Seit 2014 steht das ICC weitgehend leer. Nun will der Berliner Senat die Pläne präsentieren, die dem markanten Bau eine neue Perspektive geben sollen. Medienberichten zufolge gibt es einen klaren Favoriten, der künftig als Betreiber des ikonischen Kongresszentrums fungieren soll.

ICC, Berlin

Das Internationale Congress Centrum zählt zu den bekanntesten Gebäuden Berlins. Am Mittwoch soll sich zeigen, welche Zukunft für das „Raumschiff“ der City West vorgesehen ist. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Nach Jahren des Stillstands könnte für das Internationale Congress Centrum (ICC) in Berlin-Westend nun eine entscheidende Weichenstellung bevorstehen. Am Mittwoch, dem 24. Juni, wollen Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler und die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) die Ergebnisse des internationalen Konzeptverfahrens zur Zukunft des denkmalgeschützten Gebäudes vorstellen.

Erstmals soll dabei auch die Projektpartnerschaft präsentiert werden, die nach Abschluss des Verfahrens den Zuschlag erhalten soll. Damit rückt die Zukunft eines der bekanntesten Berliner Bauwerke in greifbare Nähe.

Nach Jahren des Leerstands steht das ICC vor einer Richtungsentscheidung

Das ICC am Berliner Funkturm wurde 1979 eröffnet und galt über Jahrzehnte als eines der modernsten und bedeutendsten Kongresszentren Europas. Mit seiner futuristischen Architektur entwickelte sich das Gebäude schnell zu einem Wahrzeichen der City West.

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Seit 2014 steht der markante Komplex jedoch weitgehend leer. Hohe Betriebskosten, erheblicher Sanierungsbedarf und technische Mängel machten eine weitere Nutzung als klassisches Kongresszentrum zunehmend unwirtschaftlich. Seitdem wird intensiv darüber diskutiert, wie das Gebäude erhalten und gleichzeitig einer neuen Nutzung zugeführt werden kann.

Internationales Konzeptverfahren soll langfristige Perspektive schaffen

Um eine tragfähige Lösung zu finden, startete das Land Berlin Ende 2024 ein internationales Konzeptverfahren. Ziel war es, Investoren und Betreiber zu finden, die nicht nur ein überzeugendes Nutzungskonzept vorlegen, sondern auch die umfangreiche Sanierung des Gebäudes finanzieren können.

Vorgesehen ist die Vergabe eines Erbbaurechts über einen Zeitraum von 99 Jahren. Das Land Berlin bleibt damit Eigentümer der Immobilie, während die künftigen Betreiber langfristige Planungssicherheit erhalten. Im Mai 2025 hatte die zweite Phase des Verfahrens begonnen. Mehrere Konsortien arbeiteten seitdem an konkreten Konzepten für die Zukunft des Gebäudes.

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Kultur, Kreativwirtschaft und Innovation als Leitbild für die Zukunft

Die Rahmenbedingungen für die künftige Nutzung wurden von Beginn an klar definiert. Das ICC soll sich zu einem offenen Ort für Kultur, Kreativwirtschaft, Innovation, Wissenschaft und Veranstaltungen entwickeln.

Gesucht wurde ausdrücklich kein klassisches Kongresszentrum alter Prägung. Vielmehr soll das Gebäude künftig unterschiedliche Nutzungen miteinander verbinden und sich stärker zur Stadtgesellschaft öffnen. Damit verfolgt der Berliner Senat nach eigener Auskuft das Ziel, dem denkmalgeschützten Bau eine wirtschaftlich tragfähige und zugleich öffentlich relevante Zukunft zu geben.

ICC, Berlin, Funkturm

Das ICC gehört zu den größten Entwicklungsaufgaben Berlins. Nun soll öffentlich werden, wer das Gebäude künftig betreiben und weiterentwickeln könnte. Der Berliner Senat will den künftigen Betreiber am Mittwoch bekanntgeben. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Leipziger Spinnerei könnte Vorbild für die Entwicklung des ICC werden

Für besondere Aufmerksamkeit sorgten zuletzt Berichte der Berliner Morgenpost, wonach die Betreiber der Leipziger Spinnerei künftig eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des ICC übernehmen könnten.

Demnach soll die MIB AG gemeinsam mit weiteren Partnern das favorisierte Konzept eingereicht haben. Die Leipziger Spinnerei gilt europaweit als Vorzeigeprojekt für die erfolgreiche Transformation ehemaliger Industriegebäude zu einem lebendigen Standort für Kunst, Kultur und kreative Unternehmen. Offiziell bestätigt wurden diese Informationen bislang nicht. Klarheit dürfte die Präsentation am 24. Juni bringen.

Einer der größten und anspruchsvollsten Entwicklungsstandorte Berlins

Mit rund 200.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche gehört das ICC zu den größten Gebäudekomplexen Deutschlands. Gleichzeitig zählt die denkmalgerechte Sanierung zu den anspruchsvollsten Immobilienprojekten der Hauptstadt.

Entsprechend hoch sind die Erwartungen an das nun vorgestellte Konzept. Sollte das Verfahren erfolgreich abgeschlossen werden, könnte nach mehr als einem Jahrzehnt des Leerstands eines der bekanntesten Berliner Wahrzeichen vor einer neuen Zukunft stehen.

Neues Konzept für das ICC: Präsentation am Mittwoch wird mit Spannung erwartet

Die Präsentation am 24. Juni markiert daher weit mehr als die Vorstellung eines Nutzungskonzepts. Sie könnte zum Startschuss für die Wiederbelebung eines Gebäudes werden, das wie kaum ein anderes für die Architektur- und Stadtentwicklungsgeschichte West-Berlins steht.

Die Präsentation am Mittwoch wird also nicht nur von den direkten Anrainern und Bewohnern im Berliner Westend mit Spannung erwartet, sondern wird auch über den Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hinaus für großes Interesse sorgen, sicherlich auch bundesweit.

ICC, Berlin

Wie geht es weiter am Messedamm? Das denkmalgeschützte ICC steht vor einer der wichtigsten Entscheidungen seiner Geschichte. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

ICC, Berlin

Von der Architektur-Ikone zum Kreativstandort? Die Präsentation des neuen Nutzungskonzepts könnte die Richtung für die kommenden Jahrzehnte vorgeben. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Berliner Immobilienmanagement GmbH, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Berliner Morgenpost, Der Tagesspiegel, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, MIB AG

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