungsmischung, die sich an der Umgebung orientiert und gleichzeitig eine Belebung des Quartiers über den gesamten Tagesverlauf ermöglicht.

Wohnungsangebot und sozialer Anteil im Neubau an der Kurfürstenstraße: Geförderter Wohnraum vorgesehen

Nach Einschätzung der Eigentümer könnten auf einer Wohnfläche von rund 14.500 Quadratmetern etwa 200 Wohnungen entstehen. Die geplanten Einheiten liegen überwiegend zwischen 50 und 100 Quadratmetern und sprechen unterschiedliche Haushaltsgrößen an. Rund ein Drittel der Wohnungen soll gefördert gebaut und zu gedeckelten Mieten angeboten werden, was dem Projekt eine soziale Komponente verleiht.

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Ergänzend entstehen Gewerbeflächen, die das Quartier beleben sollen und neue Anlaufpunkte im Stadtraum schaffen. Bestehende Bäume an der Ecke Kurfürstenstraße und Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße bleiben erhalten und werden in die Freiraumplanung integriert.

Städtebauliche Setzung des Gebäudeensembles in der City-West: Neue Hochhausplanung bestätigt

Das geplante Gebäudeensemble ergänzt eine Umgebung, die bereits heute von größeren Bauvolumen und Hochpunkten geprägt ist. An der Westseite des Areals ist ein Büroturm mit einer Höhe von bis zu 60 Metern vorgesehen. Die Wohngebäude erreichen dagegen sechs bis zehn Geschosse und bleiben damit wahrscheinlich unter einer Höhe von 35 Metern.

Entlang der Kurfürstenstraße ist eine durchgehende Traufkante geplant, die den Straßenraum klar fasst und an den Blockecken betont wird. An der Kreuzung zur Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße soll zudem eine begrünte Platzfläche entstehen, die als kleine „grüne Oase“ wirken soll und einen Bezug zur Grünfläche an der Urania herstellt.

Architektur und Grundrisse des „KF62“: Differenzierte Fassaden entsprechend der geplanten Nutzung

Die Architekten verstehen die Bebauung entlang der Kurfürstenstraße als Teil eines größeren Block-Zusammenhangs. Aus der funktionalen Differenzierung in Büroflächen, gefördertes Wohnen und frei finanziertes Wohnen ergibt sich eine rhythmische Fassadengestaltung mit mehreren Varianten. Diese unterstützt die Gliederung des Blocks und macht die unterschiedlichen Nutzungen ablesbar.

Die Wohnungen sind als durchgesteckte Grundrisse geplant und verfügen über Schallschutz-Loggien. Dadurch soll trotz der stark befahrenen Straßen ein angemessenes Wohnumfeld entstehen. Der höhere Gebäudeteil orientiert sich dabei an den Bauten der Umgebung und fügt sich in das bestehende Stadtbild ein.

Kurfürstenstraße: Beginn der Bauarbeiten ab 2029 möglich

Ein konkreter Baubeginn steht noch nicht fest. Nach Angaben der Eigentümer gibt es jedoch positive Signale aus Bezirk und Senatsverwaltung. Ein Start der Bauarbeiten könnte gegen 2029 erfolgen, während eine Fertigstellung zu Beginn der 2030er-Jahre erwartet wird.

Der Neubau reiht sich in eine rasante Entwicklung entlang der Kurfürstenstraße ein. Zwischen Nollendorfplatz, Wittenbergplatz und der Urania entstehen mit dem John-Jahr-Haus und dem Projekt „Equalizer“ bereits markante Neubauten. Dazwischen liegt ein weiteres Grundstücke das bebaut werden soll. Auch gegenüber an der Urania liegen nach dem Rückbau eines früheren Verwaltungsbaus brachliegende Flächen, die das anhaltende Veränderungspotenzial dieses Stadtraums verdeutlichen.

 

Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, kister scheithauer gross architekten und stadtplaner, FUNKE Mediengruppe

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